Siegfried Lienhard (* 29. August 1924 in St. Veit an der Glan in Österreich; † 6. März 2011 in Stockholm, Schweden) war ein österreichischer Indologe und Hochschullehrer. Er war Lehrstuhlinhaber in Kiel und Stockholm.
Siegfried Lienhard, Sohn von Johanna Lienhard, geborener Nusser, und Georg Lienhard, studierte nach seiner Reifeprüfung (1942) am Realgymnasium in Klagenfurt Philosophie, Vergleichende Sprachwissenschaft und Indologie an den Universitäten Wien (1946–1949) und Paris (1950–1951). Im Jahre 1949 wurde er an der Universität Wien mit einer Dissertation im Fach Indologie zum Dr. phil. promoviert. Von 1952 bis 1954 arbeitete er zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Göttingen. Von 1955 bis 1957 war Lienhard als Lektor für Germanistik an der Hindu Universität Benares in Indien tätig, anschließend bis 1958 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Göttingen. Von 1958 bis 1960 hatte er einen Lehrauftrag für Indologie an der Universität Stockholm, wo er sich habilitierte und von 1960 bis 1962 als Privatdozent lehrte. Von 1962 bis 1968 hatte er die ordentliche Professur für Indologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne. 1968 wechselte er als Professor für Indologie und Sanskrit an die Universität Stockholm und lehrte dort bis zum Eintritt in den Ruhestand 1990. 1971 wurde er Ritter des Nordstern-Ordens. 1976 war er Gastprofessor am Collège de France in Paris. Er beschäftigte sich unter anderem auch intensiv mit der Sprache, Kultur und Literatur Nepals und lebte in Enebyberg bei Stockholm.
Lienhard war ordentliches Mitglied der Königlichen Schweden Akademie der Literatur, Geschichte und Altertümer. Er wirkte zudem als Generalsekretär der International Association of Sanskrit Studies. 1989 wurde Siegfried Lienhard ein Mitglied der Academia Europaea. Er war seit 1988 korrespondierendes Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1991 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei gewählt.
Siegfried Lienhard war katholisch und hatte 1958 Madeleine Baronesse Lagerfelt geheiratet.
Festschrift
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lienhard, Siegfried |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Indologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 29. August 1924 |
| GEBURTSORT | St. Veit an der Glan |
| STERBEDATUM | 6. März 2011 |
| STERBEORT | Stockholm |