Wieselburg

Stadtgemeinde
Wieselburg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Wieselburg
Wieselburg (Österreich)
Wieselburg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Scheibbs
Kfz-Kennzeichen: SB
Fläche: 5,43 km²
Koordinaten: 48° 8′ N, 15° 8′ OKoordinaten: 48° 8′ 0″ N, 15° 8′ 20″ O
Höhe: 269 m ü. A.
Einwohner: 4.950 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 912 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3250
Vorwahl: 07416
Gemeindekennziffer: 3 20 16
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 26
3250 Wieselburg
Website: www.wieselburg.at
Politik
Bürgermeister: Josef Leitner (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(25 Mitglieder)
18
4
3
18 4 3 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Wieselburg im Bezirk Scheibbs
Lage der Gemeinde Wieselburg im Bezirk Scheibbs (anklickbare Karte)GamingGöstling an der YbbsGrestenGresten-LandLunz am SeeOberndorf an der MelkPuchenstubenPurgstall an der ErlaufRandeggReinsberg (Niederösterreich)ScheibbsSt. Anton an der JeßnitzSt. Georgen an der LeysSteinakirchen am ForstWangWieselburgWieselburg-LandWolfpassingNiederösterreich
Lage der Gemeinde Wieselburg im Bezirk Scheibbs (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Rathaus
Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wieselburg ist eine Stadtgemeinde mit 4950 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.

Geografie

Wieselburg liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde Wieselburg umfasst 5,43 Quadratkilometer. 7,25 % der Fläche sind bewaldet. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Kleinen und der Großen Erlauf. Die Stadtgemeinde Wieselburg umfasst nur die gleichnamige Katastralgemeinde. Zur Stadt zählen auch die Stadtteile Rottenhaus und Schacha im Süden.

Neben der Stadtgemeinde gibt es noch die Dorfgemeinde Wieselburg-Land.

Nachbargemeinden

Bergland ∗ (Bez. Melk) Petzenkirchen ∗ (Bez. Melk)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Bergland ∗ (Bez. Melk)
Wieselburg-Land
∗ 
Wieselburg und Petzenkirchen sind zwischen Wieselburg-Land und Bergland eingebettet, sodass letztere beiderseits angrenzt

Klima

Klimatabelle für Wieselburg (Mittelwerte 2008–2025)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 0,5 2,0 5,6 10,4 14,7 19,5 20,8 20,2 15,3 10,0 5,2 1,7 ⌀ 10,5
Mittl. Tagesmax. (°C) 3,3 6,2 11,8 17,3 20,6 25,7 27,3 26,9 21,6 15,2 8,7 4,5 ⌀ 15,8
Mittl. Tagesmin. (°C) −1,8 −1,0 1,3 5,0 9,5 13,9 15,3 14,9 11,1 6,7 2,7 −0,6 ⌀ 6,5
Niederschlag (mm) 52,2 34,7 49,6 49,9 99,8 105,5 96,1 107,9 79,0 52,4 45,6 49,2 Σ 821,9
Sonnenstunden (h/d) 1,7 3,2 5,0 6,7 6,5 7,8 7,9 7,6 5,9 3,8 2,1 1,6 ⌀ 5
Regentage (d) 9,8 7,3 9,1 7,9 11,4 10,1 10,8 9,9 8,4 8,1 7,6 9,6 Σ 110
Luftfeuchtigkeit (%) 86 80 74 70 73 70 69 73 80 85 87 87 ⌀ 77,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,3
−1,8
6,2
−1,0
11,8
1,3
17,3
5,0
20,6
9,5
25,7
13,9
27,3
15,3
26,9
14,9
21,6
11,1
15,2
6,7
8,7
2,7
4,5
−0,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Wieselburg (ID 5421), Mittelwerte 2008–2025, aufbereitet von Tauernwetter Forschung

Am 31. Juli 2026 wurde in Wieselburg mit 40,3 °C der Österreichrekord für die höchste jemals in einem Juli registrierte Temperatur erreicht.

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Wieselburg ein Teil der Provinz Noricum.

Der Name Wieselburg stammt von der Lage, denn „zwisila“ im Althochdeutschen und „zwisel“ im Mittelhochdeutschen, bedeuten „Zusammenfluss“. Am „Zwisel“ der beiden Flüsse, der großen und der kleinen Erlauf, wurde 976 eine Burg errichtet, in der sich auch eine Wehrkirche (Wieselburger Oktogon) befand.

1848 entstand die politische Gemeinde. 1913 kam es zur Vereinigung des Marktes Wieselburg mit Teilen der Ortsgemeinde Mitterwasser (mit Berg und Schacha) und der Ortsgemeinde Rottenhaus.

Mit Errichtung der Erlauftalbahn und der Querung mit der Schmalspurbahnlinie Ober-Grafendorf-Gresten ins Kleine Erlauftal wurde Wieselburg, ähnlich wie Amstetten, zum Knotenpunkt und damit zum Eisenbahnerort, wodurch die Einwohnerzahl stieg.

In Wieselburg lag eines der größten Kriegsgefangenenlager der Monarchie. Zwischen 1915 und 1918 waren bis zu 60.000 Gefangene stationiert. Zusammen mit dem Offizierslager in Mühling und dem Lager in Purgstall waren über 80.000 Gefangene interniert, was die höchste Konzentration in der gesamten Habsburgermonarchie bedeutete.

Während des Zweiten Weltkrieges sind 187 Männer aus Wieselburg im Krieg gefallen.

Im Mai 1976 wurde die Marktgemeinde Wieselburg zur Stadt erhoben.

