Ruben Neugebauer (* 1989 in Reutlingen) ist ein deutscher Aktivist und Fotojournalist. Er ist Mitgründer der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch und Initiator des Aufklärungsflugzeugs Moonbird.
Neugebauer arbeitet als Foto- und Videojournalist mit Schwerpunkt auf sozialen und ökologischen Konflikten. Er berichtete unter anderem aus dem Kosovo, Belarus und 2013 aus dem syrischen Aleppo. Im Oktober 2014 wurde er gemeinsam mit den Journalisten Björn Kietzmann und Chris Grodotzki in Diyarbakır von türkischen Behörden festgenommen, als die drei über kurdische Proteste berichten wollten; der Vorgang führte zu Protesten von Reporter ohne Grenzen und überregionaler Berichterstattung.
Neugebauer gehört zu den Mitgründern des Vereins Sea-Watch, der im Mai 2015 in Berlin gegründet wurde, um im Mittelmeer in Seenot geratene Geflüchtete zu retten. Innerhalb der Organisation übernahm er Aufgaben als Sprecher, Kampagnen- und Kommunikationsleiter sowie als Crewmitglied auf den Rettungsschiffen.
Ab 2016 trieb Neugebauer den Aufbau einer zivilen Luftaufklärung über dem zentralen Mittelmeer voran und erwarb dafür den Pilotenschein. Nach einem gescheiterten Versuch, von Tunesien aus zu operieren, ging das Aufklärungsflugzeug Moonbird – betrieben gemeinsam mit der Schweizer Humanitarian Pilots Initiative und co-finanziert durch die Evangelische Kirche in Deutschland – im Frühjahr 2017 von Malta aus in den Einsatz. Neugebauer trat in zahlreichen Medien als Sprecher zur Luftaufklärung auf, insbesondere nach der vorübergehenden Festsetzung der Moonbird durch die maltesischen Behörden im Juli 2018.
Im August 2021 gründete Neugebauer gemeinsam mit der Journalistin Theresa Breuer und dem Grünen-Europaabgeordneten Erik Marquardt im Zuge der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan die Hilfsorganisation Kabul Luftbrücke. Die Initiative charterte Ende August 2021 ein Flugzeug, um gefährdete Afghaninnen und Afghanen aus dem Land zu evakuieren. Innerhalb des ersten Jahres brachte die Organisation nach eigenen Angaben mehr als 2.500 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit.
Schon 2016 berichtete die taz über den Polit-Aktivisten Ruben Neugebauer und nannte ihn nach Kampagnen mit dem Peng!-Kollektiv und den Yes Men „Überflieger mit Zwangspause“. Auch später portraitierte ihn die taz und bezeichnete den Sea-Watch-Aktivisten als einen der wichtigsten und umtriebigsten Aktivisten der Bewegungsszene, der mit seinem Flugzeug Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettet, Sea Watch mitgegründet und aufgebaut hat und als deren Sprecher, Koordinator und Krisenmanager Kampagnen betreut, aber auch selber fliegt und zur See fährt. Die Stuttgarter Zeitung beschreibt ihn als Mann, der auf eigene Faust die zivilgesellschaftliche Initiative „Luftbrücke Kabul“ gegründet und viele Afghanen evakuiert hat, und der weiß, was es heißt, scheinbar aussichtslose Pläne umzusetzen. Für die Stuttgarter Nachrichten ist er ein Getriebener und immer auf der Durchreise, für den „Jedes einzelne Leben zählt“. Auch Campact hebt hervor, dass er nicht nur bei Rettungseinsätzen im Mittelmeer dabei sei, sondern auch das Kampagnen- und Kommunikationsteam der Sea-Watch leite. Neugebauer wird regelmäßig zu den Mittelmeer-Rettungseinsätzen von Medien wie dem Deutschlandfunk, dem Bayerischen Rundfunk, Deutschlandfunk Kultur und anderen interviewt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neugebauer, Ruben |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Aktivist und Fotojournalist |
| GEBURTSDATUM | 1989 |
| GEBURTSORT | Reutlingen |