Sigrid Poser

Sigrid Poser, geborene Wahl (* 19. August 1941 in Stuttgart; † 23. Juni 2004), war eine deutsche Neurologin und langjährig an der Georg-August-Universität Göttingen tätige Hochschullehrerin. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte waren insbesondere die Multiple Sklerose und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

Leben

Sigrid Wahl wuchs in Tübingen auf und legte ihr Abitur 1959 am dortigen Uhland-Gymnasium ab. Nach dem Medizinstudium in Tübingen, Erlangen, Hamburg, Wien und Göttingen wurde sie im Jahre 1967 von der Universität Göttingen zum Dr. med. promoviert. Nach einem klinischen Auslandsaufenthalt am Lawrence General Hospital in Massachusetts begann sie 1970 ihre Facharztweiterbildung in Nervenheilkunde als Assistenzärztin an den Göttinger Universitätskliniken für Neurologie und Psychiatrie. Im selben Jahr heiratete sie den 1941 in Stolberg geborenen wissenschaftlichen Assistenten und späteren Pharmakologen und ab 1974 als Hochschullehrer tätigen Wolfgang Edgar Poser, der sich insbesondere mit Medikamenten-Abhängigkeit befasste; die beiden gemeinsamen Kinder von Sigrid und Wolfgang Poser wurden 1975 und 1976 geboren.

Wirken

Nach der Habilitation im Fach Neurologie 1975 und dem Beginn ihrer Lehrtätigkeit an der Hochschule erhielt Sigrid Poser 1976 eine Stelle als Oberärztin an der Neurologischen Universitätsklinik in Göttingen. Es folgte dort 1978 die Ernennung zur außerplanmäßigen Professorin, 1980 schließlich Berufung zur C3-Professorin auf Lebenszeit und Stellvertreterin des Klinikdirektors Helmut Bauer, der einer ihrer klinischen und wissenschaftlichen Lehrer war. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2004 lebte und arbeitete sie in Göttingen.

Sigrid Poser beschäftigte sich 30 Jahre lang klinisch (als leitende Oberärztin der Neurologischen Universitäts-Poliklinik) und wissenschaftlich mit dem Krankheitsbild der Multiplen Sklerose. Ihre Schwerpunkte waren die Epidemiologie in Deutschland, Therapiestudien mit neuen Medikamenten sowie die Unterstützung der Patientenberatung und -selbsthilfe. Außerdem gehörte die Medikamenten-Abhängigkeit zu ihren Forschungsgebieten.

In der zweiten Hälfte ihrer beruflichen Tätigkeit begründete sie die klinische Surveillance der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit in Deutschland und leitete die Göttinger Prionforschungsgruppe (heute Nationales Referenzzentrum für die Surveillance Transmissibler Spongiformer Enzephalopathien). Sie wurde im Jahr 2001 pensioniert, setzte ihre wissenschaftliche Tätigkeit aber bis zu ihrem Tod fort.

Sigrid Poser war von 1997 bis 2004 außerordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ).

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V.: Trauer um Prof. Dr. med. Sigrid Poser (Memento des Originals vom 13. Juni 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. ↑ Deutsches Ärzteblatt. Band 101, 2004, S. 2201.
  3. ↑ Poser, Wolfgang Edgar. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 960.
Personendaten
NAME Poser, Sigrid
ALTERNATIVNAMEN Wahl, Sigrid (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Neurologin
GEBURTSDATUM 19. August 1941
GEBURTSORT Stuttgart
STERBEDATUM 23. Juni 2004