| Serrabrancait | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1998-006 |
| IMA-Symbol |
Sra |
| Chemische Formel | Mn[PO4] • H2O |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Phosphate, Arsenate, Vanadate |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VII/C.07-005 8.CB.05 40.04.10.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse; Symbol | monoklin-prismatisch 2/m |
| Raumgruppe | C2/c |
| Gitterparameter | a = 6,91 Å; b = 7,47 Å; c = 7,36 Å β = 112,3° |
| Formeleinheiten | Z = 4 |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 3,5 |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 3,17; berechnet: 3,16 |
| Spaltbarkeit | keine |
| Bruch; Tenazität | uneben, spröde |
| Farbe | dunkelbraun, grünlichschwarz |
| Strichfarbe | olivgrün |
| Transparenz | durchscheinend |
| Glanz | Diamantglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nα = 1,750 nβ = 1,790 nγ = 1,800 |
| Doppelbrechung | δ = 0,050 |
Serrabrancait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Mn[PO4] • H2O und entwickelt nur kleine, isometrische Kristalle bis etwa 0,3 mm Größe von dunkelbrauner bis grünlichschwarzer Farbe und olivgrüner Strichfarbe.
Erstmals gefunden wurde Serrabrancait 1998 in den Pegmatiten von Serra Branca im brasilianischen Bundesstaat Paraíba und beschrieben durch Thomas Witzke, Reinhard Wegner, Thomas Doering, Herbert Pöllmann und Walter Schuckmann († 1998), die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten. Als eigenständiges Mineral anerkannt wurde Serrabrancait von der International Mineralogical Association (IMA) noch im selben Jahr unter der Nummer IMA1998-006. Die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse und des anerkannten Namens erfolgte zwei Jahre später im American Mineralogist, Volume 85 (2000).
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Serrabrancait noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/C.07-005. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, ohne fremde Anionen“, wo Serrabrancait zusammen mit Fervanit, Kolovratit, Schubnelit und Warikahnit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/C.07 bildet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Serrabrancait in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; RO4 : H2O = 1 : 1“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.CB.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Serrabrancait die System- und Mineralnummer 40.04.10.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A3+XO4 × x(H2O)“ als einziges Mitglied in der „Phosphatanaloga der Kieserit (SO4)-gruppe (C2/c)“.
Serrabrancait ist ein Sekundärmineral und bildet sich als Verwitterungsprodukt aus Triplit in phosphathaltigen Pegmatiten. Begleitminerale sind unter anderem Vernadit und Phosphosiderit.
Weltweit wurde Serrabrancait bisher (Stand: 2010) außer an seiner Typlokalität Serra Branca nur noch im Pegmatit von Buranga (Bezirk Gatumba) in der Westprovinz Ruandas nachgewiesen.
Serrabrancait kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15) mit den Gitterparametern a = 6,91 Å; b = 7,47 Å; c = 7,36 Å und β = 112,3° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.