Rupert Erythropel (auch: Ruppertus oder Rupertus Erythropilus oder Erytropilus sowie Rupert Rothut, * 1556 in Schmallenberg; † 7. Oktober 1626 in Hannover) war ein deutscher evangelischer Pastor in Hannover und Ahnherr einer der ältesten hannoverschen Gelehrtenfamilien, der Erythropels, deren Nachfahren bis 1983 in Hannover lebten.
Rupert wurde als Sohn des Kaufmanns Heinrich Rothuet und dessen Frau Clara (geb. Kummer, auch: Cumer, lat.: Cumera Cumeria, Cieruvia) vermutlich am 27. März, dem Rupertstag, geboren. Nach dem Wunsch seines Vaters hätte er ebenfalls ein Kaufmann werden sollen. Jedoch zeigte sich bei ihm bereits seit frühster Kindheit ein Hang zu einer gelehrten Bildung. Nachdem der Vater diese Entwicklung akzeptiert hatte, besuchte er verschiedene Schulen, so in Soste, Ahlen, Bühren, Wetter, Marburg, Gronau, Hildesheim und Braunschweig. In Braunschweig wurde er ein Famulus von Martin Chemnitz, welchen er unter anderem zu Verhandlungen zu Apologie der Konkordienformel nach Erfurt begleitete und sich dort als Schreiber betätigte. Den ursprünglichen Familiennamen Rothut übertrug er ins Griechische, „non arroganter, sed pro more seculi istiu“ („nicht hochmütig, sondern nach der Art der Zeit“).
Um 1581 absolvierte er ein Studium an der Universität Leipzig, wo Matthäus Dresser einer seiner Lehrer war. Im März 1585 begab er sich an die Universität Wittenberg, wo er im gleichen Monat zum Magister der philosophischen Wissenschaften avancierte und von Polykarp Leyser dem Älteren gefördert wurde. 1585 wurde er Konrektor in Hannover, im Folgejahr berief man ihn zum Pfarrer an der Kreuzkirche ebenda und 1596 wirkte er als Pfarrer an der St. Georgs- oder auch Marktkirche.
Der Ahnherr der hannoverschen Familie Erythropel heiratete am 9. Juni 1588 in Hannover Margarethe Falkenreich (* 20. Oktober 1571 in Hannover; † 27. August 1633 ebd.), To. d. Ratsherrn in Hannover Gottschalk Falkenreich und dessen Frau Catharina (geb. Jungknecht). Aus der Ehe gingen vier Söhne und fünf Töchter hervor. Drei Söhne und eine Tochter überlebten Vater und Mutter. Von den Kindern kennt man:
Aus den Zeiten der Pest in Hannover ist ein Beleg für die Behauptung überliefert, dass scheinbar Verstorbene mitunter lebendig begraben wurden: Als ein Freund Erythropels bestattet werden sollte, ließ der Pastor vor der Beisetzung den Deckel des Sarges noch einmal öffnen. Da richtete sich der „Tote“ auf und „entbot dem Geistlichen einen Gruß“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Erythropel, Rupert |
| ALTERNATIVNAMEN | Erythropilus, Rupertus; Rothut, Rupert; Erytropilus, Rupertus; Erythropel, Ruppertus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher lutherischer Theologe, Stammvater der hannoverschen Familie Erythropel |
| GEBURTSDATUM | 1556 |
| GEBURTSORT | Schmallenberg |
| STERBEDATUM | 7. Oktober 1626 |
| STERBEORT | Hannover |