Der Satzakzent zählt zu den sogenannten Suprasegmentalia und bezeichnet das betonte Satzglied eines Satzes. Er ist aus der Schrift nicht unmittelbar herauszulesen. In der gesprochenen Sprache ist der Satzakzent von großem Wert, weil der Sprecher die Aufmerksamkeit des Hörers durch die Stimmgebung auf sein eigenes, subjektiv als wichtig erachtetes Thema lenken kann.
Im Deutschen gibt es eine Art Normakzentuierung im Satz und innerhalb der Satzteile, nach der das rechte (spätere) Element gegenüber dem linken (früheren) Element betont wird. Oft liegt der Satzakzent aber auf einem Teil des Satzes, der besonders hervorgehoben werden soll oder im Fokus des Satzes steht, wobei die Stellung des Satzteils sowohl von Belang sein kann als auch nicht. Aber auch die Betonung mehrerer Stellen im Satz oder ganzer Gliedsätze ist möglich.
In Fragesätzen liegt der Satzakzent zumeist auf dem Fragepronomen oder dem regierenden Verb. In Ausrufe- oder Aussagesätzen hängt es vom Sprecher ab, wie und wo der (die) Akzent(e) verteilt ist (sind). Dabei können sich gravierende Bedeutungsunterschiede herauskristallisieren (z. B. ironischer, konzessiver, affektiver usw. Bezug). Topikalisierte Teile des Satzes tragen nahezu immer den alleinigen Akzent des Satzes, äußerst selten Partikel.
Im Englischen, das eine ausgeprägt starre Topologie aufweist, kann der Satzakzent den Sinn eines Satzes so stark verschieben, dass er der wesentliche Träger der Information sein kann. Im Französischen, in dem die Wortakzente weniger stark ausgeprägt sind als im Deutschen, spielt der Satzakzent ebenfalls eine wesentliche Rolle.