Seesbach

Wappen Deutschlandkarte
Seesbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Seesbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 51′ N, 7° 33′ OKoordinaten: 49° 51′ N, 7° 33′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Nahe-Glan
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 6,06 km²
Einwohner: 498 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55629
Vorwahl: 06754
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 094
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Website: www.seesbach.de
Ortsbürgermeister: Ernst-Rainer Altmeier
Lage der Ortsgemeinde Seesbach im Landkreis Bad Kreuznach
KarteBad KreuznachKirnBiebelsheimPfaffen-SchwabenheimPleitersheimVolxheimHackenheimFrei-LaubersheimNeu-BambergFürfeldTiefenthal (Rheinhessen)Traisen (Nahe)NorheimAltenbambergHochstättenFeilbingertHallgarten (Pfalz)Niederhausen (Nahe)Oberhausen an der NaheDuchrothBad SobernheimAuen (Hunsrück)BärweilerDaubach (Hunsrück)IppenschiedKirschrothLangenthal (Hunsrück)LauschiedMartinsteinMeddersheimMerxheim (Nahe)Bad SobernheimMonzingenNußbaumOdernheim am GlanRehbach (bei Sobernheim)SeesbachStaudernheimWeiler bei MonzingenWinterburgBretzenheimDorsheimGuldentalLangenlonsheimLaubenheimRümmelsheimWindesheimDaxweilerDörrebachEckenrothRoth (bei Stromberg)Schöneberg (Hunsrück)SchweppenhausenSeibersbachStromberg (Hunsrück)WaldlaubersheimWarmsrothKirnBärenbach (bei Idar-Oberstein)Becherbach bei KirnBrauweiler (Rheinland-Pfalz)BruschiedHahnenbachHeimweilerHeinzenberg (bei Kirn)HennweilerHochstetten-DhaunHorbach (bei Simmertal)KellenbachKönigsauLimbach (bei Kirn)Meckenbach (bei Kirn)Oberhausen bei KirnOtzweilerSchneppenbachSchwarzerdenSimmertalWeitersbornAbtweilerBecherbach (Pfalz)BreitenheimCallbachDeslochHundsbachJeckenbachLettweilerLöllbachMeisenheimRaumbachRehbornReiffelbachSchmittweilerSchweinschiedAllenfeldArgenschwangBockenauBoos (Nahe)BraunweilerBurgsponheimDalberg (bei Bad Kreuznach)GebrothGutenberg/NaheHargesheimHergenfeldHüffelsheimMandel (Gemeinde)MünchwaldOberstreitRoxheimRüdesheim (Nahe)SchloßböckelheimSankt Katharinen (bei Bad Kreuznach)Sommerloch (bei Bad Kreuznach)SpabrückenSpallSponheimWaldböckelheimWallhausen (bei Bad Kreuznach)Weinsheim (bei Bad Kreuznach)Winterbach (Soonwald)Rhein-Hunsrück-KreisLandkreis BirkenfeldLandkreis Mainz-BingenHessenLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselDonnersbergkreis
Karte
Ansicht von Süden
Ansicht von Norden

Seesbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Nahe-Glan an. Seesbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie

Seesbach liegt am Südrand des Soonwalds am Rande des Hunsrücks. Zum Ort gehört auch die nördlich gelegene Siedlung Waldfriede. Im Westen befinden sich Weitersborn und im Süden Horbach und Simmertal.

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt im Durchschnitt 676 mm. Die Niederschlagsmengen liegen damit im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni (1,4 mal mehr als im Februar).

Geschichte

Archäologische Befunde belegen eine Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets von Seesbach bereits in der Jungsteinzeit (ca. 4000–2000 v. Chr.), u. a. durch Funde im Naturschutzgebiet „Bruchwiesen“. Auch aus der Römerzeit sind Spuren wie Brandgräber und römisch-fränkisch geprägte Feldmarkteilungen nachgewiesen worden.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte um das Jahr 1000 unter dem Namen Semendisbach, als Erzbischof Willigis von Mainz den Bau einer Kapelle initiierte. Diese stammt aus dem frühen 11. Jh. und ist heute als sogenannte Semendiskapelle auf dem Seesbacher Friedhof erhalten. Ihr Schiff wurde im 13. Jh. erneuert, und es wurden Wandmalereien aus dieser Zeit hinzugefügt.

