Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.
Ursache
Der Erkrankung liegen Mutationen im ANO6-Gen auf Chromosom 12Genort q12 zugrunde. Das Gen wird auch als TMEM16F Gen bezeichnet.
Klinische Erscheinungen
Klinische Kriterien sind:
hämorrhagische Diathese
verminderter Prothrombin-Verbrauch in der Serum-Prothrombin-Zeit (SPT), ansonsten normale Gerinnungsparameter
Anscheinend ist die Prokoagulans-Aktivität gestört, aktivierte Thrombozyten können keine anionischen Phospholipide ausbilden und Proagulans-Mikropartikel ausschütten. Die Präsentation von Phosphatidylserin an der Oberfläche aktivierter Thrombozyten ist essentiell für die Bildung wirksamer Enzymkomplexe.
Diagnose
Die Diagnose ergibt sich aus der Blut- und Gerinnungsuntersuchung. Dabei sind typischerweise alle Gerinnungsparameter außer der Serum-Prothrombin-Zeit normal.
Literatur
H. J. Weiss, W. J. Vicic, B. A. Lages, J. Rogers: Isolated deficiency of platelet procoagulant activity. In: The American journal of medicine. Band 67, Nummer 2, August 1979, S.206–213, PMID 572637.
↑A. J. Robinson, P. M. Aggeler, G. P. McNicol, A. S. Douglas: An atypical genetic haemorrhagic disease with increased concentration of a natural inhibitor of prothrombin consumption. In: British Journal of Haematology. Band 13, Nummer 4, Juli 1967, S.510–527, PMID 6029953.
↑H. J. Weiss: Scott syndrome: a disorder of platelet coagulant activity. In: Seminars in hematology. Band 31, Nummer 4, Oktober 1994, S.312–319, PMID 7831576 (Review).
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