Sebastiano Canterzani (* 25. August 1734 in Bologna; † 19. März 1819 ebenda) war ein italienischer Mathematiker und Physiker.
Er studierte an der Universität Bologna und wurde dort 1756 promoviert. Er wurde von Francesco Maria Zanotti gefördert und folgte 1760 dessen Neffen Eustachio Zanotti als Dozent für Astronomie an der Universität. Als Franceso Maria Zanotti 1766 Präsident der Accademia delle Scienze dell’Istituto di Bologna wurde, ernannte er Canterzoni zum ständigen Sekretär. Dieses Amt übte er bis 1797 aus.

Er arbeitete als Wissenschaftler mit Eustachio Zanotti, dem Direktor der Sternwarte von Bologna, speziell bei den Beobachtungen und Berechnungen der Ephemeriden zusammen und beteiligte sich 1761 an der Untersuchung des Venusdurchgangs vor der Sonne. 1786 wurde er auf den Lehrstuhl für Mathematik und 1800 auf den für Physik berufen. 1808 wurde er emeritiert.
Nach seinen frühen Arbeiten zur Himmelsmechanik widmete er sich der Algebra und Analysis. Er veröffentlichte jedoch nur einige Fragmente zu Lösungen algebraischer Gleichungen, zur Variations- und Integralrechnung sowie zu Bernoulli-Zahlen. Seine physikalischen Arbeiten behandeln Probleme der Mechanik und Optik. Außerdem unterstützte er Luigi Galvani bei dessen Experimenten zur Elektrizität. Zahlreiche unveröffentlichte Schriften befinden sich in der Bibliothek der Universität Bologna.
1782 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Società Italiana. 1783 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino gewählt; ab 1785 war er auswärtiges Mitglied.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Canterzani, Sebastiano |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Mathematiker und Physiker |
| GEBURTSDATUM | 25. August 1734 |
| GEBURTSORT | Bologna |
| STERBEDATUM | 19. März 1819 |
| STERBEORT | Bologna |