| Heiligenkraut | ||||||||||||
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Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Santolina | ||||||||||||
| L. |
Heiligenkraut (Santolina) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 24 Arten der Gattung sind im westlichen Mittelmeerraum verbreitet. Am häufigsten findet sich das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus L.), welches auch die Typusart darstellt.

Santolina-Arten wachsen als verzweigte, meist aufrechte, manchmal überhängende bis liegende Halbsträucher, die Wuchshöhen von selten 5 bis, meist 10 bis 60 Zentimetern erreichen. Es handelt es sich meist um aromatisch riechende Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist behaart. Sie bilden manchmal Rhizome aus.
Die wechselständig und meist am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt und meist gefiedert.
Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln und endständig auf einem langen Blütenstandsschaft. Die scheibenförmigen Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von meist 6 bis 10 (3 bis mehr als 12) Millimetern auf. Die 18 bis mehr als 45 ungleichen Hüllblätter stehen in meist drei (selten bis über fünf) Reihen. Die Blütenstandsböden sind konvex bis halbkugelig. Es sind Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbe enthalten keine Zungenblüten, sondern nur 60 bis über 250 Röhrenblüten. Die zwittrigen, fertilen Röhrenblüten besitzen meist zusammengedrückte und geflügelte Kronröhren. Die Farben der Kronblätter reichen von weißlich strohfarben über hell bis leuchtend gelb.
Die meist drei- bis fünfrippigen und kahlen Achänen besitzen an ihrem oberen Ende einen einseitigen Anhang der aus der Kronröhre gebildet wird. Es ist kein Pappus vorhanden.
In England wurde Heiligenkraut erstmals in dem Kräuterbuch von William Turner beschrieben. John Parkinson bezeichnete es aber noch 1629 in seinem Paradisi in sole paradisus terrestris, or, a choise garden of all sorts of rarest flowers, with their nature, place of birth, time of flowring, names, and vertues to each plant, useful in physick, or admired for beauty von 1629 als „rar und neuartig“.

Die Erstveröffentlichung der Gattung Santolina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 842. Der botanische Gattungsname Santolina ist aus dem lateinischen Wort sanctus für „heilig“ und linum für „Flachs“ abgeleitet, auf Grund eines antiken Namens für eine der Arten dieser Gattung. Als Typusart wurde Santolina chamaecyparissus L. festgelegt.
Die Gattung Santolina ist im westlichen Mittelmeerraum verbreitet. Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien vor.
Es werden 24 Santolina-Arten anerkannt, von denen die meisten in zwei Sammelarten zusammengefasst werden:
Nicht mehr zur Gattung gehören (Auswahl):
Zwei bis drei Arten werden weltweit als Zierpflanzen kultiviert. Im England der frühen Neuzeit war es als Beeteinfassung beliebt.
Für Santolina chamaecyparissus, Santolina etrusca, Santolina insularis, Santolina neapolitana und Santolina oblongifolia sind traditionelle medizinische Anwendungen bekannt, unter anderem aufgrund antimikrobieller, entzündungshemmender, krampflösender, verdauungsfördernder und schmerzlindernder Eigenschaften. Entsprechende enthaltene bioaktive Substanzen sind hauptsächlich Terpenoide, es wurden aber auch Cumarine und Flavonoide nachgewiesen.
Rosmarinblättriges Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia):