| Foto von Rudolf Ekstein bei der Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Wien |
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| 25. Oktober 1995 |
Rudolf Ekstein (* 9. Februar 1912 in Wien, Österreich-Ungarn; † 18. März 2005 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Psychoanalytiker und Kinderpsychologe österreichischer Abstammung. Sein Interessensgebiet war die Verknüpfung von Psychoanalyse, Psychotherapie und Pädagogik.

Ekstein hat an der Universität Wien Psychologie, Philosophie und Geschichte studiert und promovierte dort 1937. Seine Lehrer dort waren u. a. Anna Freud, Willi Hoffer und August Aichhorn. 1937 verfasste er unter Pseudonym in einem Magazin des Kommunistischen Jugendverbandes den an Wilhelm Reich orientierten Beitrag „Sexualpolitik des Faschismus“ und wurde deshalb wegen „Trotzkismus“ aus dem Kommunistischen Jugendverband ausgeschlossen. Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938, mehrmaligen Festnahmen und mehreren Wochen im Gefängnis floh Ekstein im August zuerst nach London und von dort im Dezember in die USA. Er erklärte später: „Ich mußte weg, aber nicht nur als Jude, sondern auch als Illegaler, als Widerstandskämpfer.“
In Boston wurde er an der School of Social Work der Boston University zum Sozialarbeiter ausgebildet und schloss mit einer Masterarbeit mit dem Titel „Adjustment problems of refugees as a challenge to social group work“ ab. Seine Lehranalyse machte er bei Eduard Hitschmann. 1942 wurde er US-Staatsbürger.
Anschließend arbeitete er von 1947 bis 1957 bei der Menninger Foundation in Topeka, Kansas, und von 1957 bis 1976 am Reiss Davis Child Study Center in Los Angeles. Seinen internationalen Ruf erwarb er sich durch seine Arbeit mit psychotischen, autistischen Kindern und Kindern mit dem Borderline-Syndrom. Die Anwendung der Psychoanalyse in Erziehung und Unterricht war ebenfalls ein Schwerpunkt seiner Arbeit.

Ab 1970 ging er regelmäßig nach Wien. Dort lehrte er u. a. als Gastprofessor an der Universität.
Die Hälfte seiner Asche wurde in einem Grab im Urnenhain der Feuerhalle Simmering beigesetzt und zählt zu den ehrenhalber gewidmeten bzw. ehrenhalber in Obhut genommenen Grabstellen der Stadt Wien. Er wurde gemeinsam mit seiner griechischstämmigen Frau Ruth (1915–2005) bestattet. Sie hatten zwei Söhne.
2006 wurde Eksteins Nachlass der Universität Wien übergeben. Die Sammlung beinhaltet seinen wissenschaftlichen Nachlass mit rund 5.400 Fachbüchern, zahlreichen Nachschlagewerken, über 800 Zeitschriftenbänden und Lehrmaterial aus Eksteins Lehrtätigkeit sowie therapeutische Fallaufzeichnungen, Reprints und unveröffentlichte Manuskripte. Dazu kommen etwa 300 Objekte, die Ekstein als Privatsammler aus Interesse an der präkolumbianischen Kultur erworben hat.
Die Bibliothek ist zur Gänze katalogisiert und über die Suchmaschine der Universitätsbibliothek, zugänglich. Die Bücher sind in der Fachbibliothek Bildungswissenschaft, Linguistik, Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft im Freihandbereich aufgestellt und können entlehnt werden. Eine repräsentative Auswahl aus der Objektsammlung ist in einer Vitrine in den Räumlichkeiten der Fachbibliothek ausgestellt und kann zu den Bibliotheksöffnungszeiten besichtigt werden.
| Personendaten | |
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| NAME | Ekstein, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Psychologe, Psychoanalytiker und Publizist österreichischer Abstammung |
| GEBURTSDATUM | 9. Februar 1912 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 18. März 2005 |
| STERBEORT | Los Angeles |