Ruppertsweiler

Wappen Deutschlandkarte
Ruppertsweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ruppertsweiler hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 12′ N, 7° 41′ OKoordinaten: 49° 12′ N, 7° 41′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Pirmasens-Land
Höhe: 306 m ü. NHN
Fläche: 4,8 km²
Einwohner: 1453 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 303 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66957
Vorwahl: 06395
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 040
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 19
66953 Pirmasens
Website: www.ruppertsweiler.de
Ortsbürgermeister: vakant (geschäftsführend: Michael Becker, 1. Beigeordneter)
Lage der Ortsgemeinde Ruppertsweiler im Landkreis Südwestpfalz
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Karte

Ruppertsweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an.

Geographie

Lage

Ruppertsweiler liegt Wasgau, wie der Südteil des Pfälzerwaldes auch genannt wird. 66,1 % der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Die nächste größere Stadt ist das westlich gelegene Pirmasens. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Münchweiler an der Rodalb, Hinterweidenthal und Lemberg.

Erhebungen und Gewässer

Im Osten der Gemarkung erhebt sich der 434 Meter hohe Schnepfenberg sowie das 333 Meter hohe Langeck.

Die Rodalb streift den südöstlichen Rand des Siedlungsgebiets und bildet teilweise die Grenze zu Lemberg. Im Osten bildet der Salzbach die Gemarkungsgrenze zu Hinterweidenthal.

Geschichte

Mittelalter und frühe Neuzeit

Das Dorf Ruppertsweiler lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Lemberg.

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses durch ihren Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, war für den streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Anlass, militärisch zu intervenieren, da er die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Ruppertsweiler – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Ruppertsweiler – 1794 an Frankreich.

Jüngere Geschichte

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Pirmasens eingegliedert und unterstand der Mairie Pirmasens. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 150 Einwohner. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde der Ort im selben Jahr zunächst Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später kam Ruppertsweiler zum bayerischen Rheinkreis.

Von 1818 bis 1862 gehörte der Ort dem Landkommissariat Pirmasens an; aus diesem ging das Bezirksamt Pirmasens hervor. 1939 wurde Ruppertsweiler in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Pirmasens-Land zugeordnet.

Religion

Im Jahr 1202 bildete Ruppertsweiler eine Filiale der Pfarrei Pirmasens.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Ruppertsweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFWGGesamt
2024per Mehrheitswahl16 Sitze
2019331016 Sitze
201443916 Sitze
200943916 Sitze
200455616 Sitze

Bürgermeister

Das Amt ist derzeit vakant. Herbert Heid (CDU) wurde am 1. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Ruppertsweiler. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er mit einem Stimmenanteil von 74,33 % für fünf Jahre gewählt worden. Zum 15. April 2026 legte Heid das Amt vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde. Bei der Direktwahl am 12. Juli 2026 erreichte die einzige Bewerberin mit 47,3 % keine ausreichende Mehrheit. Daher wurde eine Wiederholungswahl erforderlich. Bei der Wahl am 25. Oktober erreichte keiner der drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit. Daher kommt es am 8. November 2026 zu einer Stichwahl zwischen Daniel Germann (Wählergruppe „Wir für Ruppertsweiler“; 40,3 % im ersten Wahlgang) und Guido Hahn (Einzelbewerber; 37,2 %).

Heids Vorgänger Guido Hahn (FWG), der das Amt fünf Jahre ausgeübt hatte, war 2024 nicht erneut angetreten. Von 2009 bis 2019 war Hans Föller (FWG) Ortsbürgermeister von Ruppertsweiler.

Wappen

Wappen von Ruppertsweiler
Wappen von Ruppertsweiler
Blasonierung: „Von Grün und Gold gespalten, rechts ein silbernes Horn mit rotgoldener Quaste, links drei rote Sparren.“
Wappenbegründung: Die Sparren entstammen dem Wappen von Hanau-Lichtenberg.

Die Flagge ist Weiß-Grün.

Kultur

Kulturdenkmäler

Vier Objekte in Ruppertsweiler stehen unter Denkmalschutz.

Bräuche

Ein alter Brauch in Ruppertsweiler ist der Pfingstquack, eine regionale Variante des Pfingstsingens.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ruppertsweiler ist über untergeordnete Straßen zu erreichen. Die Kreisstraße 36 verbindet die Gemeinde mit Münchweiler und Lemberg. Von ihr zweigt die Kreisstraße 92 Richtung Hinterweidenthal ab. Nordöstlich führt die B 10 vorbei. Über sie besteht zusätzlich Anschluss an die A 62 im Westen.

Militär

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Bestandteil der Pirmasens Military Community. Auf dem Gemeindegebiet befanden sich der NATO-Kommandobunker „Arius RUF 1“, der als Ausweichsitz des NATO-Hauptquartiers AIRNORTH diente, sowie das Ruppertsweiler Warehouse 7608 und die Ruppertsweiler Ammo Area 65, die alle 1992 aufgegeben wurden. Bis dahin befand sich in Ruppertsweiler außerdem ein Soldatensender des American Forces Network.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Ruppertsweiler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Knöpp, S. 10; Matt, S. 9.
  3. ↑ Beamtenverzeichniß.
  4. ↑ Guido Hahn (Wahlleiter): Bekanntmachung über die Durchführung der Mehrheitswahl zum Gemeinderat Ruppertsweiler. (PDF; 66 kB) Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, 14. Mai 2024, abgerufen am 8. Juli 2024.
  5. ↑ Gemeinderat Ruppertsweiler. Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, abgerufen am 8. Juli 2024.
  6. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. 1 2 Konstituierende Gemeinderatssitzung in Ruppertsweiler. In: Amtsblatt VG Pirmasens-Land, Ausgabe 27/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 8. Juli 2024.
  8. ↑ Ruppertsweiler, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Ruppertsweiler. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 8. Juli 2024.
  9. ↑ Michael Elig: Rücktritt: Herbert Heid nicht mehr Ortsbürgermeister in Ruppertsweiler. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 14. April 2026, abgerufen am 12. Juli 2026.
  10. ↑ Ortsbürgermeisterwahl: Einzige Kandidatin abgelehnt. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 12. Juli 2026, abgerufen am 12. Juli 2026.
  11. ↑ Michael Elig: So lief die Bürgermeisterwahl in Ruppertsweiler. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 26. Oktober 2026, abgerufen am 1. November 2026 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  12. ↑ Michael Elig: Tausch an Gemeindespitze. Amtsübergabe. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 26. Juni 2019, abgerufen am 6. April 2020.
  13. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Pirmasens-Land, Verbandsgemeinde, zehnte Ergebniszeile. Abgerufen am 6. April 2020.