| Siebel Si 201 / Fh 201 | |
|---|---|
| Typ | STOL-Verbindungsflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Siebel Flugzeugwerke |
| Erstflug | 30. Juli 1937 oder Anfang 1938 |
| Stückzahl | 2 |
Die Siebel Si 201, auch Fh 201, war ein Versuchsflugzeug der Siebel Flugzeugwerke für den Langsamflug.
Bereits im September 1935 erhielt das Konstruktionsbüro der Leichtflugzeugbau Klemm GmbH in Böblingen vom Reichsluftfahrtministerium den Entwicklungsauftrag für ein zwei- bis dreisitziges Verbindungsflugzeug mit As 10 C , das auch zur Nahaufklärung und Artilleriebeobachtung nutzbar sein sollte, sowie den Auftrag zum Bau einer Attrappe zur Besichtigung im Januar 1936. Die Entwicklungsarbeiten wurden allerdings in Böblingen nicht mehr aufgenommen. Nach der Verlagerung des Klemm-Konstruktionsbüros von Böblingen in das Klemm Flugzeugwerk Halle (KFH) erteilte das RLM 1936 einen überarbeiteten Entwicklungsauftrag, der von Friedrich Fecher in Halle a.d. Saale 1937 als Konkurrenzentwurf FwH Fh201 zur Fieseler Fi 156 und Messerschmitt Bf 163 bearbeitet wurde.
Das Flugzeug war ein unkonventioneller Entwurf mit einer viereckig verglasten Kanzel für maximal drei Personen und einem rohrförmigen Leitwerksträger. Der Zugang zum Cockpit erfolgte über eine Tür auf der rechten Seite. Die leicht gepfeilten, abgestrebten Tragflächen in Schulterdeckeranordnung hatten Fowlerklappen und Schlitzflügel, der Motor befand sich darüber in einer Gondel und trieb einen Druckpropeller an. Das Fahrwerk wurde als starres Normalfahrwerk mit Schleifsporn ausgeführt.
Für den vorgelegten Entwurf erhielt das Flugzeugwerk Halle den Auftrag zum Bau einer Bruchzelle sowie drei Versuchsmuster. Gebaut wurden aber nur zwei Prototypen. Der erste mit der Werknummer 748 und Vierblatt-Luftschraube wurde als D–IYVN registriert und je nach Quelle am 30. Juli 1937 oder Anfang 1938 durch Siebels Cheftestpilot Wolfgang Ziese eingeflogen. Bei der Erprobung trat im unteren Geschwindigkeitsbereich ein Flattern des Hecks auf. Das zweite Exemplar mit der Werknummer 749 und dem Kennzeichen D–IWHL erhielt deshalb eine dreiblättrige Luftschraube, stärker gepfeilte Tragflächen und ein vereinfachtes Landehilfensystem, was aber nicht zur gewünschten Verbesserung der Flugeigenschaften führte. Nach der Übernahme des Flugzeugwerk Halle durch Friedrich Siebel erhielt die Fh201 ab 1938 die Bezeichnung Siebel Si 201. Nachdem Ernst Udet die Si 201 geflogen und sich negativ über sie geäußert hatte, wurde das Projekt zugunsten der Fi 156 eingestellt. Eine eventuelle Verwendung als Bordflugzeug wurde von der Kriegsmarine geprüft, aber nicht realisiert.
Im Klemm-Flugzeugwerk in Böblingen entstand 1939 mit der Klemm Kl 153 unter Carl Bucher ein weiterer Entwurf eines Verbindungs- und Nahaufklärerflugzeugs in Teilschalenbauweise, der sich weitgehend an der Siebel Si 201 orientierte und vermutlich zu Vergleichszwecken herangezogen wurde..
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Besatzung | 2–3 |
| Länge | 10,40 m (10,60 mit beigeklappten Flächen) |
| Spannweite | 16,00 m |
| Breite | 5,20 m mit beigeklappten Flächen |
| Höhe | 3,4 m |
| Flügelfläche | 31,0 m² |
| Flügelstreckung | 6,3 |
| Flächenbelastung | 41,0 kg/m² |
| Leistungsbelastung | 5,3 kg/PS |
| Leermasse | 1120 kg |
| max. Startmasse | 1440 kg |
| Triebwerk | ein Argus As 10C |
| Startleistung | 240 PS (177 kW) |
| Höchstgeschwindigkeit | 185 km/h |
| Marschgeschwindigkeit | 150 km/h |
| Landegeschwindigkeit | 50 km/h |
| Steiggeschwindigkeit | 252 m/min |
| Steigzeit | 4,5 min auf 1000 m Höhe |
| Dienstgipfelhöhe | 5500 m |
| Reichweite | 450 km |
| Flugdauer | 3 h |
| Startstrecke | 245 m |
| Landestrecke | 160 m |