
Samuel Clarke (* 11. Oktober 1675 in Norwich; † 17. Mai 1729 in London) war ein englischer Philosoph, Theologe und Vordenker der Aufklärung.
Samuel Clarke war ein Sohn von Edward Clarke († um 1723), einem Tuchfabrikanten sowie Parlamentsmitglieds und dessen Frau Hannah Parmenter. Von 1685 bis 1690 besuchte er die Free grammar school in Norwich. 1691 immatrikulierte Clarke sich am Gonville and Caius College in Cambridge. Dort erwarb er 1695 seinen Bachelor of Arts. In der dafür erforderlichen Disputation verteidigte er eine These aus Isaac Newtons Philosophiae Naturalis Principia Mathematica. Von 1696 bis 1700 war Clarke Fellow dieses College.
1697 übersetzte Clarke das Physiklehrbuch Traite de physique des Descartes-Anhängers Jacques Rohault ins Lateinische versehen mit Anmerkungen, in denen er die Newtonsche Sichtweise darlegte. Das Buch fand in England als Physiklehrbuch weite Verbreitung und wurde 1723 durch John Clarke (1682–1757) ins Englische übersetzt.
Am 7. August 1698 wurde er als Diakon ordiniert und wurde Kaplan von John Moore, dem Bischof von Norwich. 1704 und 1705 hielt er die Boyle-Lectures. Diese erschienen unter den Titeln A demonstration of the being and attributes of God (London 1705) und A discourse concerning the unchangeable obligations of natural religion (London 1706).
1706 wurde er Kaplan von Queen Anne. Außerdem erschien seine Übersetzung von Newtons Opticks ins Lateinische als Optice.
Wie in diesen beiden Werken eine neue Begründung der natürlichen Theologie oder Vernunftreligion als christliche „Philosophie der Freiheit“ (philosophy of liberty) gegenüber dem deterministischen Pantheismus und Atheismus, so versuchte er in seinem dritten Hauptwerk Discourse concerning the unchangeable obligation of natural religion (London 1708) eine solche der natürlichen Moral. Um Spinoza und Thomas Hobbes, die er als seine Hauptgegner betrachtete, mit ihren eignen Waffen zu schlagen, bediente er sich wie diese der mathematischen als der vom Einfluss der Willkür unabhängigsten Demonstration. Um gegenüber den moralischen Skeptikern, wie Pierre Bayle und Michel de Montaigne, allgemein gültige moralische Grundsätze zu formulieren, berief er sich auf das unwillkürliche (willenlose) Urteil der Vernunft über Schicklichkeit (fitness) und Unschicklichkeit (unfitness) auf Grundlage der goldenen Regel.
Durch die beiden ersten Werke wurde er das Haupt der rationalistischen Strömung in der englischen Theologie, durch das dritte der Vorläufer der auf den Ausspruch der Vernunft als eines innern Sinnes für das Gute und Schöne sich stützenden englischen (und schottischen) Moralistenschule.
Da er die These begründete, dass die Bibel nichts der Vernunft Widersprechendes enthalte, geriet er alsbald bei der orthodoxen anglikanischen Geistlichkeit in den Verdacht der Ketzerei und wurde infolge seines vorgeblich arianisch gefärbten Buches The scripture-doctrine of the Trinity (London 1712) aus der Zahl der königlichen Kabinettsgeistlichen gestrichen.
Bekannt wurde er durch seinen Streit mit Gottfried Wilhelm Leibniz, in dem Clarke seine und die Philosophie von Newton gegen Einwände von Leibniz, gegen den Leibnizschen Determinismus und gegen den Atheismus-Verdacht verteidigte, den Leibniz gegen Newton erhoben hatte. Clarke veröffentlichte den Schriftwechsel unter dem Titel A collection of papers which passed between the late learned Mr. Leibnitz and Dr. Clarke […]. (London 1717).
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Clarke, Samuel |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Theologe und Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 11. Oktober 1675 |
| GEBURTSORT | Norwich |
| STERBEDATUM | 17. Mai 1729 |
| STERBEORT | London |