
Seren Sahin (* 29. April 1989 in München) ist ein deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor, Buchautor, Webvideoproduzent und ehemaliger Schauspieler. Für die Produktion des Spielfilms Gott ist ein Käfer wurde er 2022 für den Förderpreis Neues Deutsches Kino nominiert. Das Politdrama Gelbe Briefe, bei dem Sahin als Producer fungierte, wurde mit dem Goldenen Bären der 76. Berlinale und dem Filmpreis in Silber beim Deutschen Filmpreis 2026 ausgezeichnet.
Seren Sahin ist Enkelkind einer türkischen Gastarbeiterfamilie, die in den 1970er Jahren nach Deutschland gekommen ist.
Sahin besuchte zunächst die Grundschule und Mittelschule an der Führichstraße in München. Danach trat er an die Ludwig-Thoma-Realschule und das Asam-Gymnasium München über. Er ist Absolvent der Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.) und Volkswirtschaftslehre (B. Sc.) der Universität Augsburg. Sahin studierte von 2019 bis 2024 an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF München) Produktion und Medienwirtschaft und war Stipendiat der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH (VFF) und Oskar-Karl-Forster-Stiftung.
Sahin hatte mit 15 Jahren seine erste Hauptrolle in einem Kurzfilm namens security measures. Im Jahre 2011 bekam er die Hauptrolle des Cem im Kurzfilm Clash. Der Film bekam den Preis für das beste Drehbuch beim Bayerischen Jugendfilmfestival 2012 verliehen.
Sahin arbeitet eng mit dem deutschen Regisseur Kai Sitter zusammen.
Im September 2012 hat er die Hauptrolle des Emre im Film Üç gespielt. Der Film wurde in München und Istanbul gedreht. Clash wurde im Februar 2012 als „bester Kurzfilm“ auf dem Berliner Independent Film Festival vorgeschlagen. Im Rahmen des 66. Cannes Film Festival war er im „Short Film Corner“ zu sehen. Im April 2013 berichteten türkische Zeitungen und Kanal D anerkennend von Sahin und der Erstvorstellung von Üç in München. Des Weiteren wurde dieser Film im September 2013 für den „Tag der Talente“ in Berlin, im Auftrag des Bundesministerium für Bildung und Forschung, und für den Deutschen Nachwuchsfilmpreis 2013 beim Filmfest up-and-coming im November 2013 in Hannover nominiert.
Ein weiterer Kurzfilm, in dem Sahin mitspielte, war In der Galerie. Außerdem hat er diesen Film koproduziert. In diesem Film teilte er die Hauptrolle des Thalall mit Nadia Hilker, die aus der Fernsehserie The Walking Dead bekannt ist. Der Film feierte seine Filmpremiere im Mai 2014 in Berlin im Kino Moviemento und Kino Babylon. In der Galerie hat in türkischen Kinozeitschriften und Zeitungen positive Resonanz bekommen.
Im Jahr 2014 produzierte Sahin den Kurzfilm Still Leben, in dem er neben Stefan Murr auch Darsteller ist. Im Mai 2015 ist der Film in den USA auf dem Maryland International Film Festival gelaufen. Im selben Monat hat er auf dem WorldFest-Houston International Film Festival mit dem „Remi Award“ in Gold einen internationalen Erfolg feiern können.
Sahin spielte an den Münchner Kammerspielen im Theaterstück Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung des iranischen Regisseurs Amir Reza Koohestani, nach dem Roman von Kamel Daoud. Darüber hinaus spielte er im Theaterstück América des Regisseurs Stefan Pucher.
Im Jahr 2017 spielte Sahin im mittellangen Spielfilm Gestrandet von Kai Sitter. Der Film handelt vom „Neu-Ankommen“ in Deutschland – wie sich geflüchtete Menschen in Deutschland fühlen, wie sie aufgenommen werden und wie sie damit umgehen.
