Senta Minzlaff (* 19. September 1909 als Senta Edith Emma Margarete Runkel in Tegel; † 22. Februar 1999 in Berlin) war eine deutsche Malerin und Zeichnerin. Sie arbeitete zunächst als Zahnärztin. Ab 1958 genoss sie nach jahrelanger autodidaktischer künstlerischer Tätigkeit zusätzlich eine künstlerische Ausbildung.
Senta Minzlaff wurde 1909 als Tochter des Chemikers Karl Runkel geboren, der zu dieser Zeit bei den Gaswerken Tegel arbeitete. 1930 legte sie das Abitur ab und studierte anschließend Zahnheilkunde in Heidelberg, Würzburg und Berlin. 1938 heiratete sie ihren Kommilitonen Friedrich Minzlaff (1911–1994). Gemeinsam betrieben sie eine Zahnarztpraxis in Berlin-Steglitz. Das Paar hatte zwei Töchter.
Bereits ab den 1930er Jahren war sie nebenher als Autodidaktin künstlerisch tätig. Ab 1958 ließ sie sich an der Hochschule der Künste in der „Klasse für Hochbegabte aus kunstfernen Berufen“ bei Bernhard Wilhelm Borchert ausbilden. Von 1965 bis 1999 war sie Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen (VdBK). In den 1980er Jahren schloss sie sich auch der GEDOK Berlin an. Im Archiv der Akademie der Künste ist ihre Mitgliederakte des VdBK bis heute erhalten. Minzlaff stellte fast ausschließlich bei diesen beiden Vereinen aus.
1960 erwarb das Ehepaar Minzlaff eine Gründerzeitvilla in der Kantstraße 2 in Steglitz. Dort veranstaltete Senta Minzlaff von ca. 1980 bis etwa 1990 regelmäßig saisonbezogene Kunstfeste. Für diese Feste gestaltete sie wandhohe Tableaus auf Packpapier, mit denen sie die Villa dekorierte. Senta Minzlaff starb 1999 im Alter von 90 Jahren. Sie wurde auf dem Friedhof Bergstraße in Steglitz beigesetzt.
Ihr Frühwerk aus den 1930er Jahren umfasst vor allem kleinformatige Zeichnungen, mit denen sie ihre Briefe illustrierte. Ab den 1940er Jahren entstanden Landschaften, Porträts und Milieustudien. In den 1950er Jahren kamen Entwürfe für Glasfenster und abstrakte Experimente hinzu.
Während des Studiums in der Borchert-Klasse an der Hochschule der Künste Ende der 1950er Jahre entstanden Monotypien, Tier- und Landschaftsbilder. Im Rahmen dieser Klasse malte sie auch erste großformatige Porträts in intensiven Farben. Ab den frühen 1960er Jahren malte Minzlaff zunehmend frei und expressiv – in einer subjektiven, ganz vom Gegenstand gelösten Farbigkeit. Dabei arbeitete sie an einer Vielzahl von Motiven: Tiere, Pflanzen, Landschaften, Figuren, ethnologische Kulturobjekte ebenso wie Traum- und Fantasieszenen. Ihr Wiederentdecker Wolfgang Etterich verortet ihr Hauptwerk in den 1960er bis mittleren 1970er Jahren.
Inspiration fand sie in den Dahlemer Museen, im Zoologischen und im Botanischen Garten sowie auf zahlreichen Reisen in ferne Länder. So reiste sie 1958 nach Ägypten, 1967 nach Mexiko, 1973 nach Brasilien und 1974 nach Madeira. Aus jeder dieser Reisen gingen eigenständige Werkgruppen und Serien hervor, zum Beispiel der Bildband Mexiko sah mich an (1969) und eine Serie von Filzstiftzeichnungen von Madeira in der für sie typischen intensiven Farbwelt.
Nach ihrem Tod gerieten Senta Minzlaff und ihr Werk zunehmend in Vergessenheit. Erst 2019, 20 Jahre nach ihrem Tod, wurde ein Großteil ihres Werks durch den Berliner Sammler Wolfgang Etterich im Nachlasshandel wiederentdeckt. Etterich ordnet sie einem „neo-expressionistischen Malstil“ zu und stellt Minzlaff damit den „Neuen Wilden“ als „Alte Wilde“ voran. Die Galerie Creative Game betitelte ihre Ausstellung 2026 mit „Die Berliner Neoexpressionistin der 1960er Jahre“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Minzlaff, Senta |
| ALTERNATIVNAMEN | Runkel, Senta Edith Emma Margarete (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Malerin und Zeichnerin |
| GEBURTSDATUM | 19. September 1909 |
| GEBURTSORT | Tegel |
| STERBEDATUM | 22. Februar 1999 |
| STERBEORT | Berlin |