
Rolling Stars and Planets ist ein österreichisches Kunstprojekt bestehend aus Ausstellungen und Vorführungen von Kugelobjekten. An dem Projekt unter Leitung von Elisabeth Ledersberger-Lehoczky sind rund 25 mehrheitlich österreichische Künstler beteiligt.



Rolling Stars and Planets sind kugelförmige Kunstobjekte, die im Format und Erscheinungsbild einheitlich angelegt, aber von den rund 25 Künstlern unterschiedlich bemalt oder objektartig gestaltet wurden. Der äußere „Rahmen“, eine Erfindung von Ledersberger-Lehoczky, besteht aus ringförmigen Aluminium-Bändern mit einem Durchmesser von etwa 100 cm. Dieser Rahmen bildet einen assoziativen Verweis auf die Bewegungsbahnen von Himmelskörpern. Er dient zusätzlich als Schutz, erleichtert das Rollen und gibt den individuell gestalteten Objekten ein verbindendes Element.
Die inneren Teile mit einem Durchmesser von rund 75 cm wurden zu den unterschiedlichsten Ideen aus Astronomie, Astrologie, Mythologie und Sagen von den einzelnen Künstlern individuell gestaltet.
Im Herbst 2008 organisierten Ledersberger-Lehoczky und István Jankovics im Gothard Astrophysikalischen Observatorium der Loránd-Eötvös-Universität in Szombathely ein Symposium. Das Thema war Der Mensch im Weltraum. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden auch Skulpturen von fünf Bildhauern gezeigt. Im Rahmen des „Planetra Science Congess“ 2008 in Münster stellte Ledersberger-Lehoczky ein Projekt für das Jahr der Astronomie 2009 vor, welches das Thema Astronomie künstlerisch interpretieren sollte.
Die Idee zu einer gemeinsamen Aktion mit individuell gestalteten Kugelbildern hatten Günther Frank und Elisabeth Ledersberger-Lehoczky, die Weiterentwicklung erfolgte unter Beteiligung des Bildhauers János Kalmár.
Zum Jahr der Astronomie 2009 wurden von 25 Künstlern, mehrheitlich aus dem Bekanntenkreis der Initiatoren, kugelförmige Bilder und Objekte geschaffen. Dabei verwendeten die Künstler unterschiedliche Techniken wie Malerei oder Collage oder führten das Kugelinnere überhaupt als Objekt aus. Einige der teilnehmenden Künstler sind Mitglied in der Sektion Bildhauerei in der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, deren Leiterin Ledersberger-Lehoczky ist.
Zu jedem Kugelbild wurde vom betreffenden Künstler eine Beschreibung verfasst, welche die Idee und die Technik beschreibt.
Die erste Veranstaltung fand am 4. April 2009 am Platz vor dem Naturhistorischen Museum in Wien statt. An diesem internationalen Tag der Astronomie wurde im Rahmen der „100 Stunden Astronomie“ die erste Rollaktion durchgeführt. Dabei wurden die Kugeln von den Künstlern rund um die Maria Theresien-Statue gerollt.
Im Mai 2009 erarbeitete die BiondekBühne Theater- und Tanzwerkstatt in Baden bei Wien mit einer 14-köpfigen Tanz-Performance-Gruppe, der „Ladies-First-Ladies“, eine eigene Choreografie zum Thema der Rolling Stars and Planets. Diese Performance wurde im Rahmen der Rollaktionen in Baden und Linz aufgeführt.
Die Performancegruppe SF – SlowForward präsentierte bei der Auftaktveranstaltung am Maria-Theresienplatz ihre Nummer „Atem des Kosmos“, die eigens für die Rolling Stars and Planets choreografiert worden war. Beim Aktionstag in Linz am 3. September 2009 wurde diese Performance wiederholt.
Das Jahr 2010 eröffneten die Rolling Stars mit einer Publikums-Rollaktion vor dem Künstlerhaus Graz.
„Das Motiv ‚Kugel‘ ist ein Ur-Symbol der Bewegung, auch die Konstruktivisten haben dieses Motiv aufgegriffen und kinetische Objekte ersonnen um die Wechselbeziehung von Bewegung und Farbe zu thematisieren. Die an ‚Rolling Stars and Planets‘ beteiligten KünstlerInnen müssen ebenfalls auf die Kugelform reagieren; diese formale Prämisse in Kombination mit dem Thema Astronomie evoziert faszinierend divergierende Assoziationen und Transformationen.“
