Schardenberg

Marktgemeinde
Schardenberg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Schardenberg
Schardenberg (Österreich)
Schardenberg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Oberösterreich Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 31,63 km²
Koordinaten: 48° 31′ N, 13° 30′ OKoordinaten: 48° 31′ 13″ N, 13° 29′ 51″ O
Höhe: 543 m ü. A.
Einwohner: 2.487 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 79 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4784
Vorwahl: 07713
Gemeindekennziffer: 4 14 23
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Schärdinger Straße 4
4784 Schardenberg
Website: www.schardenberg.at
Politik
Bürgermeister: Stefan Krennbauer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(25 Mitglieder)
16
5
4
16 5 4 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Schardenberg im Bezirk Schärding
Lage der Gemeinde Schardenberg im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)AltschwendtAndorfBrunnenthal (Oberösterreich)DiersbachDorf an der PramEggerdingEngelhartszellEnzenkirchenEsternbergFreinbergKopfing im InnkreisMayrhofMünzkirchenRaabRainbach im InnkreisRiedauSt. Aegidi (Oberösterreich)St. Florian am InnSt. Marienkirchen bei SchärdingSt. RomanSt. WillibaldSchardenbergSchärdingSighartingSubenTaufkirchen an der PramVichtensteinWaldkirchen am WesenWernstein am InnZell an der PramOberösterreich
Lage der Gemeinde Schardenberg im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Pfarrkirche Schardenberg
Die Pfarrkirche Schardenberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schardenberg ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit 2487 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding. 2009 wurde Schardenberg von der Oberösterreichischen Landesregierung zur Marktgemeinde erhoben.

Geografie

Der Hauptort Schardenberg der Gemeinde Schardenberg liegt auf 543 m Höhe im Innviertel. Das Gemeindegebiet ist der Raumeinheit Sauwald zugeordnet, seine Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,4 km, von West nach Ost 9,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 31,6 km². 28,8 % der Fläche sind bewaldet, 61,1 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Die Geographie des Gemeindegebietes ist von großer Abwechslung gekennzeichnet: Die Ortschaften Achleiten, Ingling und Unedt liegen im Tal des Unteren Inn, während sich die höher gelegenen Ortschaften der Gemeinde auf dem Plateaurücken des Sauwaldes befinden. Bei Ingling liegt das Inn-Kraftwerk Passau-Ingling der ÖBK, auf dem Fronberg befindet sich der Sender Schardenberg, der vom ORF erbaut wurde.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

  • Achleiten (99) samt Pyret
  • Asing (111) samt Dobling, Edt und Würm
  • Bach (44)
  • Dierthalling (35) samt Reitern
  • Englhaming (27) samt Hamberg
  • Fraunhof (79) samt Außerachleiten
  • Gattern (310) samt Mayrhof, Ohrhalling und Unedt
  • Grub (258) samt Aich, Dorf, Goldberg, Grub-Zerstreute Häuser, Huber-Siedlung und Krennbauer-Siedlung
  • Ingling (172) samt Bergkeller, Ingling-Siedlung und Schwendt
  • Lindenberg (77) samt Lindenberg-Zerstreute Häuser und Thaling
  • Luck (85)
  • Schardenberg (949) samt Berg, Buchet, Hueb, Kubing und Steinbrunn
  • Schönbach (86) samt Kneiding und Schatzedt
  • Winkl (155) samt Kugelbuchet, Neudorf, Schwendt und Wühr

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Asing, Fraunhof, Gattern, Lindenberg, Luck und Schardenberg.

Nachbargemeinden

Passau
(DE, Bayern)
Freinberg
Neuburg am Inn
(DE, Bayern)
Kompass Esternberg
Wernstein
Brunnenthal
Rainbach im Innkreis Münzkirchen

Geschichte

Zu den interessantesten historischen Zeugnissen der Gegend gehört ein römischer Altar für Jupiter aus dem Jahr 230 n. Chr., der auf die einstige Existenz eines Straßenpostens der Legio II Italica hinweist und der sich heute in der Pfarrkirche Wernstein am Inn befindet.

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war das Gebiet um Schardenberg Teil des Herzogtums. 1084 erfolgt die erste Erwähnung von Schardenberg in den sogenannten Schardenberger Stiftungsbriefen.

