Salzburger Nockerln

Salzburger Nockerln

Salzburger Nockerln (auch: Nockerl, Nocken oder Nüdei) sind eine typische Salzburger Süßspeise. Sie sind eine Art Soufflé und werden warm als Dessert serviert.

Geschichte

Salzburger Nockerln mit Zwetschgen und Vanillesoße

Die Süßspeise soll Gerüchten zufolge im frühen 17. Jahrhundert von Salome Alt, der heimlichen Ehefrau des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau, erfunden worden sein und soll angeblich drei verschneite Salzburger Hausberge, nämlich Festungsberg, Kapuzinerberg und Mönchsberg darstellen. Dazu gibt es aber keine Belege oder Hinweise, besonders, da der für die Herstellung von heutigen Salzburger Nockerln notwendige Backofen zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfunden wurde. Denkbar wäre eine Herstellung damaliger Nockerln als Pfannengericht. Gerüchte zur Herkunft der Süßspeise sind in der Literatur erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt.

Erstmals scheint der Begriff "Salzburger Nockerl" um 1840 in der romantischen Zeit der Rückbesinnung auf. Damals war Salzburg kein eigenständiges Land, sondern unter dem Namen "Salzachkreis" ein wenig bedeutsamer Teil von "Österreich ob der Enns" (also von Oberösterreich). Zuerst waren die Nockerln eine gekochte Suppeneinlage, also waren Nocken d. h. eiförmige bzw. spätzleartige Teigformen, wie sie in der bayerisch-salzburgischen bzw. der süddeutsch-österreichischen Küche wohl seit der frühen Neuzeit beliebt sind. Noch bis um 1910 wurden „Salzburger Nockerl“ in Form solcher Teigwaren gekocht. Nach 1910 tauchen diese Nockerl dann mit französischen Vorbildern – dank der neuen nun gut regelbaren elektrischen Herde – in der Literatur zunehmend als Backware auf.

Zubereitung

Die Salzburger Nockerln werden zubereitet, indem man Eiweiß mit Zucker aufschlägt und danach Dotter, Vanillezucker und wenig Mehl vorsichtig einrührt, sodass die Eigelbstreifen in der Masse noch sichtbar sind. Aus der luftigen Masse werden drei pyramidenförmige Nockerln ausgestochen, in eine befettete und evtl. mit Zucker ausgestreute, feuerfeste Form gesetzt und im Ofen gebacken. Im letzten Drittel der Backzeit wird etwas heiße Milch mit Vanillezucker seitlich in die Form gegossen. Die fertigen Nockerln werden mit Staubzucker bestäubt und müssen sofort serviert werden, da sie sonst zusammenfallen.

Varianten

In einigen Gaststätten und Cafés werden die Nockerln mit warmer Himbeersauce serviert. Die Rezeptur der Nockerln ist von Gaststätte zu Gaststätte verschieden, jedoch sind die Grundzutaten wie Zucker, Ei und Mehl immer enthalten, ansonsten dürften sich diese Speisen nicht Original Salzburger Nockerln nennen. Das Originalrezept bestand jedoch aus einer Brandteigmasse:

„Aus dem Brandteig wurden mittels eines Löffels oder des Spritzsackes Nockerln in die kochende Milch eingelegt, dann in einer Schüssel angerichtet, mit Eidotter, Obers oder Milch und Vanillezucker (oder Schnee mit Zucker) übergossen und im Rohr kurz überbacken.“

– Sacher Kochbuch, S. 507

Das Salzburger Nockerl in Literatur, Musik und Sport

Rezeption

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Wikibooks: Kochbuch/ Salzburger Nockerln – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Krapfen, Kipferl, Brezen & Co: Das Traditionsgebäck der österreichischen Bäuerinnen. Loewenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H., Innsbruck-Wien-Bozen 2010, ISBN 978-3-7066-2477-0, S. 131. und https://www.planet-wissen.de/kultur/mitteleuropa/salzburg/pwiesalzburgernockerl100.html
  2. ↑ Salzburger Nockerln. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, abgerufen am 24. Mai 2026.
  3. ↑ Siehe z. B. Floritzdorfer Zeitung, 28. Dezember 1908.
  4. ↑ Zum Beispiel erwähnt in: Salzburger Wacht, 11. März 1911; Illustriertes Familienblatt. Häuslicher Ratgeber für Österreichische Frauen, Heft 36, 1913.
  5. ↑ Franz Maier-Bruck, fachliche Beratung Ernest Richter: Das Große Sacher Kochbuch. Die österreichische Küche. Schuler Verlagsgesellschaft, Herrsching 1984, ISBN 978-3-7796-5070-6, S. 506 f.
  6. ↑ Salzburger Nockerln. Eintrag Nr. 171 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.