Samuel Mago

Samuel Mágó (* 1996 in Budapest, Ungarn) ist ein Wiener Schriftsteller, Journalist und Roma-Aktivist. Er veröffentlicht auf Deutsch als auch auf Romanes und Ungarisch.

Mago gehört mittlerweile zu den wichtigsten Roma-Aktivisten Österreichs und ist Gründungsmitglied und ehemaliger Präsident der Hochschüler*innenschaft Österreichischer Roma und Romnja (HÖR), dem ersten Roma-Jugendverein in Österreich.

Leben

Samuel Mago wurde 1996 in Budapest geboren und lebt seit seinem vierten Lebensjahr mit seiner Familie in Wien. Er stammt aus einer Roma Musiker Familie mit jüdischen Wurzeln mütterlicherseits. 2014 maturierte er an der Albertgasse in Wien. Mago engagierte sich bereits früh in verschiedenen Roma Organisationen, im selben Jahr organisierte er die erste Jugendkonferenz zu Antiziganismus in Wien. Später wurde er Chefredakteur der Zeitung des Romano Centro (2016–2018).

Er studierte Transkulturelle Kommunikation an der Universität Wien und arbeitete nach seinem Abschluss auch als Dolmetscher und Übersetzer unter anderem für Romanes, Ungarisch und Deutsch. Zudem arbeitet er seit 2014 als Antiziganismus-Trainer.

Mago gilt als „einer der vielversprechendsten Vertreter der zeitgenössischen Literatur in Österreich“. Er gehört zu den wenigen (Roma) Autoren und Autorinnen Österreichs, die auf beiden Sprachen, Deutsch und Romanes, schreiben.

2015 erhielt er den exil-jugend-literaturpreis für seine Kurzgeschichte „zeuge der freiheit“. 2017 erschien sein Buch „glücksmacher – e baxt romani“, das er mit seinem Bruder Károly Mágó schrieb. „glücksmacher“ erschien auf Deutsch und Romanes und beinhaltet 13 Kurzgeschichten, die größtenteils auf wahren Erlebnissen basieren. Im Rahmen der BuchWien wurde Mago am 11. November 2016 mit dem Roma-Literaturpreis des Österreichischen PEN ausgezeichnet.

2020 folgte der zweisprachige Kurzgeschichtenband „bernsteyn und rose“, auf Romanes übersetzt von Samuel Mágó und Mozes Heinschink, den er im Februar 2021 im Literaturhaus Wien präsentierte. Darin beschreibt Mago „in klarer Sprache und lebendigen Bildern“ das Budapester Ghetto, in dem Roma und Juden Tür an Tür leben, die Šutka von Skopje, in der eine Gruppe selbstbewusste Romnja Karate trainieren, und einem Goldhändler in der Wollzeile, der einen Coup plant, den ein Rom für ihn ausführen soll. Die sechs Kurzgeschichten erzählen von Menschen und Schicksalen während des Krieges und in der Nachkriegszeit und werfen einen „differenzierten Blick auf die Frage nach der eigenen Identität“. Der Text "Die Stadt ohne uns" ist angelehnt an das Werk Die Stadt ohne Juden von Hugo Bettauer. Er erschafft in seinen Texten positive Gegenbilder und erzählt seine von starken Frauen geprägte Familiengeschichte. Auf dem Buch-Umschlag ist ein Foto seiner Großmutter in jungen Jahren abgebildet.

2021 publizierte er seinen ersten Lyrik-Band im Löcker Verlag „unter meiner haut - tela muri motij“. Seine Literatur wird als nicht nur poetisch, sondern auch politisch beschrieben; als gleichermaßen Aktivismus wie Gedenkarbeit.

Am 8. April 2021, 50 Jahre nach dem ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971, rief Samuel Mágó gemeinsam mit Sladjana Mirković, Saška Dimić und Laura Darvas die HÖR ins Leben. Die Gründung der Hochschüler*innenschaft Österreichischer Roma und Romnja basierte auf dem Wunsch eine politische und soziale Interessensvertretung für Studierende der Volksgruppe zu bilden. Die HÖR stellt den ersten Roma-Jugendverein Österreichs dar, seine erste Präsidentin war Sladjana Mirković.

Werke (Auswahl)

Bücher

Auszeichnungen

Literatur und Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Samuel Mago: "Bernsteyn und Rose" und "Unter meiner Haut" | Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. 23. Mai 2021, abgerufen am 30. September 2026 (deutsch).
  2. ↑ Samuel Mago – kollektiv sprachwechsel. Abgerufen am 30. September 2026 (deutsch).
  3. 1 2 oe1.orf.at: Samuel Mago, Schriftsteller und Antiziganismus-Aktivist | DO | 28 10 2021 | 21:00. Abgerufen am 30. September 2026.
  4. ↑ Biografien: Österreichische Gesellschaft für Literatur. Abgerufen am 30. September 2026.
  5. 1 2 Susanne Horvath: Samuel Mágó | zweiter Kurzgeschichtenband „Bernsteyn und Rose“. 22. März 2021, abgerufen am 30. September 2026.
  6. ↑ Samuel Mago. In: Literaturhaus Graz. Abgerufen am 30. September 2026.
  7. ↑ Burgenland-Roma – Samuel Mago. Abgerufen am 30. September 2026.
  8. ↑ Literaturhaus Wien – Netzwerk der Literaturhäuser. Abgerufen am 30. September 2026.
  9. ↑ Samuel Mago, Schriftsteller und Antiziganismus-Aktivist | FR | 29 10 2021 | 16:05. oe1.orf.at, abgerufen am 30. September 2026.
  10. ↑ Katharina Graf-Janoska: „HÖR“ | Erster Jugend Verein der Roma und Romnja in Österreich. 12. April 2021, abgerufen am 30. September 2026.
  11. ↑ Presse-Service: Archivmeldung: Förderungspreise der Stadt Wien 2022 für Kultur und Wissenschaft. 3. Februar 2023, abgerufen am 30. September 2026.


Personendaten
NAME Mago, Samuel
ALTERNATIVNAMEN Mágó, Samuel
KURZBESCHREIBUNG ungarisch-österreichischer Schriftsteller, Journalist und Roma-Aktivist
GEBURTSDATUM 1996
GEBURTSORT Budapest, Ungarn