Zur Zeit der frühen Kirchenorganisation im Mittelalter gehörte Schardenberg als Filiale zur Urpfarre St. Severin. 1182 wurde St. Severin mit dem für die Verwaltung der Innbrücke zuständigen „Innbruckamt“ dem St. Ägidien-Spital in der Innstadt inkorporiert. Das „Innbruckamt“ verwaltete seither auch die dem Spital inkorporierten Pfarren, die vom jeweiligen „Bruckpfarrer“ zu vergeben waren. Zu diesen zählten neben St. Severin mit Schardenberg und Wernstein auch St. Weihflorian, Kellberg, Hauzenberg, Kopfing, Münzkirchen und Tettenweis. Bald nach der Inkorporation von St. Severin wurde der Sitz dieser Pfarre in die Spitalskirche St. Ägidien/St. Gilgen verlegt, wo er bis 1653 verblieb. Seit 1785 ist Schardenberg eine eigenständige Pfarre.

Bis 1779 war Schardenberg unter bayerischer Landeshoheit, ehe es in jenem Jahr nach dem Frieden von Teschen zusammen mit den östlich des Inn gelegenen Gebieten des kurfürstlichen Rentamtes Burghausen, die bis dahin „Innbaiern“ geheißen hatten, als „Innviertel“ zu Österreich kam. Der Untere Inn, der bis dahin in erster Linie ein Handelsweg innerhalb Bayerns gewesen war, wurde damit zum Grenzfluss zwischen dem Kurfürstentum Bayern und Österreich ob der Enns. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bei Bayern, gehört Schardenberg seit 1816 (Vertrag von München) wieder zu Oberösterreich. Im Jahr 1900 gründete der Salvatorianer-Pater Elseus Gabelseder das Kloster Hamberg als Studienkolleg für Spätberufene. 1910 wird die neue Pfarrkirche eingeweiht.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Während der NS-Zeit befand sich im „Waldschloss“ in Schardenberg ein „Fremdvölkisches Kinderheim“, in diesem kam es auch zu Todesfällen. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Einwohnerentwicklung

Schardenberg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.540
1880
  
1.616
1890
  
1.648
1900
  
1.696
1910
  
1.823
1923
  
1.919
1934
  
1.937
1939
  
2.161
1951
  
2.309
1961
  
1.933
1971
  
2.179
1981
  
2.280
1991
  
2.613
2001
  
2.384
2011
  
2.287
2021
  
2.481
2026
  
2.487
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1981 und 1991 erfolgte, da sowohl Geburtenbilanz (+133) als auch Wanderungsbilanz (+200) positiv waren. Im nächsten Jahrzehnt wurde die Wanderungsbilanz negativ (−339) und konnte durch die Geburtenbilanz (+110) nicht ausgeglichen werden, sodass die Bevölkerungszahl auf 2.384 Personen im Jahr 2001 sank.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Fatimakapelle
Ehemaliges Kloster Hamberg

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schardenberg wird im Ortsteil Gattern durch die Buslinie K1 der Verkehrsbetriebsgesellschaft Passau erreicht, welche dort an der Haltestelle „Mayrhof“ endet. Daneben wird Schardenberg von Regionalbussen des OÖVV angefahren. Die Bahnstrecke Wels–Passau führt durch das Gemeindegebiet; die Haltestelle Pyret wurde allerdings 2002 aufgelassen und 2012 rückgebaut.

Gemeindeamt

Politik

Bürgermeister seit 1900

  • 1900–1903: Matthias Glöckl
  • 1903–1907: Josef Maier
  • 1907–1912: Matthias Maier
  • 1912–1919: Johann Kasbauer
  • 1919–1929: Matthias Maier
  • 1929–1938: Anton Himsl
  • 1938–1939: Johann Breinbauer
  • 1939–1945: Martin Auer
  • 1945–1967: Josef Knonbauer
  • 1967–1979: Georg Scharnböck
  • 1979–1993: Johann Knonbauer
  • 1993–2019: Josef Schachner
  • seit 2020: Stefan Krennbauer

Wappen

Blasonierung: Über grünem, von einer goldenen Leiste gesäumtem Dreiberg von Blau und Rot durch einen silbernen, mit einem schwarzen Pilgerstab mit goldenem Knauf und goldenem Ring belegten Balken schräg geteilt; oben eine goldene, heraldische Lilie, daraus wachsend ein goldenes Patriarchenhochkreuz mit Kleeblattenden, unten eine goldene, gestürzte Pflugschar. Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Rot.

