Save Europe Act (kurz: SEA, dt. Rechtsakt zur Rettung Europas) ist eine Kampagne der rechtsextremen Aktivisten Eva Vlaardingerbroek und Martin Sellner. Ihren Antrag auf Registrierung als Europäische Bürgerinitiative lehnte die Europäische Kommission im Juli 2026 ab.
Beim Remigrations Summit 2026 der Identitären Bewegung in Porto stellte Martin Sellner den Save Europe Act am 30. Mai 2026 vor. Ziel der Initiative ist vorrangig die sogenannte Remigration, mittels derer nicht nur Migranten mit illegalem Aufenthaltsstatus, sondern auch Ausländer mit legalem Aufenthaltsrecht und „unintegrierte“ Ausländer in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden sollen. Es wird dabei zwischen „westlichen“ und „nicht-westlichen“ Einwanderern unterschieden; letztere gelten für die Vertreter der Initiative als unerwünscht. Die Remigration soll nach Verständnis der Initiative auch Staatsbürger umfassen, die nach Auffassung der Initiatoren nicht ausreichend integriert seien. Sie fordern dazu einen Stopp der sogenannten „Ersetzungsmigration“, wie sie in der Verschwörungstheorie des „Bevölkerungsaustauschs“ propagiert wird.
Dass hierbei Forderungen gestellt werden, die an rechtlichen und politischen Umständen scheitern müssen, gehört dabei zu einer Strategie. Zum einen soll die als politisch inakzeptabel angesehene Idee von Remigration legitimiert and in die politische Debatte eingebracht werden. Zum anderen sollen politische und juristische Eliten als abgehoben dargestellt werden.
Unterstützt wird die Initiative von mehreren rechtsgerichteten und rechtsextremen Politikern wie Viktor Orbán, Björn Höcke, Susanne Fürst und Petra Steger.
Mit ihrem Antrag auf Anerkennung als Europäische Bürgerinitiative wollten die Initiatoren die Kommission auffordern, „einen Rechtsakt der Union zur Verhängung eines vorübergehenden Moratoriums für neue Einwanderungswege aus nicht-westlichen Ländern, einschließlich Visa für Studien- und familienzusammenführungszwecke, bei gleichzeitiger grundlegender Reformierung der EU-Migrations- und Asylsysteme“ zu verabschieden. Zu diesem Zweck hatten die Initiatoren nach Eigenangaben 600.000 Unterschriften gesammelt.
Die Kommission lehnte den Antrag am 22. Juli 2026 ab. Nach Ansicht der Kommission verstößt die Initiative im Sinne der Verordnung (EU) 2019/788 gegen die Werte der Union, wie sie in Artikel 2 EUV festgeschrieben sind, und gegen die in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankerten Rechte, insbesondere das Diskriminierungsverbot aufgrund der „Rasse“ und der ethnischen Herkunft.
Gegen die Ablehnung wurde im September 2026 Klage zum Gericht der Europäischen Union erhoben.
Die Bewegung bzw. Initiative veranstaltete europaweit Demonstrationen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Dem Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit zufolge ist dies Teil ihrer Strategie, mit Bildern aus vielen europäischen Städten für die sogenannte „Remigration“ zu werben. Dabei würden laut TAZ auch Gegendemonstranten bewusst provoziert, um jene als die Verursacher von Eskalation darstellen zu können.