Ronja Kemmer

Ronja Kemmer (2025)

Ronja Helene Kemmer, geborene Schmitt (* 3. Mai 1989 in Esslingen am Neckar), ist eine deutsche Politikerin (CDU). Seit 2026 ist sie als Ministerialdirektorin im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnologie (CIO/CDO).

Zuvor war sie von 2014 bis 2026 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Persönlicher Werdegang

Kemmer wuchs in Althengstett auf. Nach ihrem Abitur am Maria-von-Linden-Gymnasium in Calw-Stammheim 2008 leistete sie ein Freiwilliges Soziales Jahr im Furtbachkrankenhaus in Stuttgart. 2009 nahm sie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Universität Lund (Schweden) ein Studium der Wirtschaftswissenschaften auf, welches sie 2013 mit dem akademischen Grad eines Bachelors abschloss. 2012 bis 2014 war sie als studentische Mitarbeiterin eines Abgeordneten des Landtags Baden-Württemberg tätig. 2013 begann sie ein Doppel-Master-Studium an den Universitäten Hohenheim und Pavia (Italien), das sie im Herbst 2015 als Master of Science in Economics abschloss. Während ihres Studiums war sie Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Politischer Werdegang

Junge Union und CDU

Kemmer trat 2009 in die Junge Union ein und wurde ein Jahr später Mitglied der CDU. Ab 2011 war sie stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Calw und gehörte seit 2013 dem Bezirksvorstand der CDU Nordbadens an. Ab 2014 war sie zudem gewähltes Mitglied des Landesvorstandes der Jungen Union Baden-Württembergs. Mitte Januar 2022 nominierte der Bundesvorstand der Jungen Union Kemmer als Kandidatin der JU für das Präsidium der Bundes-CDU. Diesem gehörte sie bis 2026 an. Von 2012 bis 2014 war sie Landesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Baden-Württemberg. Seit 2015 ist sie Beisitzerin im Bundesvorstand der Frauen-Union. Seit 2025 ist sie stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Baden-Württemberg.

Deutscher Bundestag

Kemmer im Bundestag (2020)

Kemmer kandidierte zur Bundestagswahl 2013 auf Platz 19 der Landesliste der CDU Baden-Württemberg und verfehlte zunächst den Einzug in den Deutschen Bundestag. Nach dem Ausscheiden von Annette Schavan aus dem Deutschen Bundestag und dem Tod von Andreas Schockenhoff rückte sie für diesen am 27. Dezember 2014 nach.

Sie war ab ihrem Einzug jüngstes Mitglied des Deutschen Bundestags in der 18. Legislaturperiode. Kemmer war ordentliches Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuss. Kemmer war seit Januar 2015 Mitglied in der Deutsch-Italienischen Parlamentariergruppe und seit November 2016 Mitglied der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe. Außerdem war sie Mitglied im Parlamentskreis Mittelstand. Seit Dezember 2016 war sie Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP). Am 5. März 2015 wurde Ronja Kemmer zur Schriftführerin im Deutschen Bundestag gewählt. Ihre erste Rede im Deutschen Bundestag hielt sie am 21. Mai 2015 zum Thema Europa.

Zur Bundestagswahl 2017 trat sie für die CDU im Bundestagswahlkreis Ulm als Nachfolgerin von Annette Schavan an und gewann diesen mit 41 Prozent der Stimmen. Sie war Obfrau und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Digitales und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen. Ab Ende September 2020 fungierte sie als „KI-Beauftragte“ der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion.

Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte sie für die CDU als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Ulm und gewann das Direktmandat mit 32,7 Prozent der Erststimmen. In der 20. Legislaturperiode war Kemmer Vorsitzende der Jungen Gruppe und stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe Digitales der Unionsfraktion. Dem Bundestagsausschuss Digitales gehörte sie als ordentliches Mitglied und Obfrau der Unionsfraktion an.

Kemmer trat bei der Bundestagswahl 2025 zum dritten Mal als Direktkandidatin der CDU im Bundestagswahlkreis Ulm an und holte mit fast 39 Prozent der Erststimmen das Wahlkreismandat. Ab Mai 2025 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende für die Bereiche Forschung, Technologie und Raumfahrt, Digitales und Staatsmodernisierung. Am 21. Mai 2026 legte sie ihr Bundestagsmandat nieder. Für sie rückte Christoph Naser in den Bundestag nach.

