Sepp Leodolter

Sepp Leodolter (* 14. Mai 1943 in Wien) ist ein österreichischer Gynäkologe.

Karriere

Sepp Leodolter absolvierte von 1961 bis 1967 das Medizinstudium an der Universität Wien und promovierte zum Doktor der gesamten Heilkunde. In den folgenden zwei Jahren als Assistenzarzt am Pharmakologischen Institut der Universität Wien war Leodolter an der Entwicklung des Wehenhemmers Hexoprenalin beteiligt. 1981 wurde Leodolter zum Vorstand der Gynäkologisch-Geburtshilflichen Abteilung des Krankenhauses Lainz ernannt und 1983 zum Leiter des Ludwig Boltzmann Institutes zur Erforschung und Behandlung der weiblichen Sterilität. 1996 wurde Leodolter zum ordentlichen Universitätsprofessor der Universität Wien ernannt und als Leiter der Klinischen Abteilung für allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien eingesetzt.

Zwischen 1988 und 1990 war Sepp Leodolter als Fachexperte für künstliche Befruchtung am Bundesministerium für Justiz Österreich tätig und war in dieser Funktion an der Ausarbeitung des Fortpflanzungshilfegesetzes beteiligt. Seine Mutter, Gesundheitsministerin Ingrid Leodolter, war maßgeblich an der Entwicklung des Mutter-Kind-Passes beteiligt, sowie an der Organisation des gesamtösterreichischen Geburtenregisters.

Seit 1985 ist Leodolter Gründungs- und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie (Präsident von 2003 bis 2005) und der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (seit 1999 und Präsident von 1999 bis 2001). Von 2001 bis 2007 war er Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien, 2008 erfolgte seine Wahl zum Ehrenpräsidenten.

Leodolter wurde 1970 und 1972 mit dem Anton-von-Eiselsberg-Preis ausgezeichnet, welcher für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben wird. 2013 erhielt Leodolter die Billroth-Medaille für seine Verdienste um die Gesellschaft der Ärzte und die Wiener Medizin.

2007 wurde in der Zeitschrift News ein Artikel über eine wissenschaftliche Studie von Sepp Leodolter und Johannes Huber veröffentlicht, in dem die Ergebnisse ihrer Forschungen auf dem Gebiet der Zelltherapie von Krebspatienten als „sensationeller Erfolg“ bezeichnet wurden. Dieser Artikel löste eine Reihe von Reaktionen in den Medien aus, welche den Inhalt und die Aufmachung kritisierten.

Als Konsequenz dieser, von den Medien als „Zelltherapie-Affäre“ bezeichneten Reaktionen, stiegen Leodolter und Huber aus dem niederösterreichischen Forschungsunternehmen Cell Med Research aus.

Publikationen

Sepp Leodolter wirkte an mehr als 200 wissenschaftlichen Publikationen als Haupt- und Co-Autor mit sowie auch an einigen Büchern.

Wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

Bücher

Einzelnachweise

  1. ↑ B. Kamper, S. Leodolter, G. Hellmann, G. Hertting: Pharmacokinetic studies on 3H-hexoprenaline in the rat. In: Arzneimittelforschung. Band 23, Nr. 5, Mai 1973, S. 721–729.
  2. ↑ Bernhard Hadolt: Reproduktionstechnologiepolitik in Österreich: Die Genese des Fortpflanzungsmedizingesetzes 1992 und die Rolle von ExpertInnen. (PDF, 473 kb) Abgerufen am 27. Oktober 2013.
  3. ↑ Ein Arzt, der polarisiert. die presse, 21. Juni 2007, abgerufen am 27. Oktober 2013.
  4. ↑ Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) – eine Gesellschaft stellt sich vor. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2013; abgerufen am 27. Oktober 2013.
  5. ↑ Klinische Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie. (PDF; 9,99 MB) Abgerufen am 27. Oktober 2013.
  6. ↑ Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 27. Oktober 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  7. ↑ Verleihung der Billroth-Medaille an o.Univ.- Prof. Dr. Sepp Leodolter. Abgerufen am 27. Oktober 2013.
  8. ↑ Stammzellen: Neue Wunderwaffen gegen den Krebs aus Wien mit sensationellem Erfolg! 13. Juni 2007, abgerufen am 27. Oktober 2013.
  9. ↑ Hans Weiss: Dr. med. und Waren aller Art. Die Geschäfte des verhinderten Krebsheilers Johannes Huber. In: Zeit.de. 5. Juli 2007 (zeit.de [abgerufen am 27. Oktober 2013]).
  10. ↑ Zelltherapie-Affäre:Kein Geld von Patienten. Österreichischer Rundfunk, 11. April 2004, abgerufen am 27. Oktober 2013.
  11. ↑ Huber und Leodolter steigen aus „Cell Med“ aus. diepresse, 27. Juni 2007, abgerufen am 27. Oktober 2013.
Personendaten
NAME Leodolter, Sepp
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Gynäkologe und Wissenschaftler
GEBURTSDATUM 14. Mai 1943
GEBURTSORT Wien, Österreich