
Das Schloss Kurtwitz (polnisch Pałac w Kondratowicach) ist ein Schloss in Kondratowice (deutsch Kurtwitz) im Powiat Strzeliński der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Im 15. Jahrhundert entstand an der Stelle des heutigen Schlosses eine Wasserburg, die sich später zu einem Festen Haus entwickelte. Dieses gehörte dem Freiherrn August von Liegnitz (1627–1679), einem Sohn des Brieger Herzogs Johann Christian von Brieg. Da August der nicht standesgemäßen Ehe seines Vaters mit Anna Hedwig von Sitzsch (1611–1639) entstammte, war er nicht erbberechtigt und durfte den Herzogstitel nicht führen, erhielt aber später den Grafentitel.
Nach 1700 wurde auf den Grundmauern des alten Hauses ein Barockschloss mit drei Flügeln errichtet. Dieses gelangte gegen Ende 18. Jahrhundert an den Grafen Zierotin. Etwa bis 1867 war das Gut in der Hand der brandenburgischen Adelsfamilie von Saldern, dem Haus von Saldern-Damerow mit Hauptgut Damerow in der Westprignitz. Gutsherr war der spätere Landrat Alfred von Saldern-Damerow, verheiratet mit der Landforstmeisterstochter Louise von Schoenfeldt. Ihre Kinder wurden hier von 1861 bis 1866 geboren.
1868 wurde das Gut vom Rittergutsbesitzer August Andreas Rohde erworben, der in Kurtwitz eine Zuckerrübenfabrik errichten ließ und an anderen Fabrikationen, so in Heidersdorf, beteiligt war. 1891 veranlasste A. A. Rohde einen umfangreichen Umbau des Schlosses im Stil des Neoklassizismus und der französischen Neorenaissance. Um 1895 war das Rittergut Kurtwitz, mit weiterem Rustikalbesitz im Ort und im Dorf Karzen, 393 ha groß, davon 351 ha Acker. Als Eigentümer galten die Gebrüder Rohde in der Firma A. (A. A.) Rohde. Als Inspektor agierte Hr. Fischer.
Der Erbe, Leutnant Heinrich (Heinrich Franz August) Rohde-Kurtwitz (1863–1938), richtete auf dem Gut die erste Rübensamenzüchterei für Schlesien ein. Die Rohde-Nachkommen besaßen das Schloss mit Gut bis 1945.
Zusammen mit fast ganz Schlesien fiel Kurtwitz 1945 an Polen. Das Schloss wurde als Verwaltungssitz einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft übergeben. Später wurde es als Kindergarten, Gemeindehaus und Kulturhaus genutzt. 1973 wurde es renoviert. Erst im Jahre 2003 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Heute gehört das Schloss einem deutschen Saatzuchtunternehmens und ist in sehr gutem Zustand.
Koordinaten: 50° 46′ 19,9″ N, 16° 55′ 55,9″ O