Die San Felipe el Real (zentrum) im Gefecht mit den britischen Schiffen Superb und Kent | ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
Die San Felipe el Real war ein 80-Kanonen-Linienschiff der spanischen Marine, das von 1717 bis 1718 in Dienst stand.
Am 30. November 1714, und damit zum Ende des Spanischen Erbfolgekriegs, wurde Bernardo Tinajero de la Escalera Marineminister und somit auch erstmals eine vereinigte spanische Marine (Real Armada) gegründet. Für diese Marine waren bereits vor Gründung acht Linienschiffe mit 60 Kanonen und eines mit 80 Kanonen bestellt worden. Das 80-Kanonen-Schiff, die spätere San Felipe el Real, wurde von dem Admiral José Antonio de Gaztañeta entworfen und unter seiner Bauaufsicht ab 1714, mit Stapellauf am 24. Mai 1716, auf einer Werft im katalanischen Sant Feliu de Guíxols gebaut. Die Indienststellung erfolgte am 8. Juni 1717, wobei sie, neben der mit 72 Kanonen ausgerüsteten Príncipe de Asturias, das größte und kampfstärkste Schiff der damaligen spanischen Marine war.

Im Zuge der Politik der Revision der für die spanische Krone nachteiligen Ergebnisse des spanischen Erbfolgekrieges. Man beanspruchte weiter die Hoheit über die Königreiche Sardinien und Sizilien. Kamm es zu Spannungen, welche im Krieg der Quadrupelallianz (1717–1720) mündeten. In diesem Rahmen verließ die als Flaggschiff von Jefe de Escuadra Esteban de Mari eingesetzte San Felipe el Real vom 24. Juli bis 23. November 1717 den Hafen von Barcelona. In dieser Zeit sicherte sie einen Truppentransport von 8000 Soldaten, der im August 1717 erfolgreich auf der Insel Sardinien landete.
Im Folgejahr verließ das Schiff am 17. Juni, unter dem Kommando von Capitán de navío Pedro Despoix und als Flaggschiff von Jefe de Escuadra José Antonio de Gaztañeta, seinen Heimathafen für die Sicherung eines Geleitzuges zur Einnahme der Insel Sizilien. Nach der erfolgreichen Landung der spanischen Truppen kreuzte die Flotte in den Gewässern um Sizilien. Zum Schutz seines Handels und Unterstützung seiner Verbündeten hatte Großbritannien eine starke Flotte aus 22 Linienschiffen, unter dem Kommando von Admiral of the White George Byng, ins Mittelmeer entsandt. Diese trafen am 11. August 1718 vor dem Kap Passero an der Südspitze Siziliens auf die spanische Flotte.
In der folgenden Seeschlacht vor Kap Passero wurde die aus 12 Linienschiffen, 18 Fregatten und 11 Unterstützungsschiffen bestehende spanische Flotte unter dem Verlust von 10 versenkten und 17 gekaperten Schiffen geschlagen. Unter den gekaperten Schiffen befand sich auch die San Felipe el Real, welche ihre Flagge nach hartem Kampf gegenüber den britischen Schiffen Superb und Kent streichen musste.
Im Nachgang der Schlacht wurde die San Felipe el Real zusammen mit acht weiteren erbeuteten Schiffen in den Hafen von Maó, damalige Bezeichnung Port Mahon, auf der von den Briten kontrollierten Baleareninsel Menorca gebracht. Hier explodierte das Schiff aus unbekannten Gründen im September 1718, wobei 160 Briten und 50 Spanier getötet wurden.
Die San Felipe el Real war als Batterieschiff mit zwei durchgehenden Geschützdecks konzipiert und hatte eine Länge von 49,04 Metern (Geschützdeck) bzw. 40,40 Metern (Kiel), eine Breite von 13,47 Metern und einen Tiefgang von 6,78 Metern. Der Schiffsrumpf erstreckte sich vom am Bug befindlichen Galion zum im Heckbereich befindlichen Heckspiegel, in den Galerien integriert waren, die in die seitlich angebrachten Seitengalerien mündeten. Diese Bereiche waren aus Repräsentationsgründen durch zeitspezifische Schnitzereien und Bildhauerarbeiten geschmückt. An der obersten Position des Heckspiegels befanden sich traditionell bis zu drei Hecklaternen. Die Beplankung des Rumpfes war kraweel ausgeführt, das heißt, die Kanten der Planken stießen stumpf aufeinander, sodass eine glatte Außenfläche entstand.
Das Schiff war in der damals üblichen Rahtakelage als Fregattschiff mit drei Masten (Fockmast, Großmast und Kreuzmast) ausgeführt, lediglich am Kreuzmast befand sich auf der untersten Position (Unterbesansegel) ein Gaffelsegel und auf der Spitze des Bugspriets war zudem noch eine Mars und ein weiterer kleiner Mast, der Sprietmast angebracht, an dem ebenfalls noch ein kleines Rahsegel gesetzt werden konnte. Die Masten und Rahen bestanden aus Nadelholz, während das Tauwerk des laufenden und stehenden Gutes aus Hanf und die Segel aus Segeltuch gefertigt waren.
Die Bewaffnung bestand aus 80 Kanonen.
| Unteres Batteriedeck |
Oberes Batteriedeck |
Backdeck | Achterdeck | Kanonen (Geschossgewicht) | |
|---|---|---|---|---|---|
| Design | 30 × 24-Pfünder | 30 × 18-Pfünder | 4 × 6-Pfünder | 16 × 8-Pfünder | 80 Kanonen (255,805 kg) |