1277 ist Seesbach als Besitz der Grafen von Sponheim belegt. Nach dem Aussterben der Sponheimer im Jahre 1437 fiel der Ort gemeinsam an Kurpfalz, Baden und Veldenz. Ab 1716 lag Seesbach schließlich vollständig unter badischer Oberhoheit, verwaltet im Unteramt Koppenstein des Oberamts Kirchheim.

Während der Frühen Neuzeit litt die Gemeinde unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) und anderen Katastrophen; ein Großteil der Bevölkerung verstarb oder wanderte ab. Nach Kriegsende lebten lediglich noch 20 bis 25 Familien vor Ort.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts setzte eine Auswanderungswelle ein, insbesondere zwischen 1782 und 1785 in die Vereinigten Staaten von Amerika, sowie ab 1824 auch nach Brasilien. Die Letztgenannte wurde maßgeblich im Kinofilm Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht von Edgar Reiz ausführlich thematisiert, der zentral in einem Nachbarort Seesbachs, Gehlweiler, gedreht wurde.

Im Zuge der französischen Verwaltungsreformen wurde Seesbach 1798 der Mairie Monzingen zugeordnet. Nach dem Wiener Kongress von 1815 gelangte es an das Königreich Preußen und wurde Teil der Rheinprovinz. In den politischen Verwaltungsreformen des 20. Jahrhunderts wechselte Seesbach mehrfach. Es wurde 1970 Mitglied der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim und gehört seit deren Fusion 1. Januar 2020 zur Verbandsgemeinde Nahe‑Glan.

Trotz der fortschreitenden Mechanisierung der Landwirtschaft, des Rückgangs bäuerlicher Betriebe und zunehmender Abwanderung blieb Seesbach bis heute ein ländlich geprägter Ort mit einem erkennbar historischen Ortskern.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Seesbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2009 fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDFWGGesamt
2024per Mehrheitswahl12 Sitze
2019per Mehrheitswahl12 Sitze
2014per Mehrheitswahl12 Sitze
20095712 Sitze
20047512 Sitze

Bürgermeister

Ortsbürgermeister ist Ernst-Rainer Altmeier. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 83,28 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 79,2 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Wappen

Blasonierung: „Unter gold-blau geschachtem Schildhaupt durch eingeschweifte silberne Spitze, darin eine blaue Kapelle, gespalten, vorn in Rot ein silbernes, sechsspeichiges Rad, hinten in Schwarz ein goldener, rotbewehrter und -gekrönter Löwe.“

Bedeutung:

Das Gemeindewappen stellt eine Kombination aus kirchlicher und weltlicher Geschichte dar und wurde in Anlehnung an die historischen Herrschaftsverhältnisse gestaltet und genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Semendiskapelle

Die sogenannte Semendiskapelle ist eines der ältesten sakralen Bauwerke im Hunsrückraum. Sie wurde um das Jahr 1000 auf Initiative des Mainzer Erzbischofs Willigis erbaut und diente ursprünglich als Eigenkirche oder Kapellenhof des Erzbistums Mainz.

Der ursprüngliche Bau bestand aus einem einfachen rechteckigen Schiff und einer eingezogenen Apsis. Im 13. Jahrhundert wurde das Schiff durch einen Neubau ersetzt und mit Wandmalereien ausgeschmückt, die unter anderem Christus als Weltenrichter und Heiligenfiguren zeigen. Diese Fresken gelten als kunsthistorisch bedeutsam.

Heute befindet sich die Kapelle am Seesbacher Friedhof und steht unter Denkmalschutz. Sie wird als ein wichtiges Zeugnis frühmittelalterlicher Kirchenbaukunst in Rheinland-Pfalz angesehen.

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Seesbach liegt im nordwestlichen Teil des Ortes. Er wurde vermutlich im frühen 19. Jahrhundert angelegt und diente der jüdischen Gemeinde Seesbachs sowie zeitweise auch Juden aus umliegenden Orten.

Auf dem Gelände sind heute noch mehrere Grabsteine (Mazewot) erhalten. Die ältesten stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die letzten Beisetzungen fanden vermutlich in den 1930er-Jahren statt.