Landesregierung Baden-Württemberg

Am 22. Mai 2026 wechselte Kemmer in die baden-württembergische Landespolitik. Sie wurde zur Ministerialdirektorin und Chief Digital Officer im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg ernannt.

Politische Positionen

Im Deutschen Bundestag stimmte sie u. a. gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, für den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Pkw-Maut, gegen weitere Finanzhilfen für Griechenland und für die Bundeswehreinsätze Operation Active Fence (Türkei), EUTM Mali, EUTM Somalia, die Operation Atalanta und UNMIL Liberia. Regional setzt sie sich für die Querspange B311/B30 bei Erbach (Donau) ein. Sie plädiert für die Anerkennung der Höhlen „Hohler Fels“ als Weltkulturerbe.

Kontroverse

Anfang Juli 2020 berichtete der Spiegel von einem im Dezember 2018 stattgefundenen Kurztrip dreier Bundestagsabgeordneter ins Sultanat Oman. Nebst Ronja Kemmer nahmen daran Christoph Ploß (CDU) sowie Wolfgang Stefinger (CSU) teil. Nach eigener Aussage habe es für die Einladung zur Reise in den Oman keine Gegenleistungen gegeben und die Reise der Vertiefung der omanisch-deutschen Beziehungen gedient. Die Reisekosten von 5.466 Euro pro Person übernahm die Botschaft des Oman in Berlin.

Privates

Kemmer ist evangelischer Konfession. Sie ist seit 2016 verheiratet und Mutter zweier Töchter. 2025 verstarb überraschend ihre älteste Tochter im Alter von vier Jahren.

Engagement und Mitgliedschaften

Von 2017 bis zum Juli 2026 war Kemmer ehrenamtliche Präsidentin des DRK-Kreisverbands Ulm/Alb-Donau. Darüber hinaus engagiert sie sich als Kuratoriumsmitglied der Deutschen Traumastiftung. Im Februar 2015 war sie Mitgründerin des VfB-Stuttgart-Bundestagsfanclubs.

Kemmer ist außerdem Mitglied in verschiedenen politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter:

