Hetzkampagne

Die während der NS-Zeit öffentlich ausgehängte Zeitung Der Stürmer führte eine permanente Hetzkampagne gegen Juden.

Als Schmutzkampagne werden Maßnahmen bezeichnet, die den Ruf einer Person, einer Gruppe oder Institution beschädigen sollen. Dazu wird die öffentliche Meinung durch die Lancierung falscher oder verfälschter Informationen sowie entsprechender Meinungen manipuliert. Im Extremfall kann aus der Schmutzkampagne eine Hetzkampagne werden, die die Zielperson(en) durch bewusste Mobilisierung von Hass und Aufrufen zur Gewalt an Leib und Leben bedroht.

Als Werkzeug solcher Kampagnen werden meist Massenmedien eingesetzt. Dabei kann der Urheber der Kampagne entweder der Eigentümer des Mediums sein oder sich dessen bedienen. Wird eine Kampagne geschickt geführt, ist der Urheber kaum auszumachen, und die angegriffene Person oder Gruppe kann wenig gegen die Beschädigung ihres Ansehens unternehmen.

Die Begriffe Schmutz- und Hetzkampagne werden auch als politische Kampfbegriffe benutzt, um Kritiker zum Schweigen zu bringen oder sachliche kritische Berichterstattung in ein negatives Licht zu rücken („Die Anschuldigungen gegen mich sind eine Schmutzkampagne“). Ein verwandtes Phänomen in der Arbeitswelt ist das Mobbing.

Zielgruppen und Zielpersonen

Als Ziele kommen sehr unterschiedliche Personenkreise in Frage, zum Beispiel:

Methoden

Schmutz- und Hetzkampagnen werden mit Methoden der Desinformation und der Propaganda geführt. In abgeschwächter Form kann auch tendenziöse Berichterstattung der Medien dazu gezählt werden, etwa indem bestimmte negativ besetzte Begriffe eingesetzt werden (z. B. Sozialschmarotzer). Sachliche Argumente spielen, dem Zweck entsprechend, eine untergeordnete Rolle. Vorwürfe basieren häufig auf Gerüchten oder Vermutungen und werden nicht bewiesen, Fakten werden selektiv ausgewählt oder verfälscht dargestellt. Schmutz- und Hetzkampagnen können auch als Ablenkungsmanöver dienen, um die Aufmerksamkeit von einem anderen, vom Urheber der Kampagne unerwünschten Thema abzulenken (siehe dazu auch Desinformation und Medienmanipulation).

Charakteristisch für solche Kampagnen ist:

Beispiele

Deutschland

Anstecker der Bewegung „Enteignet Springer“, 1969. Die Kampagne war eine Reaktion auf die von Linken als unerträglich empfundene Berichterstattung der Springer-Medien zur linken Studentenbewegung. Die Parole von 1967 geht auf Walter Barthel zurück.

Russland

Schweiz

USA

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jochen Staadt: Die Stasi und ein anti-Springer-Projekt: Enteignet Augstein!, FAZ vom 14. Juni 2009
  2. ↑ Kerstin Holm: So lügen Sie mit dem größten Erfolg. In: FAZ.net. 27. Februar 2017, abgerufen am 28. Januar 2024.
  3. ↑ Richards, David: Played Out: The Jean Seberg Story. Random House, 1981, ISBN 0-394-51132-8.
  4. ↑ Michael Ruppert: Gary Webb, Pulitzer Price Winner dead of reported suicide. (Memento vom 5. März 2010 im Internet Archive) In: Consortium News, 13. Dezember 2004 (englisch).
  5. ↑ Alexander Cockburn: From Kobe Bryant to Uncle Sam – Why They Hated Gary Webb. (Memento vom 5. März 2010 im Internet Archive) In: Counterpunch.com, 18./19. Dezember 2004 (englisch)
  6. ↑ Robert Parry: CIA's Drug Confession. In: Consortium News, 15. Oktober 1998 (englisch). Siehe Report of Investigation Concerning Allegations of Connections Between CIA and The Contras in Cocaine Trafficking to the United States (96-0143-IG). (Memento vom 12. Juni 2007 im Internet Archive) In: CIA.gov, 29. Januar 1998 (englisch).