Partnerschaften

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Karl Bachmair (* 1941), Mundartdichter und ehemaliger Vizebürgermeister
  • Johann Knonbauer, Altbürgermeister
  • Johann Scharnböck, ehemaliger Amtsleiter
  • Gottfried Wenny
  • Josef Schachner (* 1955), Altbürgermeister 1993–2019

Söhne und Töchter der Stadt

  • Sebastian Öhlinger (1785–1818), k.k. Hof-Organist
  • Alois Beham (1916–1991), Arzt, Homöopath, Schriftsteller, Dichter, Bildhauer und Maler

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Schardenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  2. 1 2 Franz Mader: Pfarrgeschichte der Pfarrei St. Severin. pfarrei-innstadt.de; abgerufen am 26. September 2018.
  3. ↑ Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken, 1962/1963, 6, S. 249–261, hier S. 250–251.
    Theodor Ebner: Die Antiesenmündung. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 148, Linz 2003, S. 257–284 (zobodat.at [PDF; 2,2 MB]), hier S. 279.
    Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 275–276 (online).
    Johann Ev. Lamprecht: Historisch-topographische Matrikel oder geschichtliches Ortsverzeichniß des Landes ob der Enns, als Erläuterung zur Charte des Landes ob der Ens in seiner Gestalt und Eintheilung vom VIII. bis XIV. Jahrhunderte. Wien 1863, S. 133, 212; digitale-sammlungen.de
  4. ↑ Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 276 (online).
  5. ↑ Matthias Huber: Das „Fremdvölkische Kinderheim“ Waldschloss in Schardenberg. In: Markus Rachbauer, Florian Schwanninger, Susanne Lammer, Martin Kranzl-Greinecker (Hrsg.): „Fremdvölkische Kinderheime“ in „Oberdonau“, Innsbruck 2026, S. 73–83, ISBN 978-3-7065-6077-1.
  6. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Schardenberg, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. April 2019.
  7. ↑ Geschichte. Webseite der Gemeinde Schardenberg, abgerufen am 2. Februar 2017.
  8. ↑ Turmareal am Fronberg verfällt. nachrichten.at, 29. Oktober 2016, abgerufen am 2. Februar 2017.
  9. ↑ Oö: Früherer Aussichtsturm in Schardenberg eingestürzt. fireworld.at, 10. Mai 2024, abgerufen am 10. Mai 2024.
  10. ↑ Turmeinsturz: Pflegebedürftiger ohne Telefon. orf.at, 13. August 2024, abgerufen am 13. August 2024.
  11. ↑ Haltestellenfahrplan Mayrhof der Linie K1. (PDF; 41 kB) Website der Stadtwerke Passau, abgerufen am 5. Mai 2018.
  12. ↑ Schardenberg wird von den Linien 817 und 818 angefahren, vgl. Fahrplandownload. Website des OÖVV, abgerufen am 12. Mai 2019.
  13. ↑ Schardenberg im Wandel der Zeit, S. 479
  14. ↑ Geschichte der Gemeinde Schardenberg. Wappen, Bürgermeister und Vereine. Land Oberösterreich, abgerufen am 16. April 2019.
  15. ↑ Schardenberg im Wandel der Zeit, S. 426
  16. ↑ Schardenberg im Wandel der Zeit, S. 426 f.
  17. ↑ Schardenberg im Wandel der Zeit, S. 535 f.
  18. ↑ Karl Bachmair. LiteraturNetz Oberösterreich, abgerufen am 6. Februar 2017.
  19. 1 2 3 4 Ehrung der ausgeschiedenen Gemeinderatsmitglieder, Verleihung der Ehrenbürgerschaft. In: Gemeindenachrichten der Marktgemeinde Schardenberg. März 2016, S. 3 (schardenberg.at [PDF; abgerufen am 4. Februar 2017]).