Der Friedhof ist heute als Kulturdenkmal geschützt. Er dokumentiert das frühere jüdische Leben in Seesbach, das mit der NS-Zeit ausgelöscht wurde. Ein Gedenkstein erinnert an die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihrer Verstorbenen.

Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal von Seesbach befindet sich am südlichen Ortsrand an der Hauptstraße. Es wurde 1927 nach dem Ersten Weltkrieg errichtet und erinnert an die im Krieg gefallenen Seesbacher Soldaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal 1958 um die Namen der Gefallenen und Vermissten dieses Krieges ergänzt.

Das Denkmal besteht aus einem gestuften Sockel mit Gedenktafeln aus Sandstein sowie einem zentralen Kreuzaufsatz. Es ist von einer Einfassung mit niedriger Mauer umgeben. Das Kriegerdenkmal gilt als ortsbildprägendes Mahnmal und steht unter Denkmalschutz.

Quarzitfelsen

Ein Naturdenkmal besonderer Art ist ein Quarzitfelsen in der Ortsmitte.

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Seesbach

Der Dialekt

Seesbach liegt direkt südöstlich der „dat-das“ Sprachgrenze, die auch als Sankt Goarer Linie oder Hunsrück-Schranke Rheinland-Pfalz durchschneidet. Es ist dies eine der zentralen Isoglossen im deutschen Sprachraum. Damit kann der Seesbacher Dialekt gerade noch dem Rheinfränkischen (das) zugeordnet werden, während nordwestlich und westlich benachbarte Ortschaften schon im Moselfränkischen zu verorten sind (dat).

Persönlichkeiten

Commons: Seesbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 31. August 2022.
  3. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 24 (PDF; 1,9 MB).
  4. ↑ Beuscher 1991, S. 20
  5. ↑ regionalgeschichte.net: erste Besiedlungsspuren
  6. ↑ Beuscher 1991, S. 19–20
  7. ↑ regionalgeschichte.net
  8. ↑ Beuscher 1991, S. 21–24
  9. ↑ regionalgeschichte.net
  10. ↑ regionalgeschichte.net: Besitz 1277
  11. ↑ regionalgeschichte.net: Besitzwechsel
  12. ↑ regionalgeschichte.net: Baden 1716
  13. ↑ regionalgeschichte.net: Dreißigjähriger Krieg
  14. ↑ regionalgeschichte.net: Auswanderung ab 1772, 1785, 1824
  15. ↑ wikipedia.de: Auswanderung 1782–1785
  16. ↑ https://www.welt.de/geschichte/article252426080/Auswanderer-1824-Als-Deutsche-aus-dem-Hunsrueck-ihr-Glueck-im-Urwald-suchten.html
  17. ↑ regionalgeschichte.net: französische Zeit 1798
  18. ↑ wikipedia.de: Preußen 1815
  19. ↑ regionalgeschichte.net: VG seit 1970, Fusion 2020
  20. ↑ wikipedia.de: VG Nahe‑Glan 2020
  21. ↑ Gemeindewahlleiter: Öffentliche Bekanntmachungen und amtliche Mitteilungen. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat Seesbach am 9. Juni 2024. In: Mitteilungsblatt für die Verbandsgemeinde Nahe-Glan, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 11. Juni 2024, abgerufen am 6. Juni 2026.
  22. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Seesbach. Abgerufen am 20. September 2019.
  23. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  24. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 20. September 2019 (siehe Bad Sobernheim, Verbandsgemeinde, 15. Ergebniszeile).
  25. ↑ Seesbach, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Seesbach. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 6. Juni 2026.
  26. 1 2 3 4 5 Wappen von Seesbach, regionalgeschichte.net, abgerufen am 18. Juli 2025
  27. 1 2 Die Friedhofskapelle von Seesbach, regionalgeschichte.net, abgerufen am 18. Juli 2025
  28. 1 2 Seesbach (VG Nahe-Glan, Kreis Bad Kreuznach) Jüdischer Friedhof, alemannia-judaica.de, abgerufen am 18. Juli 2025
  29. ↑ Denkmalliste Rheinland-Pfalz – Seesbach, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, abgerufen am 18. Juli 2025