Mangold

Mangold
Synonyme Krautstiel
Mangoldblätter

Mangoldblätter

Art Beta vulgaris

Unterart Beta vulgaris subsp. vulgaris

Gruppe Cicla-Gruppe, Flavescens-Gruppe
Herkunft Mittelmeergebiet
bekannt seit ca. 400 v. Chr.
Gelber und roter Mangold
Mangold mit verschiedenfarbigen Stielen

Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Kultivargruppen Cicla-Gruppe und Flavescens-Gruppe), deutschschweizerisch Krautstiel genannt, ist eine Gemüse­pflanze. Sie ist eine Kulturform der Rübe, verwandt mit der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Rübe, und stammt von der an Küstensäumen wachsenden Wilden Rübe oder See-Mangold (Beta vulgaris subsp. maritima) ab. Sie gehört zur Unterfamilie der Betoideae in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Der Mangold ergibt mit seinen langgestielten, bis 30 Zentimeter langen Blättern ein rein vom Aussehen her dem Spinat ähnliches Gemüse. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlicher Blattfarbe (bleich, gelb, hell- bis dunkelgrün und dunkelrot), die Blätter können runzelig oder glatt sein. Es werden die Blätter und die Stiele verzehrt, nicht jedoch die Wurzeln. Mangold kann auch als Ersatz für Stängelkohl bzw. Rübstiel genommen werden.

Etymologie

Das heutige Wort „Mangold“ geht auf mittelhochdeutsch mannegolt bzw. mangolt und althochdeutsch mānegolt zurück. Der genaue Ursprung ist unsicher bzw. spekulativ. Es wurde vermutet, aber bezweifelt von Wilhelm Wissmann, dass der Pflanzenname dem althochdeutschen Männernamen Managold entspricht.

Kulturformen

Es gibt zwei grundsätzliche Kulturformen des Mangolds. Ihre wissenschaftliche Benennung hat sich häufig geändert, so wurden sie als Unterarten, Varietäten oder Formen eingestuft. Inzwischen fasst man alle Kulturformen nur noch in Kultivargruppen innerhalb von Beta vulgaris subsp. vulgaris zusammen.

Inhaltsstoffe

Mangold

Die Pflanze enthält außerordentlich viel Vitamin K, außerdem Vitamin A und Vitamin E, sowie Natrium, Magnesium, Kalium und Eisen. Die Mangoldwurzel enthält viel Zucker, der in früheren Zeiten durch Auskochen gewonnen wurde. Später löste die Zuckergewinnung aus der nahe verwandten Zuckerrübe dieses Verfahren ab. Die Mangoldblätter zählen zu den Lebensmitteln mit sehr hohem Oxalsäure­gehalt, was von Nieren­kranken (Oxalatsteine) zu beachten ist. Die unterschiedlichen Färbungen der Stiele kommen durch unterschiedliche Mischungen von Betalainen zustande.

Der Nährwert von Mangold beträgt 79,5 kJ (19 kcal) je 100 Gramm. Er setzt sich zusammen aus rund 3,74 g Kohlenhydrate (davon 1,6 g Ballaststoffe und 1,1 g Zucker), 0,2 g Fett und 1,8 g Eiweiß.

Anbau

Anbau und Ernte

Die Aussaat des Mangolds erfolgt in mitteleuropäischen Gärten von Ende März bis April sowie für herbstlichen Schnittbedarf von Juli bis Mitte August. Im Frühjahr ausgesäter Mangold wird nach einer Wachstumszeit von 80 bis 90 Tagen ab Juli erntereif. Die Pflanze kann aber auch zweijährig gezogen werden, da sie erst nach einer Vernalisation in der zweiten Vegetationsperiode blüht.

Nachbarn in der Mischkultur

Pflanzen vertragen sich mit unterschiedlichen Nachbarn, die direkt angrenzend wachsen, unterschiedlich gut. Ein wichtiger Faktor für dieses Phänomen ist die Allelopathie. Für Mangold sind:

Galerie

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 459 (Mangold) und 854 (Wergeld).
  2. ↑ Helmut Carl: Die deutschen Pflanzen- und Tiernamen: Deutung und sprachliche Ordnung. Heidelberg 1957; Neudruck Heidelberg/Wiesbaden 1995, S. 195.
  3. ↑ Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 421 (zum Eigennamen Sant Mangolt: für den Pflanzennamen Mangold und den Personennamen sanct Mangold in Aller Praktik Großmutter von Johann Fischart).
  4. ↑ Pertti Uotila: Chenopodiaceae (pro parte majore). 2011 Beta vulgaris subsp. vulgaris – In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. ↑ Wissenschaftliche Namen und Trivialnamen von Beta vulgaris bei der Multilingual Multiscript Plant Name Database
  6. ↑ Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 163 (zu Bleta).
  7. ↑ Vgl. etwa <-- fälschlich? -->Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 395 (rœmesch kôl: Brassica oleracea (L.) W. D. J. Koch, Kohl).
  8. ↑ How Healthy Is Swiss Chard? 18 Health Benefits, Side Effects. In: MedicineNet. 20. Mai 2022, abgerufen am 14. Februar 2023 (englisch).
  9. ↑ F. Kugler, F.C. Stintzing, R. Carle: Identification of betalains from differently coloured Swiss Chard (Beta vulgaris L. ssp. cicla [L.] Alef. cv. “Bright Lights”) by high-performance liquid chromatography – electrospray ionization mass spectrometry. Journal of Agricultural and Food Chemistry 52, 2004, S. 2975–2981.
  10. ↑ Inhaltsstoffe von Mangold. Abgerufen am 12. April 2023.
  11. ↑ Horst Köhler: Das praktische Gartenbuch. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1952, S. 411
  12. ↑ Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch: Holzminden bei Neuss 1964, S. 97
Wiktionary: Mangold – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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