Scheibenberg

Wappen Deutschlandkarte
Scheibenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Scheibenberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 32′ N, 12° 55′ OKoordinaten: 50° 32′ N, 12° 55′ O
Bundesland:Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 680 m ü. NHN
Fläche: 9 km²
Einwohner: 1978 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09481
Vorwahl: 037349
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 510
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-Str.35
09481 Scheibenberg
Website: www.scheibenberg.de
Bürgermeister: Michael Staib (Bürgerforum)
Lage der Stadt Scheibenberg im Erzgebirgskreis
KarteSachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAue-Bad SchlemaAuerbach (Erzgebirge)Bärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitz
Karte

Scheibenberg ist eine kleine Bergstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen mit rund 2000 Einwohnern und staatlich anerkannter Erholungsort.

Blick durch die Kirchgasse in Richtung Markt; im Hintergrund links das ehemalige Handelshaus des Kaufmanns Christian Ernst Coith, schräg gegenüber das Rathaus mit hohem Eckturm, im Vordergrund rechts das Pfarrhaus

Geographie

Stadtansicht von 1839
Scheibenberg-Oberscheibe, Erinnerung an den Bergbau

Die Stadt liegt nordwestlich des gleichnamigen Berges auf einer Höhe von rund 600 bis 670 m Höhe. Höchster Punkt ist der Scheibenberg mit 807 m.

Nördlich von Scheibenberg liegt Elterlein, östlich Schlettau und im Süden Crottendorf. Im Westen grenzt die Stadt an Raschau-Markersbach.

Zur Stadt Scheibenberg gehört der Ortsteil Oberscheibe.

Geschichte

Hotel Sächsischer Hof (Scheibenberg), erstes Rathaus der Stadt
Silberstraße 27 (Scheibenberg), zweites Rathaus der Stadt

Nach den ersten Schürfarbeiten am Scheibenberg kündigte am 4. Mai 1522 der Bergmeister Michael Zechendorfer im Auftrag der Grundherren Wolf und Ernst von Schönburg die Verleihung von Hofstätten für Bergbauwillige an, die am 19. Mai erfolgte. Am 20. Mai 1522 gewährte der albertinische Landesherr Herzog Georg auf Bitten von Ernst von Schönburg der Scheibenberger Knappschaft erste Vergünstigungen. Gleichzeitig bestimmte er, dass die Annaberger Bergordnung in Scheibenberg in Anwendung gebracht werden sollte und dass er nicht auf den Zehnten verzichtete. In den nächsten Jahren erfolgte der Aufbau der Stadt mit Rathaus, Kirche und Brauhaus. Bei einem Brand 1529 wurden große Teile des Ortes zerstört. Die Reformation wurde 1539 eingeführt, wovon eine Inschrift auf der Rückseite des Scheibenberger Altars kündet. Anfang Mai 1559 gelangte Scheibenberg mit dem gesamten oberwäldischen Teil der Grafschaft Hartenstein in den Besitz des Kurfürstentums Sachsen und wurde dem Amt Crottendorf unterstellt. Ende des 16. Jahrhunderts kam es zum allmählichen Erliegen des Bergbaues. Die Stadt besaß zwischen 1530 und 1767 ein eigenes Bergamt, welches danach bis 1847 als Unterbergamt des Bergamts Annaberg existierte. 1632 versuchten auch Scheibenberger Bürger den Wiesenthaler Pass gegen den Einmarsch des Feldherrn Heinrich von Holk zu verteidigen. Während des gesamten Dreißigjährigen Krieges hatte Scheibenberg unter Plünderungen und Überfällen zu leiden, wovon Pfarrer Christian Lehmann in seiner Kriegschronik eindrücklich berichtet.

Mit der Fertigstellung der Straße Annaberg–Schwarzenberg 1824 werden die Verkehrsverhältnisse verbessert. Zwischen 1856 und 1874 war Scheibenberg Sitz des Gerichtsamts Scheibenberg. 1861 wurde die Sparkasse gegründet, ein Jahr später die Freiwillige Feuerwehr Scheibenberg. Ab 1884 begann der Aufbau einer zentralen Wasserversorgung. Mit der Einweihung der Bahnstrecke Buchholz–Schwarzenberg (Erzgeb) am 1. Dezember 1889 erhielt Scheibenberg Bahnanschluss und die bisher verkehrende Fahrpost wurde eingestellt. Auf dem Scheibenberg wurde 1892 ein Berggasthof errichtet. 1897 wurde ein Stadtkrankenhaus eröffnet, am 1. Mai 1899 die Bahnstrecke nach Zwönitz. 1911 wurde der Ort an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen. 1914 begann man mit dem Abbau von Basalt. Um den Berg zu erhalten, wurde der Basaltabbau 1928 wieder eingestellt. 1971 musste der baufällige Aussichtsturm gesprengt werden. 1994 wurde ein neuer Turm eingeweiht.

