Die Schweizer Stuben waren ein Hotel in Wertheim-Bettingen, dessen gleichnamiges Restaurant jahrelang zu den besten Deutschlands gehörte. Von 1974 bis 2002 wurde es mit ein bis zwei Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet.
Viele später von Michelin ausgezeichnete Küchenchefs haben in den Schweizer Stuben gekocht.
Der Industrielle Adalbert Schmitt (1932–2005) gründete 1971 das Hotel mit den Restaurants Schweizer Stuben und Landgasthof Schober. Der Name sollte Programm sein: Ab dem 1. Mai 1971 wurde eine typisch eidgenössische Küche geboten.
Schmitt engagierte 1972 den in St. Moritz tätigen Badener Jörg Müller als Chef des neuen Küchenstils, die moderne französische Grande Cuisine. Ein Jahr später holte dieser seinen jüngeren Bruder Dieter Müller aus Bern an seine Seite. 1974 erhielten die Schweizer Stuben im Guide Michelin erstmals einen Stern, 1977 den zweiten. Gault-Millau und Feinschmecker verliehen dem Restaurant ebenfalls Höchstnoten. Als 1979 Klaus Besser, ein wichtiger deutscher Restaurantkritiker, seine erste Hitliste der besten deutschen Restaurants veröffentlichte, setzte er die Schweizer Stuben auf Platz eins.
1988 wurde das dritte Restaurant Taverna „La Vigna“ eröffnet. Im selben Jahr schafften es die Schweizer Stuben im Hornstein-Ranking, das alljährlich eine Quersumme aus den Bewertungen der wichtigen Reiseführer zieht, zum „besten Landhotel“ gewählt zu werden.
2002 mussten die Schweizer Stuben Insolvenz anmelden. Weitere Versuche der Wiederbelebung bis 2006 scheiterten. 2020 kaufte die Stadt das Areal, um es zu einem Baugebiet umzuwandeln. Mitte 2025 waren die Gebäude abgerissen.
Koordinaten: 49° 46′ 28,7″ N, 9° 33′ 35,8″ O