
Sigbert Joseph Maria Ganser (* 24. Januar 1853 in Rhaunen, Rheinprovinz; † 4. Januar 1931 in Dresden) war ein deutscher Psychiater und Anstaltsdirektor.
Sigbert Joseph Ganser Vater Peter Joseph Ganser war Notar und verheiratet mit Katharina Jonas.
Sigbert Ganser studierte Medizin in Würzburg, Straßburg, sowie in München an der Ludwig-Maximilians-Universität. Dort wurde er 1876 promoviert. Nach seiner Zeit als Assistent von Franz von Rinecker an der Psychiatrischen Klinik und der Klinik für Syphilis und Hautkrankheiten in Würzburg am Juliusspital von 1876 bis 1877 ging er 1877 als Assistent zu Bernhard von Gudden an die Kreis-Irrenanstalt in München. Hier habilitierte er sich 1880 über die Anatomie von Maulwurfsgehirnen. 1884 wurde er Oberarzt an der Brandenburgischen Landesanstalt Sorau unter Adolf Schmidt.
Zwei Jahre später folgte er Emil Kraepelin als dirigierender Arzt der „Irrenabteilung“ am allgemeinen Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt nach, nachdem Kraepelin 1886 eine Professur an der Kaiserlichen Universität Dorpat annahm. Unter seiner Leitung entwickelte sich aus der Irrenabteilung die Städtische Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke und Sieche.
Im Jahr 1897 beschrieb Ganser erstmals das später nach ihm benannte Ganser-Syndrom. Er berief sich dabei auf seine während seiner Tätigkeit als forensischer Psychoneurologe gemachten Beobachtungen. Dort hatte Ganser bei drei Untersuchungsgefangenen erstmals eine solche Symptomatik als „hysterischen Dämmerzustand“ identifiziert.
1889 heiratete er Mary Sophia Cloete-Brown. Mit ihr hatte er zwei Kinder: Herbert (1893) und Sibylla (1894).
1908 wurde Ganser zum Geheimen Medizinalrat ernannt und außerordentliches Mitglied des Königlich Sächsischen Landesgesundheitsrates. 1924 trat er in den Ruhestand.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ganser, Sigbert |
| ALTERNATIVNAMEN | Ganser, Sigbert Josef Maria (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1853 |
| GEBURTSORT | Rhaunen, Rheinprovinz |
| STERBEDATUM | 4. Januar 1931 |
| STERBEORT | Dresden |