Rotbauchkuckuck

Rotbauchkuckuck

Rotbauchkuckuck

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Unterfamilie: Buntschnabelkuckucke (Phaenicophaeinae)
Gattung: Malkohas (Phaenicophaeus)
Art: Rotbauchkuckuck
Wissenschaftlicher Name
Phaenicophaeus sumatranus
(Raffles, 1822)

Der Rotbauchkuckuck (Phaenicophaeus sumatranus, Syn. Cuculus Sumatranus), auch Kleiner Grünschnabelkuckuck, Rotgesicht-Malkoha oder Lackschaftkuckuck, ist eine Vogelart aus der Familie der Kuckucke (Cuculidae).

Er kommt in Südostasien vor in Brunei, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Singapur und Thailand und auf den jeweilig begleitenden Inseln.

Früher wurde der Rotbauchkuckuck dann als Rhopodytes sumatranus zusammen mit dem Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi), dem Blauringkuckuck (Phaenicophaeus viridirostris) und dem Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis) in die neu errichtete Gattung Rhopodytes gestellt, nach eingehenden Untersuchungen wurden die genannten Arten im Jahre 2005 wieder in die Ursprungsgattung Phaenicophaeus zurück übertragen.

Sein Verbreitungsgebiet umfasst tropischen oder subtropischen Sekundärwald, feuchte und sumpfige Tieflandwälder, Mangrovenwald, überwucherte Plantagen und Torfmoore, gerne in Küstennähe bis in Lagen von 1200 m. ü. M.

Der Artzusatz bezieht sich auf Sumatra.

Beschreibung

Die Art ist 40–41 cm groß und wiegt etwa 114 g. Kopf und Brust sind hell- bis dunkelgrau, die Oberseite ist metallisch grün, die Flügel grünlich-blau und der gestufte Schwanz mit weißen Spitzen ist dunkelgrün bis blaugrau, der Augenring ist weiß, darum herum ist eine breite orange Orbitalhaut zu sehen. Die Kehle ist grau, die übrige Unterseite, der Steiß und die Unterschwanzdecken sind rotbraun bis kastanienbraun, die Schwanzunterseite hat weiße Spitzen. Die Iris ist blau-grau bis dunkel, der Schnabel gelb bis hellgrün mit heller Basis am Oberschnabel, die Beine sind dunkelgrau, bleifarben bis graugrün. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind an kleineren weißen Schwanzspitzen und schmaleren Steuerfedern zu erkennen.

Der kastanienbraune und nicht schwarze Bauch, die mehr orange Orbitalhaut und die kleineren weißen Schwanzspitzen unterscheiden die Art vom Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi) und dem größeren Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis), allerdings kann das im Felde schwierig sein. Bei gutem Licht kann das Nasenloch eine zuverlässige Differenzierung ermöglichen: Das Nasenloch des Rotbauchkuckucks ist langgezogen und horizontal, bei Diardkuckuck verläuft es senkrecht und beim Grünschnabelkuckuck ist es rund.

Geografische Variation

Die Art ist monotypisch. Mitunter wurden Populationen aus Borneo als Unterart (Ssp.) Phaenicophaeus sumatranus minor (Riley, 1938) und auf den Batu-Inseln als Phaenicophaeus sumatranus rodolphi (Ripley, 1942) beschrieben, unterscheiden sich jedoch nicht signifikant.

Stimme

Die Rufe werden als dünnes und hohes „mew“ sowie als schnelle Folge von „kokokokokokok“- oder auch „chi-chi“-Lauten beschrieben.

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht aus Insekten wie Heuschrecken, Mantidae, Gespenstschrecken, Echte Grillen, Grashüpfer Raupen und gelegentlich Froschlurchen, die ruhig durch Dickicht und zwischen den Bäumen schleichend erbeutet werden.

Die Brutzeit liegt in Borneo im Juli. Das Nest ist eine flache Plattform aus Stöcken, mit Blättern ausgelegt niedrig im Gebüsch oder hoch in einem Baum. Das Gelege besteht aus 2 weiße Eiern.

Gefährdung

Der Bestand gilt als potentiell gefährdet (Near Threatened) durch Habitatverlust. Habitatverlust

Literatur

Commons: Rotbauchkuckuck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Rotbauchkuckuck – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Rotbauchkuckuck (Phaenicophaeus sumatranus) bei Avibase
  2. ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. ↑ R. B. Sharpe: On the Cuculidae of the Ethiopian Region. In: Proceedings of the Zoological Society of London, 1873, S. 578–624, 1873, Biodiversity Library
  4. ↑ R. B. Payne: The cuckoos, 2005. ISBN 978-0-19-850213-5
  5. 1 2 3 James A. Eaton, Bas van Balen, Nick W. Brickle, Frank E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago Greater Sundas and Wallacea. Lynx Edicions, Barcelona, 2. Auflage, S. 64, 2021. ISBN 978-84-16728-44-2
  6. 1 2 Q. Phillipps und K. Phillipps: Phillipps' Field Guide to the Birds of Borneo: Sabah, Sarawak, Brunei, and Kalimantan, 3. Auflage, S. 166, 2014, Princeton University Press, ISBN 978-0-691-16167-9.
  7. 1 2 3 R. B. Payne: Chestnut-bellied Malkoha (Phaenicophaeus sumatranus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Phaenicophaeus sumatranus
  8. ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  9. ↑ AviList Core Team. 2026. AviList: The Global Avian Checklist, v2025b. doi:10.2173/avilist.v2025b
  10. ↑ IOC World Bird List v15.2 Turacos, bustards, cuckoos, mesites, sandgrouse
  11. ↑ J. H. Riley: Rhopodytes sumatranus minor. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 51, Nummer 23, S. 96, 1938, Biodiversity Library
  12. ↑ S. D. Ripley: Rhopodytes sumatranus rodolphi. In: The Auk Band 59, Nummer 4, S. 575, Digitalcommons
  13. ↑ Phaenicophaeus sumatranus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 10. September 2026.