Rudolf Quoika (* 6. Mai 1897 in Saaz, Österreich-Ungarn; † 7. April 1972 in Freising) war ein tschechoslowakisch-deutscher Musikwissenschaftler.
Rudolf Quoika wurde als Sohn des Frächters Josef Quoika und dessen Ehefrau Josefa geb. Scherbaum geboren. Er besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Komotau und studierte Musikgeschichte an der Deutschen Universität Prag. Er wirkte von 1918 bis 1941 in der Tschechoslowakei als Lehrer und Organist in Buchau, Postelberg und Saaz. Aus politischen Gründen wurde Quoika 1941 pensioniert.
Nach der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei lebte und arbeitete Quoika ab 1947 als Musikschriftsteller und Komponist in Bayern, erst in Pfaffenhofen an der Ilm, von 1955 an in Freising. Der Schwerpunkt seiner Forschung lag in der Geschichte des Orgelbaus. So entwarf er beispielsweise die den Grundsätzen der Orgelbewegung verpflichtete Konzeption der neuen Orgel für die Stadtpfarrkirche Vilsbiburg, welche 1960 von der Firma Nenninger mit vollmechanischen Trakturen gebaut wurde. Quoika gab außerdem Orgelwerke böhmischer Komponisten des 18. Jahrhunderts heraus und komponierte selbst vor allem Messen, Motetten, Kantaten, Lieder, Kammermusik und etliche Orgelwerke. Ab 1953 war er Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Orgelfreunde. Anlässlich seines 70. Geburtstags wurde ihm der Titel eines österreichischen Professors verliehen.
Sein Buch Vom Blockwerk zur Registerorgel, das früher zur Standardliteratur der Orgelbaugeschichte zählte, ist heute aus den Literaturlisten verschwunden, da es gravierende Fehler enthält. Seine Aussagen decken sich in diesem Buch (und auch in anderen Publikationen) in vielen Fällen nicht mit den von ihm genannten Quellen.
Der Nachlass Rudolf Quoikas befindet sich im Kloster Rohr.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Quoika, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | Musikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 6. Mai 1897 |
| GEBURTSORT | Saaz |
| STERBEDATUM | 7. April 1972 |
| STERBEORT | Freising |