Im Jahr 2020 wurde der von Sahin produzierte mittellange Spielfilm Gefangen fertiggestellt. Dieses Projekt produzierte Sahin, bevor er sein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München begann. Bei diesem Filmprojekt gab es nur ein Konzept, weil alle Dialoge mit den Schauspielern zusammen direkt vor Ort am Set entwickelt sowie viele Szenen erst kurz vor und während des Drehs richtig erarbeitet und geprobt wurden. Außer als Produzent war Sahin – zusammen mit dem Regisseur Kai Sitter – auch als Filmeditor beteiligt. Der Film feierte seine Premiere im März 2020 auf der Regensburger Kurzfilmwoche und lief 2020 und 2021 auf zahlreichen deutschen, englischen und US-amerikanischen Filmfestivals. Sahin gewann mit Gefangen drei Filmpreise in den USA, unter anderem im Mai 2021 den „Remi Award“ in Platinum.
2020, im ersten Ausbildungsjahr an der Hochschule für Fernsehen und Film München, produzierte Sahin, gemeinsam mit Felix Herrmann, Eva-Maria Hartmann und Aylin Kockler, den Langfilm Gott ist ein Käfer von Regisseur Felix Herrmann. Der Film wurde vom FilmFernsehFonds Bayern und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Seine Uraufführung hatte der Film im Jahr 2022 auf dem Filmfest München, wo er die Reihe Förderpreis Neues Deutsches Kino eröffnete. Des Weiteren wurde der Film für den Fritz-Gerlich-Filmpreis nominiert.
2022 produzierte Sahin an der Hochschule für Fernsehen und Film München den Kurzfilm Killing Bagheera, der u. a. bei den 44. Biberacher Filmfestspielen und beim Filmfestival Türkei/Deutschland den Preis für den Besten Kurzfilm erhielt. Des Weiteren erhielt Sahin für Killing Bagheera den Förderpreis vom FilmFernsehFonds Bayern.
Im Februar 2025 wurde der von Sahin produzierte Film Die Gedanken unserer Vorfahren beim Pan African Film Festival (PAFF) mit dem Ja'Net Dubois Festival Award ausgezeichnet. Der von ihm produzierte Film Future Is Panorama, an dem er zudem als Co-Drehbuchautor beteiligt war, wurde auf mehreren internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. Der Film erhielt unter anderem „Honorable Mentions“' beim Woodstock Film Festival in New York (USA) sowie beim Brussels International Film Festival in Brüssel (Belgien). Darüber hinaus gewann der Film beim Short Shorts Film Festival & Asia in Japan einen Preis in der Kategorie Best Actor. Beim Dallas International Film Festival erhielt Future Is Panorama im Rahmen von DIFF Shorts den Programmers’ Choice – College Student Film Award. DIFF Shorts wird vom Dallas Film Institute organisiert und von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences unterstützt. Des Weiteren wurde Future Is Panorama im Oktober im Rahmen eines Special Screenings beim 62. Antalya Golden Orange Film Festival in Antalya gezeigt, dem größten Filmfestival der Türkei.
2025 veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch Neue Märchen von fernen Planeten, eine Sammlung von Märchen, die auf fernen, erdähnlichen Planeten angesiedelt sind und einen Genremix aus Fantasy und Science-Fiction für Kinder darstellen.
Sahin arbeitete als Producer an seinem zweiten Langspielfilm Gelbe Briefe, bei dem İlker Çatak die Regie führte und Ingo Fliess als Produzent fungierte. Der Film wurde in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2026 eingeladen und dort mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Beim Deutschen Filmpreis 2026 erhielt die Produktion neun Nominierungen und wurde mit dem Filmpreis in Silber für den besten Spielfilm sowie der Auszeichnung für die beste Filmmusik geehrt.
Kinderbuch:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sahin, Seren |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler türkischer Abstammung |
| GEBURTSDATUM | 29. April 1989 |
| GEBURTSORT | München |