| Fernsehsendung | |
| Titel | SRF school |
|---|---|
| Originaltitel | Schulfernsehen |
| Produktionsland | Schweiz |
| Originalsprache | Deutsch |
| Genre | Bildungsfernsehen |
| Ausstrahlungsturnus | Jeden Samstag |
| Produktionsunternehmen | Schweizer Radio und Fernsehen |
| Premiere | 10. Juni 1964 auf |
SRF school ist ein multimediales Bildungsangebot des Schweizer Radio und Fernsehen. Auf der Webseite stehen Videos zur Verfügung, die für den Einsatz in der Schule konzipiert sind. Zudem finden Lehrpersonen dort Unterrichtsmaterial in Form von Zusammenfassungen, Unterrichtseinheiten und Arbeitsvorschlägen.
Die Beiträge richten sich an Schülerinnen und Schüler der Primar-, Sekundar- und Gymnasialstufe und decken lehrplanrelevante Themen ab. Beiträge, die für die Volksschule gedacht sind, orientieren sich am Lehrplan 21. Am Samstag werden diese Beiträge auf SRF 1 ausgestrahlt, jeweils von 10.30 bis 12 Uhr. Der überwiegende Teil der Beiträge ist deutschsprachig, vereinzelte Beiträge werden aber auch in den anderen Landessprachen der Schweiz - Französisch, Italienisch und Rätoromanisch - angeboten. Zudem gibt es für den Englischunterricht auch englischsprachige Videos.
Zahlreiche Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema Medienkompetenz. Dabei werden Aspekte wie Datenschutz, Fake News, Soziale Medien, Videospiele, Programmiersprachen oder Sexting und Cybermobbing beleuchtet. Themen, welche die Lebenswelt der heutigen Jugend tangieren und auch im Lehrplan 21 vorkommen.
Den Schulfunk als Radiosendung führte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) bereits am 1. November 1931 ein, nachdem seit dem 28. Oktober 1929 erste Schulfunk-Versuchssendungen ausgestrahlt wurden. Zusammen mit den Lehrkräften entstanden pro Jahr etwa zwanzig Radiosendungen. Jahre später, im Dezember 1944, informierte sich die Schulfunkkommission Beromünster über das Wesen und die Bedeutung des Fernsehens – lange vor dem Beginn des Schweizerischen Fernseh-Versuchsbetriebes. Bis sich das Schulfernsehen durchzusetzen vermochte, vergingen aber noch 20 Jahre.
Gegen die Idee eines Schulfernsehens machte sich reger Widerstand breit. Teile der Lehrerschaft lehnten die Einführung des Schulfernsehens ab. Sie sorgten sich um das «imaginative Vermögen des Kindes», das durch die Bilderflut einer «fragwürdigen Sache» – dem Fernsehen – gelähmt würde. Das Schulfernsehen werde die Menschen nicht zur Ruhe, zur Besinnlichkeit und zum Nachdenken führen – im Gegenteil. Auch wurde darauf hingewiesen, dass angesichts des engen Stundenplans für den Einsatz des Fernsehens in der Schule die Zeit fehle.
Zahlreiche Politiker, unter anderem auch der damalige Bundesrat und Vorsteher des eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements, Giuseppe Lepori, lehnten die Einführung des Schulfernsehens ab. Der Bundesrat wollte im Herbst 1956, als der Verfassungsartikel über das Radio und Fernsehen zur Diskussion stand, jeglichen Anschein einer offiziellen Propaganda für das Fernsehen vermeiden. Zudem seien Fernseh-Schulfunksendungen «gewiss nicht das Dringendste, auch nicht bei einer definitiven Einführung des Fernsehens».
Trotz dieser Widerstände gelang es am 14. Juni 1961 der Schulfunkkommission dann doch, einen Schulfernseh-Versuch durchzuführen. Dabei wurden die Sendungen «Plankton» mit Hans A. Traber und «Sonnenfinsternis» ausgestrahlt. Insgesamt sahen 225 Schulklassen diese Beiträge. Die teilnehmende Lehrerschaft wurde aufgefordert, den Versuch kritisch zu prüfen und im Anschluss einen Fragebogen auszufüllen.
