
Ruth Bamberg (* 30. Dezember 1961 in Duisburg) ist eine deutsche Medienkünstlerin. Ihr Werk umfasst Videoinstallationen, Video-Klang-Environments, fotografische Inszenierungen und partizipative Projekte und verbindet medientechnologische mit sozialen, historischen und politischen Fragestellungen. Seit den 2020er Jahren bildet die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Wiedererstarken des Rechtsextremismus in Europa einen Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Bamberg studierte Architektur. Bereits während des Studiums sammelte sie Erfahrung in der Filmproduktion, unter anderem bei den Dreharbeiten zu Sönke Wortmanns Drei-D (1988) im Ruhrgebiet. Im Anschluss war sie Produktionsleiterin bei Christoph Schlingensiefs 100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker (1989). Anfang der 1990er Jahre wandte sie sich der Videokunst zu. Sie besuchte Lehrveranstaltungen bei Richard Kriesche (Medientheorie, Telematische Skulptur, Digitale Bildtechnologien) an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main sowie bei Dara Birnbaum an der Hochschule für Bildende Künste Frankfurt am Main (1990–1993). 1994 gründete sie gemeinsam mit Marion Leyh, Urs Peter Schneider und Philippe Micol die Künstlergruppe Androgyn in Bern und Frankfurt am Main. 1997 folgte die Gründung der Videowerkstatt „accidental“ in der Halle 13 in Duisburg.
Bamberg lebt und arbeitet in Duisburg. Sie war mit Philippe Micol verheiratet, mit dem sie auch künstlerisch zusammenarbeitete. Ihr gemeinsamer Sohn Jonathan Bamberg ist Schauspieler.
Frühe Werke arbeiten mit Kollaborations- und Feedback-Mechanismen. Ab Ende der 1990er Jahre entstanden in Zusammenarbeit mit Philippe Micol Video-Klang-Installationen, später Video-Klang-Environments, darunter lichtbotschaft vertikaler himmel (2003) im Rheinischen Landesmuseum Bonn. In den 2010er Jahren erweiterte Bamberg ihre Arbeit um partizipative und sozialräumliche Ansätze. Im Rahmen des Themenjahrs „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ entstand Lob-Preis (2020/21), eine Videoarbeit über das Gemeindeleben der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen während der COVID-19-Pandemie.
Mit dem 2022/23 entwickelten ELIZA Dialog Dome verlagerte Bamberg ihre partizipativen Ansätze in den virtuellen Raum: ELIZA ist eine webbasierte, barrierefreie Plattform für Dialog- und Beteiligungsformate, entwickelt mit dem Entwicklerteam Tuijo. Daraus entstand 2023 die Performance Let It Happen mit Jonathan Bamberg.
Mit den Arbeiten Last Generation (2022–2024), Next Generation (2024/25) und der Werkreihe Oradour-sur-Glane, 2025 fotografierte Bamberg an europäischen Erinnerungsorten, darunter Oradour-sur-Glane (Frankreich), Utøya (Norwegen), Auschwitz-Birkenau (Polen) sowie Gedenkorte in Duisburg. Being Foreign (2025) ist eine mediale Rauminstallation zur Reflexion über Künstliche Intelligenz.
In den Jahren 2025/26 leitete Bamberg für Bahtalo e.V. die Medienwerkstatt zum Projekt RESIST! – Deine Story, Deine Stimme!, in dem Jugendliche die Lektüre von Graphic Novels mit eigener digitaler Medienproduktion verbanden. Das Projekt erhielt 2026 den 2. Platz des Deutschen Lesepreises in der Kategorie „Herausragende Leseförderung mit digitalen Medien“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bamberg, Ruth |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Medienkünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 30. Dezember 1961 |
| GEBURTSORT | Duisburg |