
Shikinaen (japanisch 識名園) ist ein historischer Landschaftsgarten und UNESCO-Weltkulturerbe in Naha, Okinawa, Japan.
Shikinaen wurde 1799 als Sommerresidenz und Erholungsgarten für die königliche Familie des Ryūkyū-Königreiches erbaut. Zusätzlich diente der Garten als Empfangsort für ausländische Gesandte und als Veranstaltungsort diplomatischer Bankette, insbesondere für chinesische Delegationen, deren Anerkennung für die Legitimation und Krönung der Ryūkyū-Könige von großer Bedeutung war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Garten vollständig zerstört und in den folgenden Jahrzehnten originalgetreu rekonstruiert. Shikinaen wurde 1941 erstmals und nach der Wiederherstellung 1976 erneut als nationaler Ort landschaftlicher Schönheit ausgezeichnet; im Jahr 2000 erfolgte die Aufnahme in die UNESCO-Liste als Teil der „Gusuku-Stätten und zugehörigen Stätten des Königreichs Ryūkyū“.
Shikinaen ist ein kreisförmiger Landschaftsgarten, angelegt nach dem japanischen Wandelgarten-Prinzip, mit einem Teich im Zentrum, mehreren Inseln, Brücken und saisonalen Blumenpflanzungen. Die Architektur vereint Stilelemente aus Japan, China und Okinawa, darunter steinerne Bogenbrücken sowie den charakteristischen sechseckigen chinesischen Pavillon Rokkaku-do. Der Palast (Udun) ist mit roten Dachziegeln gedeckt, was traditionell dem Adel vorbehalten war. Um den Teich steht subtropische Vegetation, deren Blüte die Jahreszeiten illustriert. Die Gesamtfläche des Gartens beträgt etwa 4,2 Hektar, die UNESCO-Pufferzone umfasst weitere 84,2 Hektar.
Koordinaten: 26° 12′ 13,6″ N, 127° 42′ 55,3″ O