Kanemaru Shin

Shin Kanemaru (7. April 1992)

Shin Kanemaru (japanisch 金丸 信; * 17. September 1914 in der Präfektur Yamanashi, Kaiserreich Japan; † 28. März 1996 ebenda) war ein japanischer Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), der unter anderem von 1958 bis 1992 Mitglied des Shūgiin sowie mehrmals Minister war. Im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei war er zwischen 1983 und 1984 Vorsitzender des Exekutivrates sowie von 1984 bis 1986 Generalsekretär und bekleidete damit zwei der „drei wichtigen Parteiämter“. Darüber hinaus fungierte er von 1986 bis 1987 als stellvertretender Premierminister sowie 1992 Vizevorsitzender der LDP. 1992 wurde er im Sagawa-Kyūbin-Skandal angeklagt. Ihm wurde Steuerhinterziehung vorgeworfen, da er Zahlungen von Baufirmen erhalten hatte, die politischen Einfluss ausüben wollten. Er trat zurück und wurde am 13. März 1993 verhaftet, nachdem die Behörden in seinem Haus Inhaberschuldverschreibungen im Wert von mindestens 51 Millionen US-Dollar und Hunderte Pfund Gold gefunden hatten.

Leben

Shin Kanemaru absolvierte ein Studium an der Landwirtschaftsuniversität Tokio und diente von 1937 bis zu seiner Entlassung aus gesundheitlichen Gründen als Sergeant der Kwantung-Armee der Kaiserlich Japanischen Armee. Nach seinem Militärdienst stieg er ins Sake-Braugeschäft ein und war später auch im Beton- und Souvenirgeschäft tätig. Am 23. Mai 1958 wurde er für die Liberaldemokratische Partei LDP (Jiyūminshutō) erstmals Mitglied des Shūgiin, des Unterhauses des nunmehrigen Parlaments (Kokkai), und gehörte diesem als Vertreter der Präfektur Yamanashi bis zum 21. Oktober 1992 an. Während seiner Parlamentszugehörigkeit löste er 1970 Shiseki Ihei als Vorsitzender des Bauausschusses des Repräsentantenhauses ab und behielt diese Funktion bis 1971, woraufhin Kameyama Kōichi seine Nachfolge antrat. Daraufhin wurde er im Dezember 1971 als Nachfolger von Tsukahara Toshiro erstmals Vorsitzender des Ausschusses für Parlamentsangelegenheiten der LDP und übte diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Harada Ken im Dezember 1972 aus. Er war zunächst Mitglied der Shūzankai, der Faktion des LDP-Vorsitzenden Satō Eisaku und danach Mitglied der Donnerstagsclub (Mokuyō Kurabu) Faktion unter dem darauf folgenden Parteivorsitzenden Tanaka Kakuei

Am 22. Dezember 1972 wurde Kanemaru in das Kabinett Tanaka II berufen und bekleidete in diesem bis zur Kabinettsumbildung am 25. November 1973 das Amt des Bauministers. Als solcher war er zugleich Leiter der Entwicklungskommissionen für Kinki, Chūbu und die Hauptstadtregion. Im Kabinett Miki fungierte er vom 9. Dezember 1974 bis zur Kabinettsumbildung am 15. September 1976 als Generaldirektor der Behörde für Staatsland.

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war er als Nachfolger von Tazawa Kichirō von 1976 bis zu seiner Ablösung durch Hosoda Kichizō 1977 Vorsitzender des Geschäftsordnungsausschusses des Repräsentantenhauses. Anschließend wurde in das Kabinett Takeo Fukuda (Umbildung) berufen und bekleidete in diesem von der Kabinettsumbildung am 28. November 1977 bis zum Rücktritt am 7. Dezember 1978 das Amt als Staatsminister und Generaldirektor der Verteidigungsagentur. Nachdem er aus der Regierung ausgeschieden war, fungierte er als Nachfolger von Mihara Asao zwischen 1978 und seiner Ablösung durch Tazawa Kichirō 1980 noch einmal als Vorsitzender des Ausschusses für Parlamentsangelegenheiten der LDP.

Kanemaru (2.v.l.) als stellvertretender Premierminister mit den übrigen Mitgliedern des Kabinetts Nakasone III (22. Juli 1986).

Im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei war Kanemaru Shin unter dem Parteivorsitzenden Nakasone Yasuhiro als Nachfolger von Hosoda Kichizō zwischen Dezember 1983 und seiner Ablösung durch Miyazawa Kiichi im November 1984 zunächst Vorsitzender des Exekutivrates sowie als Nachfolger von Tanaka Rokusuke von November 1984 bis zu seiner Ablösung durch Takeshita Noboru im Juli 1986 Generalsekretär und bekleidete damit zwei der „drei wichtigen Parteiämter“. Er übernahm daraufhin im Kabinett Nakasone III vom 22. Juli 1986 bis zum 6. November 1987 die Ämter als stellvertretender Premierminister, Staatsminister sowie als zuständiger Minister für die Belebung des Privatsektors.

Als Nachfolger des zum Premierminister und LDP-Vorsitzenden berufenen Takeshita Noboru wurde er zudem im Oktober 1987 Vorsitzender der Heisei Kenkyūkai, einer aus dem Donnerstagsclub entstandenen Faktion der LDP. Darüber hinaus fungierte er unter dem Parteivorsitzenden Miyazawa Kiichi von Januar bis August 1992 auch als stellvertretender Vorsitzender der LDP und übernahm damit die zweithöchste Funktion im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei. 1992 wurde er im Sagawa-Kyūbin-Skandal angeklagt. Ihm wurde Steuerhinterziehung vorgeworfen, da er Zahlungen von Baufirmen erhalten hatte, die politischen Einfluss ausüben wollten. Nach dem Skandal trat Kanemaru als Vorsitzender der Heisei Kenkyūkai, zurück. Im faktionsinternen Machtkampf zwischen den Anhängern des Ex-Generalsekretärs Ichirō Ozawa, die Finanzminister Tsutomu Hata als Nachfolger installieren wollten, und Kanemaru-Anhängern, die sich für Keizō Obuchi als neuem Vorsitzenden einsetzten, zogen sich Ozawa und Hata zurück, als ihre Niederlage absehbar war. Er wurde am 13. März 1993 verhaftet, nachdem die Behörden in seinem Haus Inhaberschuldverschreibungen im Wert von mindestens 51 Millionen US-Dollar und Hunderte Pfund Gold gefunden hatten.

Kanemaru war zwei Mal verheiratet, und zwar bis 1958 mit Kanemaru Reiko sowie anschließend von 1961 bis 1991 mit Kanemaru Etsuko.

Veröffentlichungen

Literatur

in englischer Sprache
Commons: Kanemaru Shin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ihei Shiseki. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  2. ↑ Koichi Kameyama. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  3. ↑ Shumpei Tsukahara. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  4. ↑ Ken Harada. Prabook, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  5. ↑ Sato, Eisaku. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  6. ↑ Tanaka, Kakuei. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  7. ↑ Cabinet Tanaka 2 (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  8. ↑ Cabinet Miki (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  9. ↑ Tazawa, Kichiro. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  10. ↑ Hosoda, Kichizo. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  11. ↑ Japan: Defence Ministers. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  12. ↑ Cabinet Fukuda (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  13. ↑ Mihara, Asao. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  14. ↑ Nakasone, Yasuhiro. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  15. ↑ Miyazawa, Kiichi. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  16. ↑ Takeshita, Noboru. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  17. ↑ Cabinet Nakasone 3 (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  18. ↑ Ozawa, Ichiro. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  19. ↑ Hata, Tsutomu. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  20. ↑ Obuchi, Keizo. rulers.org, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Kanemaru, Shin
ALTERNATIVNAMEN 金丸 信 (japanisch)
KURZBESCHREIBUNG japanischer Politiker (LDP), Abgeordneter und Minister
GEBURTSDATUM 17. September 1914
GEBURTSORT Präfektur Yamanashi, Kaiserreich Japan
STERBEDATUM 28. März 1996
STERBEORT Präfektur Yamanashi