| Schlammbahn (Garching) | |
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Streckenverlauf und maximale Ausdehnung der ehemaligen Schlammbahn | |
| Streckenlänge: | 28 km |
| Spurweite: | 600 mm (Schmalspur) |
Die so genannte Schlammbahn war ein Feldbahnbetrieb im Norden von München, zwischen dem Klärwerk Großlappen und den Feldern westlich und nördlich von Garching bzw. südlich von Eching.
Die Schlammbahn diente hauptsächlich der Ausbringung von Klärschlamm als Dünger auf die damals neu angelegten landwirtschaftlichen Flächen, hauptsächlich auf Garchinger Flur. Das Gleisnetz wies von daher zahlreiche Abzweige und Stichstrecken auf. Die Feldbahn wurde Ende der 1920er Jahre in der Spurweite 600 mm angelegt und bis zu einer Gesamtlänge von ca. 28 km erweitert, wobei die maximale Süd-Nord-Ausdehnung ca. 9 km betrug.
Im Abschnitt südlich des Schleißheimer Kanals wurde hierfür die Trasse einer ebenfalls schmalspurigen Militärbahn benutzt, die dort bis 1914 bestanden hatte und mehrere militärische Einrichtungen und Munitionsfabriken zwischen Milbertshofen und Oberschleißheim verband.
Die Schlammbahn wurde im Laufe der Zeit mit mindestens drei dieselbetriebenen Feldbahnlokomotiven der Firmen Ruhrthaler, Deutz und Schöma befahren, die jeweils Züge mit Selbstentladerloren bespannten. Im Jahr 1964 wurde der Bahnbetrieb beendet und die Feldbahn wurde durch eine Druckrohrleitung ersetzt. Schlussendlich wurde die Ausbringung von Klärschlamm 1978 aufgrund seiner Belastung mit Schwermetallverbindungen und anderen toxischen Stoffen beendet.
Von der Schlammbahn gibt es heute kaum noch Relikte. Ein ehemaliger, inzwischen baufälliger Lokschuppen existiert im Hacklholz nordwestlich von Garching. Dort befinden sich überwiegend unter der Grasnarbe verborgen auch Gleisreste. Das heutige Wirtschaftswegenetz zeichnet aber noch vielfach die damaligen Feldbahnstrecken nach. Seit 1995 verläuft die Münchener U-Bahn-Linie U6 zwischen den Stationen Fröttmaning und Garching-Hochbrück oberirdisch weitgehend auf der ehemaligen Trasse der Schlammbahn und der vormaligen Militärbahn.