
Als Prunkpaletten, gelegentlich auch als Schminkpaletten, bezeichnen Ägyptologie und Archäologie spezielle Kunstobjekte von unterschiedlicher Größe und Gestalt mit flachem Körper aus Schiefer, Porphyr oder Grauwacke, deren Vorder- und Rückseite mit groben und einfachen oder hochkomplexen Reliefs verziert sein konnten.
Die größte Anzahl solcher Paletten stammt aus der ausgehenden Naqada-III-Epoche (um 3.400–3.100 v. Chr.) aus der Übergangszeit von Prädynastik und Beginn der Frühdynastischen Periode Ägyptens. Ergiebige Fundorte sind Naqada, Qustul und Abydos.

Prunkpaletten galten als begehrte Grabbeigabe der Elite. Mit Beginn der 1. Dynastie ließ ihre Popularität jedoch überraschend nach, unter König Hor Aha nimmt die Zahl der Funde stark ab; das Fragment einer Prunkpalette aus dem Grab des Königs Hor Den ist das späteste bekannte Beispiel.
Der Zweck von Prunkpaletten dürfte im kultischen Bereich zu suchen sein. Vermutlich wurde auf ihnen Schminke zu zeremoniellen Anlässen hergestellt, indem Pigmente, gewonnen aus Mineralien und Erzen, zermahlen und mit Tierfetten oder Salböl vermengt wurden. Aus diesem Grund ist auch die Bezeichnung „Schminkpalette“ geläufig.
Viele Prunkpaletten haben aufgrund ihrer Reliefdarstellungen breite Bekanntheit erlangt: