STCW-Übereinkommen

Das Internationale Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW-Übereinkommen von engl. International Convention on Standards of Training, Certification and Watchkeeping for Seafarers) ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der 1978 im Rahmen der Internationale Seeschifffahrts-Organisation ausgehandelt worden ist. Aktuell gültige Version ist das 1995 geänderte STCW-Übereinkommen (STCW 95), das wiederum zwischenzeitlich mehrfach kleinere Änderungen erfuhr.

Hintergründe

Das STCW-Übereinkommen sollte international vergleichbare Standards in der Ausbildung von Seeleuten schaffen. Dafür wurden auch die vielen unterschiedlichen nationalen Befähigungsnachweise nach und nach vereinheitlicht. Das Übereinkommen enthält auch allgemeine Verfahrensanweisungen für im Wachdienst (Brücke, Maschine, Ladungsumschlag) eingesetztes Personal.

Das STCW-Übereinkommen gilt auch für Schiffe aus Flaggenstaaten, die das STCW-Übereinkommen nicht ratifiziert haben, sofern sie den Hafen eines Vertragsstaates besuchen.

Die Besichtiger der Hafenstaatkontrolle (in Deutschland die BG Verkehr, Dienststelle Schiffssicherheit) prüfen unter anderem, ob die Vorgaben des STCW-Übereinkommens eingehalten werden.

Geltungsbereich

Der STCW-Code gilt auf allen Schiffen, deren Flaggenstaat das STCW-Übereinkommen ratifiziert haben, sowie auch auf allen anderen Schiffen, die einen Hafen oder das Hoheitsgebiet eines Vertragsstaates anlaufen.

Das Übereinkommen gilt nur auf Handelsschiffen, nicht auf Marine- und Behördenschiffen, Fischereifahrzeugen und Privatyachten.

Aufbau

Der STCW-Code besteht aus dem verbindlichen Teil A und dem Teil B, welcher lediglich Empfehlungen enthält.

Im Teil A befinden sich folgende acht Kapitel:

Allgemeine Bestimmungen, wie Anerkennungsvermerke, Verlängerungen und Gültigkeitsdauern sowie Gesundheitsnormen
Nautische Befähigungszeugnisse für Kapitän, nautische Offiziere und wachbefähigte Decksbesatzung
Technische Befähigungszeugnisse für Leitenden Ingenieur, technische Ingenieure und wachbefähigte Maschinenbesatzung. Außerdem wird ab 2017 in Kapitel III die Zertifizierung des Elektrotechnischen Schiffspersonals (STCW III/6 und III/7) geregelt.
GMDSS-Zeugnisse
Zeugnisse für den Dienst auf besonderen Schiffstypen wie Tankern (STCW V/1), Fahrgastschiffen (STCW V/2) oder Schiffen, die dem IGF-Code unterliegen (STCW V/3).
Zeugnisse im Zusammenhang mit der Arbeitssicherheit (STCW VI/1), Rettungsbootsmann (STCW VI/2) oder auch der Gefahrenabwehr (STCW VI/6, siehe ISPS-Code)
Alternative Zeugnisse, wie die Zertifizierung der Schiffsmechaniker (STCW VII/2)
Zeugnisse in Zusammenhang mit dem Wachdienst

Befähigungszeugnisse

Beispiel eines vom BSH ausgestellten Zertifikates gemäß STCW II/1

Im STCW-Code sind ebenfalls die Befähigungszeugnisse für diverse Ränge festgelegt.

Hier wird nach folgendem Muster verfahren:

Daraus ergeben sich die bekannten STCW-Kürzel, einige Beispiele:

In manchen Ländern fällt das Befähigungszeugnis mit dem Seeleute-Ausweis zusammen.

Quellen

  1. ↑ Sachbegriff „STCW-Übereinkommen“ in der Deutschen Nationalbibliothek unter https://d-nb.info/gnd/4668447-5
  2. ↑ STCW-Übereinkommen (Memento vom 30. Oktober 2014 im Internet Archive), Zusammenfassung des STCW-Codes
  3. ↑ Neue Anforderungen ab 2017, Warshah Superyacht Academy.