Bei vielen Pädagogen fanden, trotz anfänglicher Skepsis, die Versuchssendungen eine überwiegend positive Zustimmung. Dies ebnete den Weg für einen regelmässigen Schulfernsehbetrieb in der deutschsprachigen Schweiz. So wurde drei Jahre später, am 10. Juni 1964, eine offizielle Versuchsreihe lanciert. Die erste Sendung «Das Parlament» berichtete in schulmeisterlicher Manier über Kontinuität und Veränderungen in der Schweizer Demokratie. Der Moderator Hans May war zugleich Lehrer. Er sass hinter einem grossen Pult und dozierte in die Kamera.
Die erste Schweizer Schulfernsehsendung wurde somit noch vor der Einführung des Farbfernsehens und der Schaltung des ersten Werbespots ausgestrahlt. In dieser Pionierzeit mussten die hochdidaktischen Sendungen des Schulfernsehens klassenweise, oft im Singsaal, angeschaut werden.
Die im Jahr 1964 lancierte Versuchsreihe wurde fortgeführt, bis 1981 eine Zusammenarbeit zwischen der SRG und der Konferenz der Schweizerischen Erziehungsdirektoren (EDK) zustande kam, basierend auf einer Leistungsvereinbarung zwischen den Institutionen. Offiziell war das Schulfernsehen dann erstmals 1985 auf Sendung.
Anfang der 1980er-Jahre wurde die VHS-Kassette eingeführt. Sie bedeutete einen entscheidenden Schritt für die Nutzung des Schulfernsehens. Erst so konnten die Lehrpersonen TV-Beiträge aufnehmen und dann zeigen, wann sie wollten - unabhängig von der TV-Ausstrahlung. Dies ermöglichte es ihnen auch, Beiträge zu pausieren oder zurückzuspulen. Ab Mitte der 1990er-Jahre löste die DVD allmählich die VHS-Kassetten ab.
Ab 1981 begleitete das Fachmagazin «Achtung Sendung» die Beiträge des Schulfernsehens und lieferte Unterrichtsmaterial. Sieben Mal jährlich erschien diese Printpublikation. Entwickelt wurde sie vom damaligen Redaktionsleiter Felix Brugger in Kooperation mit der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ILZ). Die Zeitschrift beinhaltete eine Programmvorschau, mit der Lehrpersonen das Angebot des Schulfernsehens leichter verfolgen und aufzeichnen konnten. Zudem beinhaltete diese auch Inhaltszusammenfassungen mit Zeitangaben, Lernziele für die Schülerinnen und Schüler und Unterrichtsmaterial in Form von Lektionsskizzen und Arbeitsblättern. Ende 2007 wurde das Fachmagazin «Achtung Sendung» eingestellt.
Mit schulfernsehen.ch wagte sich das Schulfernsehen am 1. Oktober 2000 erstmals ins Internet. Auf der Webseite standen einzelne Videos online zur Verfügung – und die DVDs wichen allmählich dem Video on Demand (VoD). Seit 2002 wurden auf der Webseite auch unterstützende Zusatzmaterialien wie Inhaltsangaben, Lektionsskizzen oder Beobachtungsblätter für Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler angeboten.
Bis zum 18. Mai 2007 lief die Sendung unter dem Titel «Schulfernsehen». Ab dem 21. Mai 2007 hiess die Sendung dann «SF Wissen mySchool» und ab dem 30. August 2010 «SF mySchool». Die vorletzte Namensänderung erfolgte im Dezember 2012 hin zu «SRF mySchool», die letzte Namensänderung dann im September 2021 hin zu «SRF school».
Die Welt für Kinder einfach erklärt: Die wöchentlichen Nachrichten berichten einfach und verständlich über nationale und internationale Ereignisse, zeigen Reportagen mit Kinderreportern/-innen und Schulklassen und erklären komplexe Inhalte in animierten Videos. Die Sendung wird von Anna Zöllig, Angela Haas und Sandro Morof moderiert. Jeden Donnerstag erscheint eine neue Folge auf Play SRF, auf dem YouTube-Kanal von SRF Kids und wird auf SRF 1 im linearen TV ausgestrahlt. Für den Einsatz im Unterricht stellt SRF school Quiz und Unterrichtsmaterial zur Verfügung.
In den Erklärvideos der Videoreihe «SRF Kids - Clip und klar!» beantworten die Moderatoren Raphi Labhart und Reena Thelly Fragen aus allen Bereichen, die in der Primarstufe behandelt werden. Die kurzen Videos orientieren sich am Lehrplan 21 und stellen den Spass am Wissen in den Vordergrund. Sie sind auf srf.ch/school, auf Play SRF und auf dem YouTube-Kanal von SRF Kids zu sehen.