Commons: Ronja Kemmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ronja Schmitt und Manuel Hagel im Gespräch, auf schwaebische.de, abgerufen am 5. Juli 2023
  2. ↑ Melanie Reinsch: Die jüngste Bundestagsabgeordnete zieht Bilanz. In: Berliner Zeitung, 3. Januar 2016.
  3. 1 2 3 4 5 Profil Ronja Kemmer. Deutscher Bundestag, abgerufen am 17. Januar 2019.
  4. ↑ Lebenslauf deutsch Oktober 2018. (PDF) In: Persönliche Abgeordnetenseite Ronja Schmitt, MdB. Abgerufen am 19. Januar 2019.
  5. ↑ Junge Union schlägt Ronja Kemmer für CDU-Präsidium vor. In: Spiegel Online. 12. Januar 2022, abgerufen am 12. Januar 2022.
  6. ↑ Junge Union schickt Ronja Kemmer ins Rennen fürs CDU-Präsidium. In: junge-union.de. Junge Union Deutschlands, 12. Januar 2022, abgerufen am 12. Januar 2022.
  7. ↑ Ronja Kemmer ins CDU-Präsidium gewählt worden. Abgerufen am 21. Februar 2026.
  8. ↑ Profil Ronja Schmitt. Junge Union Calw, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. Mai 2015; abgerufen am 29. Mai 2015.
  9. ↑ Martin Röckert & Ronja Schmitt. CIVIS mit Sonde, abgerufen am 30. Mai 2015.
  10. ↑ Ronja Schmitt rückt für Schockenhoff im Bundestag nach. In: Welt online. 16. Dezember 2014, abgerufen am 29. Mai 2015.
  11. ↑ Älteste und jüngste Abgeordnete. Deutscher Bundestag, 15. Dezember 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. April 2015; abgerufen am 29. Mai 2015.
  12. ↑ Ronja Schmitt wird Mitglied des Europaausschusses – Stellvertretende Mitgliedschaft im Petitionsausschuss. Ronja Schmitt, 6. Februar 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Mai 2015; abgerufen am 30. Mai 2015.
  13. ↑ Ronja Schmitt wird Mitglied des Europaausschusses – Stellvertretende Mitgliedschaft im Petitionsausschuss. CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg im Deutschen Bundestag, 6. Februar 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Mai 2015; abgerufen am 30. Mai 2015.
  14. ↑ Bundestag wählt Ronja Schmitt zur Schriftführerin. Ronja Schmitt, 5. März 2015, abgerufen am 30. Mai 2015.
  15. ↑ Erste Rede im Deutschen Bundestag. Deutscher Bundestag, 21. Mai 2015, abgerufen am 30. Mai 2015.
  16. ↑ Jochen Klink, Peter Mühlfeit: Premiere im Bundestag für Ronja Schmitt: Schornsteinfeger als Glücksbringer. Südwestdeutscher Rundfunk, 22. Mai 2015, abgerufen am 30. Mai 2015.
  17. ↑ Gunther Hartwig: Ronja Schmitt, jüngste Abgeordnete des Bundestags, hält ihre Jungfernrede. In: Neckar Chronik. 23. Mai 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Mai 2015; abgerufen am 30. Mai 2015.
  18. ↑ Deutscher Bundestag - Ronja Kemmer. Abgerufen am 3. Februar 2025.
  19. ↑ Kemmer neue KI-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In: CDU-/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. 28. September 2020, abgerufen am 29. September 2020.
  20. ↑ Ergebnisse Ulm - Die Bundeswahlleiterin. Abgerufen am 1. März 2025.
  21. ↑ Deutscher Bundestag - Ronja Kemmer. Abgerufen am 1. März 2025.
  22. ↑ Tobias Götz, Verena Pauer, Andreas Spengler, Dennis Bacher: Endergebnis steht fest: Kemmer und Emmerich ziehen wieder in den Bundestag. 23. Februar 2025, abgerufen am 1. März 2025.
  23. ↑ Ronja Kemmer. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  24. ↑ Amelie Schröer: Ronja Kemmer wird Chief Digital Officer in der Landesregierung. Südwest Presse, 9. Mai 2026
  25. ↑ Johannes Kuhn: Ronja Kemmer. In: Tagesspiegel Background Smart City. 13. Mai 2026 (tagesspiegel.de [abgerufen am 21. Mai 2026]).
  26. ↑ Ronja Schmitt (CDU/CSU) – Abstimmverhalten. In: bundes-adler.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Mai 2015; abgerufen am 30. Mai 2015.
  27. ↑ Ralf Grimminger: Nachrichten für Ulm und Umgebung. In: Ulm News. 20. April 2015, abgerufen am 30. Mai 2015.
  28. ↑ Sven Becker, Roman Höfner, Sven Röbel: Per Businessclass zum Basar – auf Kosten des Sultanats. In: Der Spiegel. Nr. 28, 2020 (online).
  29. ↑ Deutscher Bundestag – Abgeordnete. Abgerufen am 28. Juli 2020.
  30. ↑ Zur Person Ronja Kemmer, auf ronja-kemmer.de
  31. ↑ Michael Stifter: Ulm: Ulmer Abgeordnete Ronja Kemmer spricht über den Tod ihrer kleinen Tochter. In: Augsburger Allgemeine. 21. Juli 2025, abgerufen am 28. Mai 2026.
  32. ↑ Maria Bloching: DRK-Kreisverband Ulm: Ronja Kemmer scheidet als Präsidentin aus – Gunter Czisch übernimmt. In: Südwest Presse. 26. Juli 2025, abgerufen am 8. März 2026.
  33. ↑ Zur Person. In: Ronja Kemmer. Abgerufen am 18. Juli 2025.
  34. ↑ Engagement in Berlin. Ronja Schmitt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Mai 2015; abgerufen am 29. Mai 2015.
  35. ↑ Hannelore Crolly: Ronja Schmitt: Wie eine 25-Jährige in den Bundestag kam. In: Welt online. 15. Februar 2015, abgerufen am 29. Mai 2015.
  36. ↑ Europa-Union Parlamentarier im Deutschen Bundestag. In: Webseite der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 11. August 2025.
Personendaten
NAME Kemmer, Ronja
ALTERNATIVNAMEN Schmitt, Ronja; Schmitt, Ronja Helene; Kemmer, Ronja Helene
KURZBESCHREIBUNG deutsche Politikerin (CDU)
GEBURTSDATUM 3. Mai 1989
GEBURTSORT Esslingen am Neckar