Shakti Samuha (Nepali शक्ति समूह) ist ein nepalesischer Verein, der gegen den Menschenhandel (Trafficking) kämpft. 2013 wurde ihm der als asiatischer Nobelpreis bekannte Ramon-Magsaysay-Preis in Anerkennung seines Beitrags zur positiven Veränderung der Gesellschaft verliehen. Es ist der erste Verein seiner Art, der von Betroffenen selbst gegründet wurde und betrieben wird.
Bei einer groß angelegten Razzia der Polizei wurden 1996 fünfhundert Frauen aus indischen Bordellen befreit, 128 von ihnen stammten aus Nepal. Ihr Heimatland wollte sie anfangs nicht wieder aufnehmen. Durch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen erfuhren die Betroffenen, welche Rechte sie hatten und dass es nicht ihre Schuld war, Opfer des Menschenhandels geworden zu sein. Trotzdem wurden diese Mädchen und Frauen nicht angemessen untergebracht und versorgt. Deshalb beschlossen sie, selbst einen Verein zu gründen. Shakti Samuha wurde 1996 ins Leben gerufen und im Jahr 2000 in Kathmandu amtlich registriert.
Unter den 15 Gründerinnen waren auch Charimaya Tamang und Sunita Dunuwar, die sich zur Auszeichnung mit dem Ramon-Magsaysay Preis im Jahr 2013 dahingehend äußerten, dass die Auszeichnung eine Quelle „großer Freude und Ermutigung, weiterzumachen“ sei.
Der Verein ist Mitglied der Organisation Global Alliance Against Traffic in Women.
Seit 1996 hilft der Verein Überlebenden des Menschenhandels, die in ihre Heimat zurückkehren, indem ihnen Rechtsbeistand vermittelt wird. Shakti Samuha hilft außerdem Betroffenen, ein respektvolles Leben zu führen und wieder Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen.
Mit dem Ziel, über die Gefahren des Menschenhandels aufzuklären und dem vorzubeugen, wurden in den ärmsten Gemeinden Nepals Gruppen für jugendliche Mädchen ins Leben gerufen, die sich diesem Thema widmen. Darüber hinaus unterhält Shakti Samuha eine Übergangseinrichtung, die Überlebenden des Trafficking Unterkunft und Unterstützung bietet, sowie Notunterkünfte für Frauen und Mädchen, die vom Menschenhandel bedroht sind.
Die Organisation bietet auch Programme an, in denen den Überlebenden praktische Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, damit sie nach ihrer Rückkehr selbstständig leben können. Zu den Seminaren gehören psychosoziale Schulungen und Elterntraining. Um sich eine Existenz aufbauen zu können, hilft man ihnen mit Startkapital, Schulungen und kontinuierliche Unterstützung dabei, kleine Geschäfte zu eröffnen oder einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen.
2013 erhielt der Verein Shakti Samuha den Ramon-Magsaysay-Preis.