Rosemarie Philomena Sebek

Rosemarie Philomena Sebek, 2013

Rosemarie Philomena Sebek (* 22. Dezember 1939 in Wien), Pseudonym Philomena, ist eine österreichische Autorin von Romanen, Gedichten und journalistischen Texten sowie eine Malerin.

Leben

Nach der Matura studierte sie an der Hochschule für Welthandel und war danach als Werbeassistentin und Werbetexterin in den Unternehmungen Philips, Bernhard Altmann und Beiersdorf tätig. Im Jahr 1964 heiratete sie den Maler und Free-Jazz-Musiker Claus Mayrhofer Barabbas, der laut dem Kunsthistoriker und Kurator im Wien Museum Dr. Berthold Ecker als einer der paradigmatischsten Maler der 1960er und 1970er in Österreich gilt. Aus dieser Ehe stammen drei Töchter. Es war eine Zeit intensiven freundschaftlichen Kontakts mit den Malern Ernst Fuchs, Jürgen Leskowa, Walter Muhammad Malli, Richard Ahmad Pechoc (später: Inge Katherina Pechoc), Drago Prelog, Arnulf Rainer, Heinz Stangl und Othmar Zechyr sowie mit den Musikern Alaeddin Adlernest, Franz Koglmann, Toni Michlmayr, Sepp Mitterbauer, Fritz Novotny und Otto Zykan. Durch ihr Naheverhältnis zur Wiener Kunstszene, vor allem mit den Künstlern der legendären Galerie „Zum Roten Apfel“, begann sie zu malen.

In dieser Zeit lernte sie den Bahá’i-Glauben kennen. Angezogen von den Idealen dieser Religion, wurde sie 1967 Bahá’i.

Von 1971 bis 1977 war sie als Wirtschaftsredakteurin im Jupiter-Verlag zuständig für die Gesamtredaktion der Exportausgabe vom „Handelsregister Österreich“, die Wirtschaftsperspektiven der Zeitschrift „West-Ost Journal“, dem Sprachrohr des Donaueuropäischen Instituts unter der Gesamtredaktion des ehemaligen Vizekanzlers Fritz Bock, und für eine Kolumne im Austro-Motor, der internationalen Auto- und Motorrundschau, die monatlich im Jupiter-Verlag erschien.

Ebenso erfolgten in dieser Zeit erste Ausstellungen ihrer Bilder im Hauptgebäude der Zentralsparkasse in Wien und im burgenländischen Schloss Potzneusiedl.

Von 1977 bis 1984 lebte sie als Biobäuerin und Milchschafzüchterin in der Gemeinde Hofamt Priel, wobei sie von der Universität für Bodenkultur, Wien, und Mitarbeitern des Goetheanums in Dornach beraten wurde. In dieser Zeit war sie auch Mitbegründerin der Literaturvereinigung „Der Widderhaken“ und stellte ihrer Bilder in Persenbeug, Ybbs, Amstetten und auf der Mollenburg von Jörg Mauthe aus.

Im Jahr 1985 kehrte Rosemarie Philomena Sebek nach Wien zurück und war in den Folgejahren als Redakteurin, ab 1995 als stellvertretende Chefredakteurin der technischen Fachzeitschrift des Österreichischen Verbandes für Elektrotechnik „e & i – Elektrotechnik und Informationstechnik“ tätig. Seit ihrer Pensionierung im Jahr 2000 widmete sie sich vermehrt der schriftstellerischen Arbeit.

Im Januar 2009 starb Claus Mayrhofer Barabbas in Australien. Rosemarie Philomena Sebek übernahm es, das künstlerische Werk des Vaters ihrer Kinder aufzuarbeiten. Im Zusammenhang damit betrieb sie auch die Suche nach „Big Bang“, dem nahezu 200 m² großen Monumentalgemälde des Künstlers, das als verschollen galt. Es wurde schließlich mit Hilfe von Dr. Berthold Ecker, Leiter des Referats Bildende Kunst der Kulturabteilung der Stadt Wien, im zweiten Keller des Wiener Künstlerhauses gefunden, und im Frühjahr 2013 im Künstlerhaus ausgestellt. Zur Ausstellung von „Big Bang“ brachte die Kulturabteilung der Stadt Wien auch einen Katalog mit Texten von Rosemarie Philomena Sebek heraus. Parallel zur Aufarbeitung des künstlerischen Werks von Claus Mayrhofer Barabbas schrieb Rosemarie Philomena Sebek den autobiographischen Roman „Er nannte mich Wardi“, der ebenso wie „Die islamischen Tachisten vom roten Apfel. Wien 1963–1964“ im Wiener Verlag Edition Mokka erschienen ist. Wardi ist das arabische Wort für Rose. Der autobiographische Roman beinhaltet u. a. Berichte zahlreicher Begegnungen mit namhaften Persönlichkeiten des österreichischen Kunstgeschehens in den 1960er und 1970er Jahren. Des Weiteren erzählt die Autorin von einem Frauenleben mit all seinen Höhen und Tiefen. Zugleich ist das Buch ein Zeitdokument, dessen Bogen sich von 1939 bis 2012 spannt.

Infolgedessen erschienen von Rosemarie Philomena Sebek weitere Bücher und zahlreiche Essays.

Am 26. Februar 2021 erlitt sie unvermutet einen Schlaganfall, wonach sie sich einer langwierigen Rehabilitation unterziehen musste. Trotz körperlicher Beeinträchtigung und Blindheit auf dem rechten Auge, gelangen ihr die Fertigstellung des Romans „Wenn Heimat zerbricht“ und von Essays, wie sie ihren Schlaganfall und die Isolation während der Coronazeit erlebt hatte.

Anfang 2022 unterbreitete ihr Anna Timmler, ihre Enkeltochter, den Plan für einen gemeinsamen Podcast mit generationenübergreifenden Gesprächen über Natur, Gesellschaft, Kunst und der Menschheitsgeschichte. Infolgedessen entstand der Podcast „G’schichtn aus Ramasurien“, wobei unter Ramasurien ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten verstanden wird. Es ist die Keimzelle einer wünschenswerten Zukunftswelt, in der Menschen aller Ethnien in friedlicher Eintracht als gleichwertige und gleichberechtigte Erdenbürger leben und wirken.

Ausstellungen

Auszeichnung

Bücher

Essays

Drama

Podcast

Der Podcast „Gschichtn aus Ramasurien“ ist auf Podcast Plattformen verfügbar, wie zum Beispiel:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Anna Timmler – Musikerin. Abgerufen am 30. Juni 2024 (österreichisches Deutsch).
Personendaten
NAME Sebek, Rosemarie Philomena
ALTERNATIVNAMEN Philomena (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG österreichische Autorin und Malerin
GEBURTSDATUM 22. Dezember 1939
GEBURTSORT Wien