Rosalia Amon

Rosalia Amon: Junges Mädchen am Fenster mit Blumenstöcken (1849)

Rosalia Amon (* 4. März 1825 in Palermo; † 23. März 1855 in Wien) war eine österreichische Malerin des Wiener Biedermeier.

Leben

Rosalia Amon war wahrscheinlich eine Tochter des österreichischen Malers Carl Amon. Sie erhielt in Wien Privatunterricht bei Ferdinand Georg Waldmüller, der dabei erstmals eine neu von ihm entwickelte Lehrmethode ausprobierte und später angab, dass die Ergebnisse seine Erwartungen übertroffen hätten. Als Amon sich auf die Blumenmalerei spezialisierte, gab er angeblich aus Rücksicht auf sie dieses Genre allmählich auf.

Rosalia Amon lebte in Wien. Sie beschickte von 1841 bis 1847 die Jahresausstellungen der Akademie der bildenden Künste Wien mit Stillleben und Porträts. 1841 zeigte sie zunächst einen Studienkopf, mehr Erfolg hatte sie jedoch in den Folgejahren mit Blumen- und Früchtestücken. Daneben schuf sie Landschaften mit Staffage und Genrebilder. Ihre Ölbilder fanden mitunter prominente Käufer wie die kaiserliche Familie und andere Adlige. Sie malte aber auch kleine schlichte Blumensträuße für die Gestaltung der Wohnungen des Wiener Bürgertums. Im Rahmen einer Ausstellung 1844 wurde sie als würdige Nachfolgerin der 1840 verstorbenen Malerin Pauline von Koudelka beurteilt.

Rosalia Amon starb 1855 im Alter von 30 Jahren in der k. k. Irrenanstalt in Wien. Während sie zu Lebzeiten als eigenständige Künstlerin anerkannt war, wurde sie im 20. Jahrhundert häufig nur noch als Waldmüller-Schülerin rezipiert und ihr Leben und Wirken kaum erforscht.

Werke (Auswahl)

Stillleben mit Früchten und Blumen (1847, Sammlung Belvedere)

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur

Commons: Rosalia Amon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Alois Gehart: Amon, Rosalia (Rosalie). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 3, Seemann, Leipzig 1990, ISBN 3-363-00116-9, S. 270.
  2. ↑ Ferdinand Georg Waldmüller: Das Bedürfnis eines zweckmäßigeren Unterrichts in der Malerei und klassischen Kunst. Wien, Carl Gerold, 1847, S. 17 (online).
  3. ↑ Klaus Albrecht Schröder: Ferdinand Georg Waldmüller. Anlässlich der Ausstellung "Ferdinand Georg Waldmüller" im Kunstforum Länderbank Wien, 14. September bis 16. Dezember 1990. Prestel, München 1990, S. 254.
  4. ↑ K. Weiss: Rosalia Amon. In: Julius Meyer (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexikon. Band 1, Leipzig, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1872, S. 661.
  5. ↑ Gerd-Helge Vogel (Hrsg.): Pflanzen, Blüten, Früchte: Botanische Illustrationen in Kunst und Wissenschaft. Lukas-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86732-198-3, S. 74 (online).
  6. ↑ Amon, Rosalia. In: Gerbert Frodl, Marianne Frodl-Schneemann: Die Blumenmalerei in Wien. Böhlau, Wien 2010, ISBN 978-3-205-78558-3, S. 160.
  7. ↑ Olga Kronsteiner: Künstlerin Rosalia Amon: Zur „Schülerin“ degradiert. In: Der Standard. 6. November 2020. Abgerufen am 7. September 2021.
Personendaten
NAME Amon, Rosalia
ALTERNATIVNAMEN Amon, Rosalie
KURZBESCHREIBUNG österreichische Malerin
GEBURTSDATUM 4. März 1825
GEBURTSORT Palermo
STERBEDATUM 23. März 1855
STERBEORT Wien