Sieghard Dittner

Sieghard Dittner (* 16. Juli 1924 in Schneidemühl; † 4. Januar 2002 in Malchow) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Dittner absolvierte ab 1938 eine Lehre als Vermessungszeichner und arbeitete dann bis 1943 in diesem Beruf, ehe er zur Wehrmacht eingezogen wurde. und am Zweiten Weltkrieg teilnahm. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1945 begann er sich als Autodidakt künstlerisch zu betätigen. Von 1945 bis 1946 arbeitete er als Vermessungstechniker und von 1946 bis 1951 als Kunsterzieher in Waren. Ab 1949 war Dittner zudem freischaffend als Maler und Grafiker in Waren tätig, später in Teterow und Malchin, zuletzt in Malchow. Er gehörte zu den bekannten Porträtkünstlern der DDR-Grafik. „dessen subtile und zeichnerische Charakterstudien insbesondere durch ihre eiligen, oft skizzenhaften Züge auffielen.“

Für die Stadt Waren schuf er 1987 das Logo für den „Warener Taler“, der erstmals 2010 ausgegeben wurde.

Dittner war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und danach des Künstlerbunds Mecklenburg- und Vorpommern e.V. Er hatte viele Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. war er von 1953 bis 1968 auf der Dritten bis VI. Deutschen Kunstausstellungen und 1982/83 auf der IX. Kunstausstellungen der DDR in Dresden vertreten.

Seit 2008 gibt es im Kloster Malchow eine Dauerausstellung mit Bildern Dittners.

Dittner war mit Vilja Dittner (1926–2014) verheiratet.

Ehrungen (Auswahl)

Werkbeispiele

Siehe auch

Tafelbilder

  • Winteranfang (Öl)
  • Morgen am See (Öl, 70 × 100 cm; auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung)
  • Eisfischerei (Öl, 60 × 40 cm; auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung)

Druckgrafik

  • Laternenumzug (Glasradierung; 1956 in München und Berlin auf der Gesamtdeutschen Graphikausstellung Ein Bekenntnis zum Leben)
  • Geschichte der Landarbeiterbewegung in Mecklenburg (Grafikzyklus; auf der Fünften Deutschen Kunstausstellung)
  • Menschen der LPG Morgenrot (1963/1964, Folge von Radierungen)
  • Eine Bäuerin und ihre Zeit (1967, Radierung; auf der VI. Deutschen Kunstausstellung)
  • Bildnis Willi Häcker (1973; Radierung, 57 × 38,5 cm)
  • Bodenreform (um 1974; Folge von Radierungen)
  • Richard Wossidlo: Dat Ulenlock. Sagen und Geschichten aus Mecklenburg. Neubrandenburg, 1979 (Buch mit 10 Originalgrafiken)
  • Neubrandenburger Bilderbuch. Heyer-Druck, Röbel (Mappe mit 15 handkolorierte Zinkotypien; 1982)

Zeichenkunst

  • Tomatenernte (um 1974; Federzeichnung, 48 × 40 cm)
  • Buchenwald im Herbst (1978; Aquarell; Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern)

Architekturbezogene Werke

  • Szenen aus dem ländlichen Leben (1965; Keramische Verkleidung einer Klimaanlage, 2,60 × 1,20 × 0,45 m; Neubrandenburg, Moccabar im Turmgebäude des Haus der Kultur und Bildung)
  • Gesellschaftlicher Nutzen der Datenverarbeitung (1971, Wandgestaltung, Aluminiumätzung, 20 m2; technische Ausführung mit dem VEB Zentrum Bildende Kunst Neubrandenburg; Neubrandenburg, Konferenzraum des VEB Maschinelles Rechnen)

Buchillustrationen

  • Irma Harder: Die Spatzen pfeifen’s schon vom Dach. Verlag Neues Leben, Berlin, 1963
  • Jürgen Weinbrecht: Vorsicht, Bauarbeiten! Heitere und ernste Geschichten. Verlag Neues Leben, Berlin, 1963
  • Juri Piljar: In Wahrheit war ich siebzehn. Verlag Neues Leben, Berlin, 1964
  • Wladimir Orlow: Gesalzene Melonen. Verlag Neues Leben, Berlin, 1965
  • Jürgen Lenz: Der Atlantik schweigt nicht. Verlag Neues Leben, Berlin, 1966 (Kompass-Bücherei)
  • Gerhard Matzke: Marsmond Phobos. Verlag Neues Leben, Berlin, 1967 (Kompass-Bücherei)

Einzelausstellungen (unvollständig)

Literatur

Commons: Sieghard Dittner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Marcus Kenzler: Der Blick in die andere Welt. Lit Verlag, Münster, 2012, S. 783
  2. ↑ 3471_Waren_2610_Umb (waren-mueritz.de)
  3. ↑ SBV_BR_Malchow_Dittner_gesamt_240604.pdf
  4. ↑ Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 19. April 2026.
  5. ↑ Deutsche Fotothek
  6. ↑ https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30121617/df_hauptkatalog_0211258_009
  7. ↑ Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Bild als Exponat der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden. Im Katalog der Ausstellung ist das Bild aber nicht aufgeführt.
  8. ↑ https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30125268
  9. ↑ u. a. https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30127256/df_hauptkatalog_0212039_029
  10. ↑ u. a. https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33007704/df_hauptkatalog_0212221_005_001
  11. ↑ https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30128548/df_hauptkatalog_0030622
  12. ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 12/1973, S. 609
  13. ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 1/1975, 3. Umschlagseite
  14. ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 1/1975, S. 41
  15. ↑ https://www.mv-schloesser.de/wp-content/uploads/2018/08/Vom-Leuchten-der-Farben-2018.pdf
  16. ↑ Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Neubrandenburg, S. 162/163
  17. ↑ Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973