Bevölkerungsentwicklung

Wieselburg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
951
1880
  
1.011
1890
  
1.152
1900
  
1.613
1910
  
1.874
1923
  
2.094
1934
  
2.128
1939
  
2.076
1951
  
2.292
1961
  
2.555
1971
  
2.853
1981
  
3.042
1991
  
3.095
2001
  
3.489
2011
  
3.702
2021
  
4.448
2026
  
4.950
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Wieselburg
Oktogon mit Wandmalereien in der Pfarrkirche Wieselburg

Wirtschaft und Infrastruktur

Brauerei Wieselburg

Neben großen Leitbetrieben spielen Handel und Gastronomie eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt. Gemeinsam mit Klein- und Mittelbetriebe ist Wieselburg das Wirtschaftszentrum der Region.

Bildung

Mit seiner Fachhochschule (Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt), dem Gymnasium, der Haupt-, Volks-, Musikschule und der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft, dem Francisco Josephinum (in Wieselburg-Land) ist Wieselburg außerdem als „Schulstadt“ bekannt.

Verkehr

  • Eisenbahn: Wieselburg liegt an der Erlauftalbahn. Diese bietet stündliche Verbindungen zur Westbahn in Pöchlarn.
  • Straße: Vom Stadtzentrum sind es rund 5 Kilometer zur Autobahnauffahrt Ybbs/Wieselburg der West Autobahn A1.
  • Umfahrung: Am 10. Juni 2021 wurde die Umfahrung Wieselburg feierlich eröffnet. Durch diese Maßnahme wurde das Stadtzentrum verkehrstechnisch entlastet. Der Durchzugsverkehr soll dabei um bis zu 50 % reduziert werden.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hatte bis zur Gemeinderatswahl im Jahr 2020 23 Mitglieder. Seit der Gemeinderatswahl 2025 besteht dieser aus 25 Mitgliedern.

Bürgermeister

  • 1883–1913 Johann Winter
  • 1913–1934 und 1938–1945 Anton Fahrner
  • 1934–1938 Johann Fasching
  • 1945 Josef Bittersberger
  • 1948–1963 Josef Trollmann
  • 1963–1969 Gottfried Thanel
  • 1969–1985 Leopold Sedlmayr
  • 1986–1997 Karl Hager (SPÖ)
  • 1997–2019 Günther Leichtfried (SPÖ)
  • seit 2019 Josef Leitner (SPÖ)

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Commons: Wieselburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ David Kaufmann: Klimadaten Niederösterreich – aufbereitete Klimamittel von GeoSphere-Stationen (Gemeinde-Datensätze). Zenodo, 2026, doi:10.5281/zenodo.21274855 (zenodo.org).
  2. ↑ ORF.at: 40,3 Grad in Wieselburg: Juli-Rekord gebrochen. 31. Juli 2026, abgerufen am 1. August 2026.
  3. ↑ Hertha Ladenbauer-Orel: Wieselburg an der Erlauf, das östlichste Imperium des hl. Wolfgang. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 117a, Linz 1972, S. 26–62 (zobodat.at [PDF; 7 MB]).
  4. ↑ Kriegerdenkmal Wieselburg. In: Kriegerdenkmäler unserer Heimat in NIEDERÖSTERREICH. Abgerufen am 10. April 2017.
  5. ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 116. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 8. Juni 2022.
  6. ↑ Schloss Rottenhaus. In: NÖ-Burgen online. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  7. ↑ Schloss Rottenhaus. In: burgen-austria.com. Werner Hammerl (Hrsg.)
  8. ↑ Schloss Perzelhof. In: NÖ-Burgen online. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  9. ↑ Schloss Perzelhof. In: burgen-austria.com. Werner Hammerl (Hrsg.)
  10. ↑ Wirtschaftsstandort. Stadtgemeinde Wieselburg, abgerufen am 19. November 2022 (deutsch).
  11. ↑ Eröffnung des Technologiezentrums Wieselburg-Land, noe-news.at, 15. November 2009
  12. ↑ Ecoplus – Technopol Wieselburg (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive); abgerufen am 11. Juni 2015
  13. ↑ NÖN: Technopol Wieselburg – Neuer Technopolmanager; abgerufen am 11. Juni 2015
  14. ↑ Stadtquartier Wieselburg – Ihre Neue Adresse für Einkaufen, Gesundheit und Wohnen! Abgerufen am 7. Februar 2025.
  15. ↑ Eröffnung: Wieselburger Stadtquartier ist offiziell eröffnet worden. 11. Januar 2022, abgerufen am 7. Februar 2025.
  16. ↑ Fachhochschule Wiener Neustadt Campus Wieselburg
  17. ↑ Website des BG/BRG Wieselburg. Abgerufen am 7. Februar 2025.
  18. ↑ ÖBB. Abgerufen am 19. November 2022.
  19. ↑ Erste Überlegungen 1953 Umfahrung Wieselburg für Verkehr freigegeben. In: noen.at. 11. Juni 2021, abgerufen am 13. Juni 2021.
  20. ↑ Neubau Umfahrung B25. Abgerufen am 7. Februar 2025.
  21. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 12. Oktober 2019.
  22. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 12. Oktober 2019.
  23. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 12. Oktober 2019.
  24. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 12. Oktober 2019.
  25. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 12. Oktober 2019.
  26. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 29. Februar 2020.
  27. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Wieselburg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2025, abgerufen am 31. März 2025.
  28. ↑ Leitner neuer Bürgermeister von Wieselburg auf ORF vom 11. April 2019, abgerufen am 11. April 2019.
  29. ↑ Partnerstadt Einbeck. Stadtgemeinde Wieselburg, abgerufen am 19. November 2022 (deutsch).