Santa Maria del Soccorso (Venedig)

Die Kirche und die Brücke, die ihren Namen trägt, 2017

Santa Maria del Soccorso, auch Santa Maria Assunta o del Soccorso, ist eine Kirche im venezianischen Sestiere Dorsoduro. Sie wurde zwischen 1578 und 1581 von der Dichterin und Kurtisane Veronica Franco, nach Zwischenetappen bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft, bei Santa Maria dei Carmini errichtet. Das Haus und die Kapelle blickten auf den Rio dei Carmini sowie den Ponte del Soccorso, die Brücke, die den besagten Kanal an dieser Stelle überspannt. Die Fondamenta Soccorso erstrecken sich ostwärts bis zur Kirche Santa Maria dei Carmini.

Geschichte

Folgt man Flaminio Corner, so wollte Veronica Franco Gott Wiedergutmachung leisten, indem sie anderen den Weg zur Erlösung erleichterte. So gründete sie 1578 einen geeigneten Ort. Mit Unterstützung ihr bekannter Adliger mietete sie eine geräumige Wohnung bei den Regularkanonikern, die als Theatiner bekannt waren. Zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten waren sie allerdings auf ihre eigenen Mittel sowie auf Almosen angewiesen. Auch wurden bald Frauen aufgenommen, die durch den lasterhaften Lebenswandel ihrer Ehemänner in Gefahr waren, ihren Glauben zu verlieren.

Das Haus wurde bald zu klein. Nach einer Zwischenlösung konnten die Frauen nach San Raffaele umziehen. Doch die Einrichtung hatte nur eine kurze Lebensdauer von drei Jahren.

So versuchte man die Frauen in ein Kloster zu vermitteln oder in eine geeignete Ehe. Erst nachdem das Haus am 11. Januar 1593 die Erlaubnis vom Großen Rat dazu erhalten hatte, konnten die Governatori ein eigenes Haus erwerben. Am 20. März desselben Jahres erhielten sie auch die Erlaubnis vom Patriarchen Lorenzo Priuli, eine Kapelle zu errichten. Sie wurde am 3. November 1609 von Lorenzo Prezzato, dem Bischof von Chioggia geweiht.

Die Einrichtung bestand bis 1807, als unter Napoleon die geistlichen Institute zusammengelegt bzw. geschlossen wurden. So kamen die Nonnen von San Giobbe nach Santa Maria del Soccorso. Der Priester Marco Batagia, Pfarrer von Santa Maria dei Carmini, erwarb die Gebäude, um dort verlassene Mädchen und junge Frauen unterzubringen.

Literatur

Commons: Santa Maria del Soccorso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 553 f.
  2. ↑ Giuseppe Tassini: Edifici di Venezia distrutti o vòlti ad altro uso diverso da quello a cui furono in origine destinati, Giovanni Cecchini, Venedig 1885, S. 81.

Koordinaten: 45° 25′ 59,7″ N, 12° 19′ 13″ O