
Sarada Devi (bengalisch সারদা দেবী; * als Saradamani Mukhopadhyay am 22. Dezember 1853 in Jayrambati; † 21. Juli 1920 in Kalkutta, heute Kolkata) war eine indische hinduistische spirituelle Lehrerin. In der Ramakrishna-Bewegung wird sie als „Heilige Mutter“ verehrt und gilt als eigenständige Guru-Persönlichkeit, welche deren Entwicklung wesentlich beeinflusste.
Saradamani Mukhopadhyay wurde als ältestes Kind von Shyamasundari Devi und Ramchandra Mukhopadhyay in eine arme Brahmanenfamilie im bengalischen Dorf Jayrambati geboren und erhielt keine formale Schulbildung. Im Mai 1859 wurde sie im Alter von fünf Jahren mit dem 23-jährigen Kali-Priester Gadadhar Chattopadhyay, dem späteren Ramakrishna, verheiratet, lebte jedoch weiterhin bei ihrer Herkunftsfamilie. Im März 1872 zog sie zu Ramakrishna auf das Tempelgelände von Dakshineswar und hielt sich bis 1885 abwechselnd dort und in Jayrambati auf. Während seiner tödlichen Kehlkopfkrebserkrankung pflegte sie Ramakrishna bis zu seinem Tod am 16. August 1886 in Dakshineswar und Cossipore. Danach lebte sie überwiegend in Jayrambati und Kalkutta, bezog 1909 eine Wohnung im Udbodhan-Gebäude in Bagbazar und starb nach wiederkehrendem Fieber kurz nach Mitternacht am 21. Juli 1920.
Nach Ramakrishnas Tod trat Sarada Devi als spirituelle Lehrerin hervor, erteilte Männern und Frauen Mantra-Initiationen und wurde trotz fehlenden formalen Amtes von den Leitern des Ramakrishna-Ordens als maßgebliche Autorität behandelt. Sie unterstützte Vivekanandas Verbindung von Spiritualität und Seva, dem selbstlosen Dienst an Bedürftigen, und förderte damit die soziale und karitative Ausrichtung der Ramakrishna-Mission. Obgleich sie selbst keine Schule besucht hatte, setzte sie sich für Frauenbildung ein, inspirierte Schwester Niveditas Mädchenschule und nahm 1898 an deren Eröffnung teil. Ihre Kontakte und gemeinsamen Mahlzeiten mit westlichen Anhängerinnen sowie ihre Ablehnung von Kastenschranken durchbrachen gesellschaftliche Konventionen; ihre Anhängerschaft hebt bis heute ihre Hinwendung zu Menschen unabhängig von Religion, Herkunft und Kaste hervor. Ihre Lehre betonte Meditation, Mantra-Wiederholung, Selbstprüfung und eine praktisch gelebte Verbundenheit aller Menschen. Auf ihre Ideale berufen sich das 1954 gegründete Frauenkloster Sri Sarada Math und die Ramakrishna-Sarada-Mission, die Bildungs-, Berufsbildungs- und Gesundheitseinrichtungen betreiben. Ihre Geburtstage werden weiterhin an Orten wie Jayrambati, Bagbazar, Dakshineswar und Belur Math mit Gebeten, Gesängen und Prozessionen begangen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Devi, Sarada |
| ALTERNATIVNAMEN | Mukhopadhyay, Saradamani (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | indische hinduistische spirituelle Lehrerin |
| GEBURTSDATUM | 22. Dezember 1853 |
| GEBURTSORT | Jayrambati |
| STERBEDATUM | 21. Juli 1920 |
| STERBEORT | Kalkutta, heute Kolkata |