
Das Rotkopfschaf (oder auch französisch Rouge du Roussillon) ist eine aus den französischen Pyrenäen stammende Schafrasse, die vom Aussterben bedroht ist. Sie gehört zu der Gruppe der Fuchsschafe, wie auch das Coburger Fuchsschaf. Aufgrund ihrer Robustheit können Rotkopfschafe ganzjährig im Freiland gehalten werden.
Rotkopfschafe sind eine mittelgroße Schafrasse, die 55 bis 65 kg (Auen) oder 90 kg (Böcke) schwer wird. Kopf, Beine und Ohren der Rotkopfschafe sind rötlich-braun gefärbt, der Schwanz ist lang und dünn und die Ohren sind leicht nach vorne gerichtet. Sie können ein Alter von 12 Jahren erreichen. Lämmer sind anfangs komplett rötlich gefärbt, die Umfärbung ins Weiße erfolgt nach etwa einem halben Jahr. Die Tiere müssen geschoren werden und verlieren ihre Wolle nicht selbstständig.

In Deutschland werden Rotkopfschafe unter anderem im Tiergarten Nürnberg gezüchtet. Im Nürnberger Landschaftsschutzgebiet Rednitztal-Nord wird eine kleine Herde Rotkopfschafe zur Landschaftspflege der Sandmagerrasen durch Beweidung eingesetzt. Auch im Tierpark Berlin sind sie im Streichelzoo vertreten und werden gezielt für den Rasseerhalt gezüchtet. 2005 wurden 70 Rotkopfschafe in Deutschland gehalten; 2025 gab es 16 Halter dieser Rasse in Deutschland.
Die Tiere gewöhnen sich sehr schnell an bekannte menschliche Begleiter, was der Züchtung und der Haltung zugutekommt. Sie sind allerdings eher zutraulich, wenn sie gerade gelammt haben. Werden Muttertiere zutraulich und regelmäßig von einer Person zutraulich behandelt, werden sie immer auf diese Person zulaufen und die Zuneigung einfordern. Muttertiere, die diese Zutraulichkeitsentwicklung durchlebt haben, hören auf ihre Namen.
Auffällig ist auch, dass die Tiere im Gegensatz zu anderen Rassen jeden Tag einen anderen „Knopf“ besitzen, welchen sie anzeigen, indem sie beim Kraulen bestimmter Stellen den Kopf heben und schnell anfangen zu flehmen und zu schmatzen.
Rotkopfschafe wurden traditionell für Milch, Fleisch und Wolle in Wanderweidewirtschaft gehalten. Inzwischen werden sie auch in der Landschaftspflege eingesetzt.
Es wird angenommen, dass die Rasse von Schafen aus Nordafrika abstammt, die über Spanien nach Frankreich gebracht wurden. Einzelne Rotkopfschafe wurden bereits im 17. und 18. Jahrhundert aus den französischen Pyrenäen nach Deutschland exportiert. 1900 gab es noch über 50 000 Rotkopfschafe, 1963 waren es 3000 und 1974 wurde ihre Anzahl auf 775 erwachsene Tiere (750 weibliche und 25 männliche) geschätzt. 1979 war die letzte größere Herde schon auf dem Weg zum Schlachthof, als sie von einem Verein aufgekauft wurde. Die Rettungsaktion fand Unterstützer in Deutschland, Österreich und Frankreich. Seit 1981 züchtet auch der Tiergarten Nürnberg Rotkopfschafe mit dem Ziel, diese gefährdete Nutztierrasse wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurückzuführen. Zwischen 1994 und 2001 wurde ein Erhaltungszuchtprogramm umgesetzt und 2014 erreichte der Gesamtbestand der Rasse 5900 weibliche Tiere im vermehrungsfähigen Alter.