Scharans

Scharans
Wappen von Scharans
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Viamala
BFS-Nr.: 3638i1f3f4
Postleitzahl: 7412
Koordinaten: 754535 / 175856Koordinaten: 46° 42′ 58″ N, 9° 27′ 36″ O; CH1903: 754535 / 175856
Höhe: 760 m ü. M.
Höhenbereich: 656–2496 m ü. M.
Fläche: 14,29 km²
Einwohner: 846 (1. Januar 2026)
Einwohnerdichte: 59 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
4,8 %
(1. Januar 2026)
Gemeindepräsident: Werner Preisig
Website: www.scharans.ch
Scharans
Scharans
Lage der Gemeinde
Karte von ScharansLago di LeiLago di Monte SplugaLago di LuzzoneLai da MarmoreraSufnerseeZervreilaseeItalienKanton TessinRegion AlbulaRegion ImbodenRegion MalojaRegion MoesaRegion PlessurRegion SurselvaAndeerAvers GRCazisDomleschgFerrera GRFerrera GRFlerdenFlerdenFürstenau GRMaseinMuntogna da SchonsRheinwaldRongellenRothenbrunnenScharansSils im DomleschgSufersThusisThusisTschappinaUrmeinZillis-Reischen
Karte von Scharans
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Scharans (rätoromanisch Scharons) ist eine politische Gemeinde in der Region Viamala des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie

Kirche Scharans

Nachbargemeinden von Scharans sind Sils im Domleschg, Fürstenau, Domleschg und Vaz/Obervaz. Neben dem Dorf selbst gehören zu Scharans die Fraktionen Parnegl (dt. Parnell), Prin (836 m), Stufels und St. Agatha. Weiter gehört auch die Alp Danis zur Gemeinde. Der markanteste Berg auf Gemeindegebiet ist der Piz Scalottas (2323 m).

Geschichte

In Scharans wurden Siedlungsfunde aus Bronze- und Eisenzeit gemacht. Eine ehemalige Burgstelle steht in Verbindung mit dem bischöflichen Grosshof. Um 1200 wurde agrum Schraunis, rätoromanisch Scharons erwähnt.

Haus Gees mit Malereien von Hans Ardüser.
Luftbild aus 2000 m von Walter Mittelholzer (1925)

Scharans war um 1250 zu Fuhrleistungen verpflichtet, am alten Schinweg Richtung Obervaz und Julierpass und Septimerpass befand sich eine Zollstätte. Eine eigene Pfarrei wurde 1410 erwähnt, das Marienpatrozinium 1451. Die Reformation wurde zwischen 1525 und 1530 unter Einfluss des Reformators Philipp Gallicius eingeführt. Von 1618 bis 1620 wirkte Jörg Jenatsch als reformierter Pfarrer in Scharans. 1709 wurden die letzten bischöflichen Herrschaftsrechte ausgekauft. Bis 1851 gehörte Scharans zur Gerichtsgemeinde Fürstenau. 1873 wurde der Fahrweg zur Talstrasse ausgebaut.

Wappen

Wappen von Scharans
Wappen von Scharans
Blasonierung: «Gespalten von Silber (Weiss) und Schwarz, in Silber drei grüne Lindenblätter»

Der von Silber und Schwarz gespaltene Schild erinnert an Ulrich von Marmels und sein Wirken in Scharans, während die Lindenblätter für die mächtige Linde neben der Kirche stehen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr1803185019001950198019902000200520162020
Einwohner336416439480586702817825818796

Sprachen

Ursprünglich sprach die Bevölkerung Sutselvisch, eine Mundart des Bündnerromanischen. Bereits im 19. Jahrhundert setzte ein Rückgang dieser Sprache ein. Dennoch sprachen 1880 70 % und 1910 59 % der Einwohnerschaft Romanisch. In der Zwischenkriegszeit erfolgte der Sprachwechsel zum Deutschen. 1941 gaben bloss noch 30 % Romanisch als ihre Sprache an. Danach kam es zu einem raschen Niedergang des Romanischen bis 1970 (11 % Romanischsprachige). Dieser konnte für ein Jahrzehnt gebremst werden. Doch seit 1990 ist die Gemeinde beinahe einsprachig, wie folgende Tabelle belegt:

Sprachen in Scharans
SprachenVolkszählung 1980Volkszählung 1990Volkszählung 2000
AnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteil
Deutsch48482,59 %62889,46 %78295,72 %
Rätoromanisch6911,77 %223,13 %172,08 %
Italienisch142,39 %182,56 %70,86 %
Einwohner586100 %702100 %817100 %

Deutsch ist heute einzige Behördensprache in Scharans. 5 % der Bewohner verstehen Romanisch.

Herkunft und Nationalität

Von den Ende 2005 825 Bewohnern waren 791 Schweizer Staatsangehörige.

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Atelier Bardill

Literatur

Commons: Scharans – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. 1 2 3 Jürg Simonett: Scharans. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Dieser Abschnitt basiert weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  6. ↑ Nott Caviezel: Bernardo da Poschiavo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 9. September 2002, abgerufen am 15. Dezember 2019.
  7. ↑ Atelier Bardill
  8. ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Behindertenwohnheim Scalottas (Foto) (Memento vom 2. Oktober 2023 im Internet Archive)