… Richtung Stadt auf die Morgenleithe (812 m ü. NN), den Spiegelwald (727 m ü. NN), Schatzenstein (760 m ü. NN) und den Geyerschen Wald mit Sendeturm. (von links)

Spätestens seit 2006 hat Scheibenberg den Status eines staatlich anerkannten Erholungsortes.

Eingemeindungen

Einwohnerentwicklung

Am 3. Oktober 1990 zählte Scheibenberg 2.476 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres: Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

1993 bis 1997
  • 1993: 2.372
  • 1994: 2.409
  • 1995: 2.443
  • 1996: 2.411
  • 1997: 2.476
1998 bis 2002
  • 1998: 2.510
  • 1999: 2.494
  • 2000: 2.449
  • 2001: 2.431
  • 2002: 2.440
2003 bis 2007
  • 2003: 2.399
  • 2004: 2.391
  • 2005: 2.372
  • 2006: 2.347
  • 2007: 2.318
ab 2009
  • 2009: 2.256
  • 2012: 2.203
  • 2013: 2.177

Politik

Stadtratswahl 2024
Wahlbeteiligung: 78,9 % (2019: 72,6 %)
 %
40
30
20
10
0
37,4 %
35,7 %
17,0 %
9,9 %
FWBF a
FORUM S b
WIR f S c
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
 40
 35
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  −5
−10
−15
−20
−15,2 %p
+35,7 %p
−10,4 %p
−10,0 %p
FWBF
FORUM S
WIR f S
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 
Freie Wähler Bürgerforum e. V.
b 
FORUM Scheibenberg / Oberscheibe e. V.
c 
Wir für Scheibenberg und Oberscheibe
Stadtrat ab 2024
5
4
1
2
5 4 1 2 
Insgesamt 12 Sitze
  • FWBF: 5
  • FORUM S: 4
  • CDU: 1
  • Wir f S: 2

Stadtrat

Seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 sind die 12 Sitze des Stadtrates wie folgt verteilt:

letzte Stadtratswahlen
Liste 2024 2019 2014
Sitze in % Sitze in % Sitze in %
Freie Wähler Bürgerforum e. V. 5 37,4 7 52,6 7 55,0
FORUM 4 35,7 – – – –
Wir für Scheibenberg und Oberscheibe 2 17,0 3 27,4 2 20,3
CDU 1 9,9 2 19,9 3 24,7
Wahlbeteiligung 78,9 % 72,6 % 64,1 %

Bürgermeister

Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister, seit 1. August 2015 Michael Staib (parteilos, Bürgerforum).

letzte Bürgermeisterwahlen
Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %)
2022 Michael Staib FW Bürgerforum 57,3
2015 92,9
2008 Wolfgang Andersky 79,1
2001 97,8
1994 98,2

Wappen

Großes Wappen der Stadt Scheibenberg

Das Wappen basiert auf dem großen Ratssiegel, das die Stadt mit dem Stadtrecht 1530 erhielt. Blasonierung: Geteilt von Silber über Rot, oben zwei natürliche Fichten, unten schräggekreuzt silberne Schlegel und Eisen, belegt mit einer silbernen Scheibe, darin ein aufgerichteter roter Greif.

Die Stadt führt außerdem ein großes Wappen mit zwei Bergknappen als Schildhalter.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Johanniskirche

Bauwerke

Naturdenkmäler

Gedenkstätten

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Halt der Erzgebirgischen Aussichtsbahn im Bahnhof Scheibenberg

Verkehr

Aufgrund der Lage der Stadt an einem alten Handelsweg nach Böhmen über den Wiesenthaler oder den Preßnitzer Pass war schon immer ein hohes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Der Ort wurde in der Vergangenheit durch diese strategische Lage häufig Opfer von Plünderungen und Überfällen durch durchziehende Heere. Heute führt durch Scheibenberg die Bundesstraße 101 von Annaberg-Buchholz nach Aue.

Seit 1889 ist die Stadt mit dem Bahnhof Scheibenberg an die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd – Schwarzenberg angeschlossen. Der Personenverkehr ist jedoch seit 1997 eingestellt. Ab und an wird die Strecke für touristische Bahnfahrten genutzt. Die Bahnstrecke nach Zwönitz wurde bereits 1966 endgültig eingestellt und aufgelassen.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Scheibenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden Sachsens am 31. Dezember 2025 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 15. Mai 2022 (Gebietsstand 01.01.2025). Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 4. Juli 2026. (Hilfe dazu).
  2. ↑ Das Bergamt Scheibenberg im Staatsarchiv des Freistaats Sachsen
  3. ↑ Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 9. Februar 2006 (SächsABl. S. 185) auf: revosax.sachsen.de
  4. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 3. August 2024.
  5. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 3. August 2024.
  6. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 3. August 2024.
  7. ↑ Das Scheibenberger Stadtwappen