Ruth Lambert

Ruth Lambert (geboren am 24. Januar 1914 in Thionville, Reichsland Elsaß-Lothringen; gestorben 17. November 1996 im 5. Arrondissement von Lyon) war eine jüdische französische Sozialarbeiterin und Widerstandskämpferin. Sie arbeitete für das Œuvre de secours aux enfants (OSE) und konnte zusammen mit Elisabeth Hirsch und Ninon Haït-Weyl Hunderte von jüdischen Kindern und Jugendlichen aus den Internierungslagern in Frankreich herausholen.

Leben

Lambert wurde in eine praktizierende jüdische Familie hineingeboren. Sie war die Tochter von Isidore und Elma Lambert. Sie hatte vier Geschwister, darunter Ernest, Albert und Selma.

Bis zu ihrem 16. Lebensjahr absolvierte sie eine Ausbildung zur Lehrerin in Thionville. Mit 17 Jahren kam sie als Sekretärin nach Straßburg in das Jüdische Mädchenheim. Sie engagierte sich in der Pfadfinderarbeit (Éclaireuses et éclaireurs israélites de France).

Lambert wurde 1940 von Andrée Salomon von der Œuvre de secours aux enfants (OSE) angeworben. Sie war von Februar 1941 bis Juni 1943 leitende Sozialarbeiterin der OSE im Camp de Gurs, mit Ausnahme des zweiten Halbjahres 1942, einer Zeit, in der sie vom Lagerleiter aus Gurs ausgewiesen wurde, da ihr Verhalten als zu günstig für die Internierten beurteilt wurde. Neben Salomon arbeitete sie mit Dora Werzberg, die auch von Salomon für die OSE in Gurs angeworben worden war, und dem Pater Albert Gross (1904–1975), dem Vertreter von Caritas Schweiz in Gurs, zusammen.

Nach dem Krieg zog sich Lambert in das Kloster der Sœurs du Prado in Lyon zurück, wo sie am 1996 im Alter von 82 Jahren starb.

Im Archiv des OSE befindet sich ein von Lambert 1984 verfasstes Manuskript mit ihren Erinnerungen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Eintrag zu Ruth Lambert in Fichier des personnes décédées (französisch).
  2. ↑ Mordecai Paldiel: Saving One's Own: Jewish Rescuers During the Holocaust. University of Nebraska Press, Lincoln, NE 2017, ISBN 978-0-8276-1297-6, S. 246 f. (google.de).
  3. ↑ Alexandre Bande: Ernest Lambert. Musée de la Résistance, abgerufen am 28. August 2026.
  4. 1 2 Ruth Lambert. In: Gurs, bulletin de liason et l'information, no. 69. Amicale du Camp de Gurs, September 1997, S. 7, abgerufen am 28. August 2026.
  5. ↑ Joseph Ben Brith fait don à l'Amicale des archives de Ruth Lambert. In: Gurs, bulletin de liason et l'information, no. 82. Amicale du Camp de Gurs, Januar 2001, S. 5, abgerufen am 28. August 2026 (mit Fotos von Salomon, Werzberg, Gross und Kindern).
  6. ↑ Debórah Dwork und Robert Jan Van Pelt: Holocaust: A History. W. W. Norton & Company, New York City 2002, ISBN 978-0-393-32524-9, S. 236.
  7. ↑ Les ONG (Œuvres philanthropiques) (1940–1943), Les Œuvres juives. In: L'histoire du camp. Mémorial du Camp de Gurs, abgerufen am 28. August 2026.
  8. ↑ Katy Hazan: Salomon, Andrée née Sulzer (1908–1985). Le Groupe de Recherche en Histoire du Service Social (GREHSS), Mai 2021, abgerufen am 28. August 2026.
  9. ↑ Ruth Lambert: Le camp de Gurs. Souvenirs. Manuskript, Archiv des OSE, Lyon 1984.