Scheschonq D

Statue, die mit Scheschonq D identifiziert wird

Scheschonq (D) war ein Hoherpriester des Ptah in der altägyptischen 22. Dynastie. Er war ein Sohn von König (Pharao) Osorkon II. und dessen Gemahlin Karomama II. Scheschonq ist vor allem durch sein unberaubtes Grab bekannt, das sich in Memphis fand. Mit ihm begann eine neue Dynastie von Hoherpriestern des Ptah. Sein Sohn und Nachfolger im Amt war Takelot B. Sein häufigster Titel auf Denkmälern ist allerdings Erstes großes Mitglied der Elite von seiner Majestät (oder Mitglied der Elite und erster Großer für seine Majestät). Dieser Titel führt oft dazu, ihn als Kronprinzen anzusehen, was jedoch nicht sicher ist. Der Titel eines Hoherpriesters des Ptah wird dagegen nur auf einem Monument genannt. Scheschonq wurde unter König Scheschonq III. bestattet. Der Name des Herrschers fand sich auf einem Täfelchen im Grab.

Außerhalb seines Grabes ist Scheschonq von einer Reihe verschiedener Denkmäler bekannt. In Budapest (Szépművészeti Múzeum, MBA 51.2050) befindet sich eine Statue, die seine Titel und explizit Osorkon II als Vater und Karomama II als Mutter nennt. Es ist auch das einzige Objekt, auf dem er als Hoherpriester des Ptah bezeichnet wird. Eine zweite Statue befindet sich in Wien (Ägyptisch-Orientalische Sammlung des Kunsthistorischen Museums, Inventar-Nr. ÄS 5773). Sein Name ist dort nicht erhalten. Die Statue kann aber wegen des Titels Iri-pat-wer (Großes Mitglied der Elite) und der Ähnlichkeit zur Budapester Statue mit ihm identifiziert werden. Andere Objekte mit seinem Namen sind ein Kelch und ein Skarabäus. Scheschonq wird auch in Genealogien von Nachfahren erwähnt.

Grab

Scheschonq in seinem Grab

Das Grab von Scheschonq wurde 1942 in Memphis gefunden. Eine Publikation erfolgte 1956, eine Neuaufnahme und vollständigere Publikation erschien 2023. Das Grab fand sich südwestlich der großen Umfassungsmauer des Ptah-Tempels. Es besteht aus einer mit Reliefs dekorierten Grabkammer. Im Boden der Kammer befand sich eine rechteckige Grube, in der einst der Sarg von Scheschonq lag. Eine dekorierte Grabkammer für eine nichtkönigliche Person ist einmalig in der 22. Dynastie. Die Wände zeigen dabei vor allem Szenen aus dem Ägyptischen Totenbuch und diversen Unterweltsbüchern. Scheschonq ist des Öfteren vor diversen Gottheiten dargestellt. Mehrmals erscheint auch Osorkon II, wie er opfert, meist zusammen mit Scheschonq, wobei der König an erster Stelle dargestellt ist.

Das Grab war unberaubt, doch waren alle organischen Materialien wie Holz bei der Auffindung vergangen. Im Grab fanden sich zahlreiche Uschebtis sowie vier Kanopengefäße, die jeweils die Eltern von Scheschonq nennen. Es kamen zahlreiche Amulette zum Vorschein. Diverse Goldhülsen in Finger-, Zehen- und Penisform schützten einst die entsprechenden Körperteile der Mumie, des Weiteren fanden sich Schmuckstücke und Goldelemente, die wahrscheinlich vom Sarg stammen, der einst aus Holz bestand. Im Grab lag auch eine Stele mit magischen Texten und dem Bild des Horus auf der Vorderseite.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ (D) – diese Buchstabierung ist modern, um mehrere gleichnamige Beamte zu unterscheiden.
  2. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 173.
  3. ↑ K. Jansen-Winkeln: Der Prinz und Hohepriester Schoschenk (D). In: Göttinger Miszellen. Heft 207, 2008, S. 78.
  4. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 127, Tafel 76.
  5. ↑ István Nagy: Statue naophore du prince héretier Chéchonq, Grand Prêtre de Ptah. In: Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts. Band 82, 1995, S. 11–19 (online), Farbabbildung auf der Titelseite.
  6. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 165–167.
  7. ↑ K. Jansen-Winkeln: Der Prinz und Hohepriester Schoschenk (D). In: Göttinger Miszellen. Heft 207, 2008, S. 75.
  8. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 168–172.
  9. ↑ A. Badawi: Das Grab des Kronprinzen Scheschonk Sohnes Osorkon’s II. und Hohenpriester von Memphis. In: Annales du Service des Antiquités de l’Égypte. Band 54, 1956, S. 153–177.
  10. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 165–167.
  11. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 215, Tafel 3.
  12. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 216. Tafel 4.
  13. ↑ G. Lenzo, R. Meffre, F. Payraudeau: La tombe memphite du prince héritier Chéchonq et son mobilier funéraire. Kairo 2023, S. 111–164, Tafel 3.
Personendaten
NAME Scheschonq D
ALTERNATIVNAMEN Scheschonq
KURZBESCHREIBUNG altägyptischer Beamter und Priester
GEBURTSDATUM 9. Jahrhundert v. Chr.
STERBEDATUM 9. Jahrhundert v. Chr.